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Tour 351 - Piz Vial, Piz Terri

Zentralschweiz Adula-Alpen Medelser Gruppe

Bergtour Route Runcahez - Chamanna da Terri SAC - Greina-Hochebene - Piz Vial über S-Flanke - Chamanna da Terri - Greina-Hochebene - Canal Gesamtaufstiegshöhe (m) 3190 (2680) + 50 im Abstieg Tage 3 Verhältnisse spätsommerlich, ab Hütte Neuschnee

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Chamanna da Terri SAC 2170 1280 930 3:10 BW2 - - -
Piz Vial 3168 2130 1040+40 i.Ab. 5:05 G2 465 4660 2
Piz Terri
(abgebr.)
3149
(2640)
2130 1080+100 i.Ab.
(570+100 i.Ab.)
k.A.
(2:35)
G2
(G2)
390 6110 2
Chamanna da Terri

1. Tag, Ankunft an der Chamanna da Terri.

Greina

2. Tag: In der Greina-Ebene am Weg zum Piz Vial, Rückblick nach Osten.

 

Piz Gaglianera

Am Piz Vial:
Blick nach WSW gegen den vergletscherten Piz Medel (3211m, Horizontmitte). Davor erhebt sich die markante Pyramide des Piz Gaglianera (3127m), rechts daneben steht der gleichfalls markante Piz Valdraus (3096m).
Gipfelpanorama in SSO, wo sich in den zentralen Adula-Alpen Güferhorn (3379m, links) und Rheinwaldhorn (3402m) abheben. Im Mittelgrund zeichnet sich das dunkle Tal oberhalb des Stausees Lago di Luzzone (verdeckt) ab.

Zentrale Adula-Alpen

 

Piz Terri

Der Piz Terri, genau im Südosten stehend, rechts dahinter sticht der Piz Scharboda (3122m) heraus. Vorne breitet sich die Greina-Ebene aus.

3.Tag

Greina

Blick nach Westen, der Neuschnee hat sich einen Tag später verflüchtigt.

 

Piz Terri

Der Piz Terri und sein Karsee.

Gegenüber öffnet sich ein prachtvoller Blick zu den Glarner Alpen mit Tödi und Bifertenstock.

Glarner Alpen

 


Anfahrt aus Westen vom Oberalppass über Disentis oder aus Osten über Chur nach Rabius. Im Ort nach Süden ins Sumvitg-Tal und über Tenigerbad zum Straßenende bei Runcahez auf 1280m (s.a. Google Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Vom P durchs Sumvitg-Tal erst links bleibend über Güterweg durch Wald zur kleinen Brücke auf 1409m. Auf die andere Talseite zu einem beschilderten Wegknoten wechseln. Weiterhin talaufwärts, nun durch Wiesen bis kurz vor die hohe Talstufe. Hier links und steil über Schrofen neben einem großen Wasserfall hinauf. Oben gelangt man auf einen Rücken, der bis zu einer felsigen Schulter (Seilsicherungen) auf 2180m führt, wo man die Terrihütte erblickt. Jenseits hinab auf 2130m, durch ein Tälchen und zur modernisierten SAC-Hütte auf 2170m (3:10). Durchgängig markiert.

2. Tag
Von der Hütte hinunter und SSW-wärts durch ein Tälchen über blanke Felsbänke zum Sattel P 2263 zwischen dem Höhenzug Muot la Greina und der SW-Flanke des Piz Greina. Jenseits beginnt die ausgedehnte Greina-Hochebene (vergl. Bild r.o.). Am Rande über der Ebene auf einem Pfad entlang, südwest- bis westwärts, ehe man zur Öffnung einer großen Talmulde gelangt, die rechts vom Piz Vial herab zieht (bis hierher markierter Pfad). Rechts vom Bach auf spärlichen Steigspuren über Blöcke zu einer felsigen Verengung. Dahinter weitet sich die Mulde. Weglos über mäßig steile Felsrippen zu einem Blockrücken, der vom Piz Vial südwestwärts herab streicht. Nicht auf den Grat hinauf, sondern leicht rechts ins Kar zwischen Piz Vial und Piz Greina. Über die Südflanke des Piz Vial schräg rechts ansteigend zum obersten Südostgrat. Über diesen (I) zu Gipfelkreuz und Buch (5:05).
Abstieg wie Aufstieg (3:35).

3. Tag
Von der Hütte ostwärts hinab und steil über markierten Schrofenpfad auf die Nordostschulter (ca. 2250m) der Muot la Greina hoch über der Klamm. Jenseits wieder steil hinab und zur Wegbrücke bei Camona (P 2194). Auf der anderen Bachseite rechts den Weg zur Capanna Motterascio nehmen, der durch eine weite Grasebene in der Greina führt (vergl. fünftes Bild). Auf einen breiten Grasrücken im Süden zuhalten und über diesen nach links, hoch über dem Val Canal entlang zum schroffen Talschluss, dem Canal. Bei einem großen einzelnen Felsblock über den Bach und die jenseitigen leichten Grashänge auf Steigspuren Richtung Piz Ner hinauf. Auf halber Flankenhöhe queren die Spuren zur Talschwelle hinüber, die den großen Karsee abschließt. An der Schwelle auf ca. 2600m erreicht man einen großen Steinmann (2:05). Dahinter liegt in einem kargen, aber großartigen Kessel der Karsee des Piz Terri (s. drittes Bild v.u.). Rechts über dem Westufer entlang bis zum hinteren Ende.
Die Situation im Spätsommer 2000, nun deutlich verändert - näheres s.u. - zeigte sich so: Hier legt sich der unterste, eingeengte Teil des Terri-Gletschers in den Weg. Links bricht der beinahe isolierte Gletscherteil wild zerklüftet in den See ab, rechts reicht er bis direkt an die steilen Felsflanken des Pizzo di Güida. Hinter dem Gletscherteil führt links ein niedriger Durchlass weiter, die übrige Rückseite nimmt die Wand eines kleinen Felsrückens ein, der die Schwelle zum zweiten, etwas höher gelegenen Gletscherkessel bildet. Dahinter baut sich schließlich die gewaltige Nordwand des Piz Terri mit dem Westgrat auf, über den der Normalanstieg erfolgt.
Der Gletscher zeigt sich in seiner Mittelachse eingebrochen und in unzählige Schollen aufgelöst. Die Wegsuche auf halber Höhe und am Flankenfuß auf 2640m (mehrere schlecht überdeckte Randklüfte) bleibt erfolglos, auch wegen einer Neuschneeauflage von 40cm. Abbruch.
Rückweg zur Hütte in 1:50. Abstieg ins Tal zum P in weiteren 2:10.

  • Seit 2006 ist der Gletscherteil am Südwestufer des Karsees vollständig abgeschmolzen. Der obere Gletscherteil zwischen See und Piz-Terri-Nordwestwand ist fast völlig unter dem Leichentuch grauer Geröllmassen verschwunden. Auf Karten des SAC von 1865 nahm der Gletscher dagegen noch die ganze Seefläche bis zu dessen heutigem Nordufer bei P 2586 ein (vergl. hierzu auch Gletscherschwund). Dagegen war die hier beschriebene Tour zum Piz Terri im Spätsommer 2000 ohne Seilsicherung nicht mehr machbar. Den Karsee auf seinem linken, östlichen Ufer im weglosen, steilen Geröll zu umgehen, erscheint als äußerst mühsam bis heikel. Seit 2006 ist es problemlos möglich, den Weg am Westufer und weiter zum Einstieg am Westgrat fortzusetzen. S. hierzu Tour 692, Piz Terri über Lago di Luzzone und Capanna Motterascio.
  • Die Landschaft um die Greina-Hochebene hat ein ganz eigenes Gepräge und auch die Zugänge sind außergewöhnlich reizvoll Besonders empfehlenswert. Auch die Route in den Karkessel mit seiner steilen Wandkulisse ist ganz besonders einprägsam. Die Greina-Hochebene ist ein beliebtes Wandergebiet und durch drei Hütten an den Ausgangspunkten erschlossen. Die Terrihütte ist an schönen Wochenenden rasch überbelegt (die beiden anderen Hütten vermutlich ebenso).

 

  • Einfache Wegstrecke (Hütte 7.0 Kilometer, Piz Vial 6.5 Kilometer, Piz Terri 4.8 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

Der Piz Vial aus Osten vom Gipfel des Piz Tgietschen.

Piz Vial

Die Greina-Ebene aus Nordosten vom Pass Diesrut.

Blick über die Greina-Ebene

 

   

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