 Hochschoberhütte und
Hochschober.
Hochschober aus Süden von den Prijakten. Links im grünen
Talboden die Hütte, am Horizont der Großglockner.


Hoher Prijakt und Niederer Prijakt aus Norden von der
Hochschoberhütte. Rechts vorgelagert die Nase.
Westliche Barreneckscharte mit Barrenlesee.
Am Horizont Glödis, Roter Knopf und Großer Hornkopf.

Fotos: Thehighrisepages.de |
Anfahrt aus Norden über den Felbertauerntunnel,
aus Süden über Lienz nach Ainet. Am Abzweig nördlich der Ortslage
nach Oberleibnig. Noch vor der Ortschaft an einer scharfen Kehre rechts ab. Über
Außerputz und Obere Fercheralm zum schmalen und schlechten Forstweg ins
Leibnitztal. P am Ende bei der Bachbrücke auf 1640m (s.a. Google Maps, Wetter bei weather.com). 1. Tag
Dem Eduard-Jordan-Weg folgend links vom Bach durch dichten Wald taleinwärts.
Über die Leibnitz-Alpe und den lichten baumlosen, sanft ansteigenden Zilinboden
geht es schließlich die hohe Talstufe hinauf zur Hochschoberhütte (1:35).
2. Tag
Von der Hütte dem bez. Pfad (Staniskascharte") folgend nach NNW: Nach der
Bachquerung geht es über bewachsene Schrofenhänge hinauf ins große Blockkar das bis zur
Scharte reicht. Im Kar links an der Schoberlacke vorbei und in der Folge eher
rechts haltend bis man an den Felsfuß des Hochschober gelangt. Am Rande
der untersten Felsen geht es nun steil über erdigen Schutt und Blockwerk zur Scharte
hinauf (1:30). Von dort nach rechts auf den Grat der vom Vorgipfel P 3185 herab
zieht: Auf deutlicher Steigspur über Felsen und Blockwerk höher; anfangs direkt über
den breiten Rücken, weiter oben wenn der Grat schärfer wird knapp rechts unterhalb im
erdigen Steilschutt. Schließlich rechts unter P 3185 hindurch um zur überfirnten
Einsattelung vor dem letzten Grataufschwung zu gelangen. Diesen über Klemmblöcke (I)
höher. Kurz unter dem Gipfel noch durch eine drahtseilgesicherte Rinne und nach wenigen
Schritten über den flachen Gipfelgrat ist das Kreuz erreicht (1:05).
Nun nicht der mark. Steigspur über den Südostgrat zur Lienzer Hütte folgen,
sondern weglos über den Nordostgrat zum Kleinschober: Zwischen den
beiden Graten über Steilschutt hinab und baldmöglichst nach links um über die
Firnschneide an den ersten Gratkopf zu gelangen. Diesen kann man in der rechten Flanke (I)
umgehen: zuerst im losen Schutt leicht hinab traversieren. Auf seiner großen Stützrippe
angelangt über mittelsteile Platten rechts weiter absteigen bis man günstig nach links
über die Ostseite (erneut loser Schutt) an den Grat zurück gelangt. Knapp unter der
Gratkante bleibend weiter bis zur großen Einsattelung auf etwa 3050m. Darauf über den
breiten, aber steilen Grat (I, Blockwerk) empor zur Gipfelkuppe (0:45).
Jenseits im Blockschutt die weite Nordostflanke hinunter bis der Grat wieder schärfer
wird. Über mehrere markante Gratstufen (I+) hinab - jeweils knapp rechts vorbei oder
besser direkt über die Schneide - geht es rasch tiefer bis zum Schobertörl
(0:35). Nun auf bez. Pfad nach rechts, Süden, durch ein weites Blockkar bis man zuletzt
am Östl. Leibnitztörl wieder kurz ansteigt. Oben über Blockwerk am Gartlsee
vorbei zum Westl. Leibnitztörl (0:55). Den folgenden Abstieg über plattige
Schrofen sichern ein Fixseil und Klammern. Unten wieder durch ein Blockmeer, zuletzt
flache Wiesen zur Hütte (0:35).
3. Tag
Niederer Prijakt: Von der Hütte über den ebenen Talabsatz nach Süden.
Am Verzweig (Wegtafel) nach rechts, wo nun der etwas ausgesetzte Nasensteig über
die Rippen und Rinnen des Nordwestsporns (Nase) der Prijakte herum führt.
Nachdem man dessen Westflanke passiert hat betritt man das Blockkar unterhalb der Mirschachscharte.
Über teils sehr große Blöcke geht es zunehmend steiler zum Übergang hinauf (1:15).
Hier den bez. Weg verlassen um links über den kompletten Südwestgrat zum Gipfel zu
gelangen: Über Geröll und Graspolster geht es auf eine niedrige Gratkuppe (mit einer
großen Steindaube, bereits von der Hütte sichtbar) und darauf an den Beginn der
Gratfelsen. Nach einer ersten steilen Felspassage (I) weicht die meist undeutliche
Steigspur auf die rechte, begrünte Schrofenflanke aus. Über sie immer nahe am steilen
Grat empor bis zum Gipfelkreuz (1:15).
Übergang Hoher Prijakt: Im Schutt und über Blöcke der rechten Flanke
(Steigspur) zur Schulter oberhalb der Prijaktscharte. Ziemlich steil nach links
in die schmale Felsscharte (2999m) hinab und jenseits ebenso steil wieder empor (I+,
komplett drahtseilgesichert). Darauf über den rasch verbreiternden und zurücklehnenden
Grat zum höchsten Punkt (0:25).
Der Abstieg ist wieder rot markiert: Über die weite blockige Südostflanke (Steindauben)
mäßig steil hinab bis in die Westliche Barreneckscharte (0:15). Links hinunter
um über grobe Blöcke zur steilen Nordflanke zu gelangen. Dort steigt man durch eine
Geröllrinne und eine hohe Blockschutthalde ab. Unten am Westufer des Barrenlesee
steht man nach 0:25. Vom See nach links zu dessen Abfluss, der über eine hohe Felsstufe
stürzt. Wenig weiter findet sich ein steiler Felsensteig der ins tiefer gelegene Kar Kleiner
Barren führt. In diesem Trümmermeer passiert man ein kleines Seelein und stößt
auf den Verbindungsweg Hochschoberhütte - Mirnitzscharte - Lienzer Hütte. Links
über grobe Blöcke im Talgrund weiter, dann geht es hinaus ins Grünland und zurück zur
nahen Hochschoberhütte (0:55).
Abstieg ins Tal zum P an der Brücke in 1:20.
- Der höchste Gipfel der recht einsamen Schobergruppe ist der Petzeck.
Der massige Hochschober ist als einziger der einsamen Gipfelversammlung jedoch mit einer
eisbedeckten Nordwand geschmückt. Dies und seine sehr markante Form, durch zwei Schultern
geprägt, mag erklären, warum er das begehrteste Gipfelziel im Umkreis ist.
- Die Prijakte, ein Zwillingsgipfel, bilden nach Norden eine lange und 400-500m hohe,
bedrohlich wirkende Felswand aus. Die Wand ist dabei von der markanten Scharte herab durch
ein großes Couloir gegliedert. Auf der Südseite findet man weniger steile, teilweise
begrünte Schrofenhänge.
- Bei der Tour über die Prijakte erfährt man ungemein spannende Momente beim Durchqueren
gleich mehrerer einsamer Hochkare, wie am Barrenlesee, der in einem sehr abgelegenen
Bergwinkel in einem engen Kar liegt.
- Die obersten 200hm am Hochschober waren nach leichtem nächtlichen Schneefall nur
erschwert begehbar.
- Der Forstweg ins Leibnitztal weist tiefe Ablaufrinnen auf, nicht für jeden PKW
geeignet. Tatsächlich hat die Tour daher auf 1430m unterhalb der Fercheralm begonnen, was
hin und zurück jeweils zusätzlich 1/2h ausmacht.

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