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Tour 443 - Schalfkogel, Firmisanschneide, Hinterer Spiegelkogel, Großer Ramolkogel, Nördlicher Ramolkogel

Tirol Ötztaler Alpen Hauptkamm Ramolkamm

Hochtour Route Obergurgl - Ramolhaus - Firmisanjoch - Schalfkogel über N-Grat (I) auf und ab - Firmisanjoch - Firmisanschneide über SO-Grat (I+) auf und NO-Grat (I) ab - Spiegeljoch - Hinterer Spiegelkogel über S-Grat (I) auf und NO-Grat (I) ab - Ramoljoch - Ramolhaus - Ramolferner - Großer Ramolkogel über Mittlerer Ramolkogel (I+) und Verbindungsgrat (II) auf und ab - Nördlicher Ramolkogel über W-Grat (I) auf und ab - Ramolferner - Ramolhaus - Obergurgl  Gesamtaufstiegshöhe (m) 2760 Tage 3 Verhältnisse hochsommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Ramolhaus DAV 3006 1900 1110 3:20 BW1 - - -
Schalfkogel 3540 2980 560 2:55 G2 359 4350 3
Firmisanschneide 3491 3287 210 2:15 G2 204 2050 3
Hinterer Spiegelkogel 3426 3251 180 1:25 G2 175 1150 4
Mittlerer Ramolkogel 3518 3006 540 1:55 G3 13 320 6
Großer Ramolkogel 3550 3505 50+20 i.Ab. 0:30 G3 364 5000 2
Nördlicher Ramolkogel 3428 3367 70+20 i.Ab. 1:05 G1 61 540 4
Gurgler Ferner

Schwärzenkamm (links), Hohe Wilde (Mitte links), Mitterkamm (Mitte, im Wolkenschatten), Falschunggspitze, Karlesspitze (rechts) und Gurgler Ferner aus Norden vom Ramolhaus aus.

2. Tag:
Am Aufstieg zum Schalfkogel.

Am Aufstieg zum Schalfkogel

 

Anstieg zum Schalfkogel

Kurz unter dem Firmisanjoch.

 

Schalfkogel

Am Firmisanjoch: Schalfkogel mit Vorgipfel.

Auf dem Nordgrat zum Schalfkogel.

Schalfkogel-Nordgrat

 

Schalfkogel und Firmisanschneide

Gipfelblick Hinterer Spiegelkogel nach Süden: Schalfkogel (links) und Firmisanschneide (rechts). Links vorne das Spiegeljoch.

3. Tag:

Am Ramolhaus

Rückblick kurz oberhalb der Hütte.

 

Ramolferner

Auf dem Ramolferner an der Route zum Ramolkogel: Blick zurück gegen Gurgler Ferner (links im Schatten), Schalfkogel (Mitte), Hinterer Spiegelkogel (Mitte rechts, ganz knapp überragt von der Firmisanschneide) und Kleiner Ramolkogel (rechts darunter).

Mittlerer und Großer Ramolkogel aus Nordosten. Bildmitte links zieht der Anstiegsgrat herab.

Ramolkogel

 

Großer Ramolkogel nach Süden gegen Nördlicher Ramolkogel (Mittelgrund links) und Mittlerer Ramolkogel (Mittelgrund rechts). Am Horizont stehen rechts Granatenkogl, Hochfirst und Liebenerspitze.

Ramolkogel nach Süden

 


Anfahrt übers Ötztal nach Sölden und weiter bis Obergurgl (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1.Tag
Hinter den letzten Häusern von Obergurgl (1900m) leicht hinab zum Bach. Nach der Brücke auf der lang hingezogenen rechten Flanke des weiten Tales durch schöne Hochmäder weiter. Der mark. Höhenweg steigt dabei wenig aber beständig an. Erst zuletzt, auf Höhe der vis-à-vis gelegenen Langtalereck-Hütte, geht es in steilen Kehren zum Ramolhaus hinauf (3:20).

2. Tag
Von der Hütte SSW-wärts über die schmale Hangterrasse zu einem Seelein und weiter bis vor den wenig ausgeprägten Schrofenrücken der vom Firmisanjoch herabzieht (noch immer auf Hüttenhöhe). Vorher an beliebiger Stelle im freien Hang über mittelsteilen Firn und Gletscher hinauf zur Scharte P 3310 (1:45, AV-Karte) nördlich vom eigentlichen Firmisanjoch. Nun nach links, Süden: über die Felsschneide (I) zum eigentlichen Joch P 3287 und weiter über Felsblöcke und Firn zu einem Vorgipfel mit ca. 3430m. Von diesem führt eine elegante, ziemlich steile Firnschneide zum großen Metallkreuz (mit Buch) auf dem Firngipfel des Schalfkogel (1:10).
Zurück zur Scharte P 3310 in 0:55. Jenseits führt der Grat nordwestwärts weiter. Den ersten kurzen Abschnitt kann man rechtsseitig im Steilfirn umgehen, dann geht es nur noch über die scharfe, zunehmend ansteilende Felsschneide (I+, leicht exponiert). Am Felsgipfel der Firmisanschneide (kleines rotes Holzkreuz) steht man nach 1:20.
Abstieg über den behäbigen Nordostgrat: Über grobes Blockwerk (I) und Firn hinab und einige Meter zur Felsgraterhebung P 3380 hinauf. Jenseits fällt der Blockgrat wieder deutlich ab um zum Spiegeljoch (1:05) hin eben, aber schärfer (I) und exponierter auszulaufen.
Hinterer Spiegelkogel: Seine Gipfelpyramide erreicht man vom Spiegeljoch über Blockwerk (I) auf dem kurzen steilen Südrücken (0:20). Der Abstieg zum Ramoljoch verläuft über den wesentlich längeren Nordostgrat, der rechts in fast senkrechten Wandfluchten abfällt, links einen großen Flankengletscher trägt. Auch hier geht es stets über den Kamm: Anfangs flach über den obersten Gletscherrand, dann über Felsbänke, Steilstufen und Simse (I). Das felsige Joch ist nach 0:40 erreicht. Dieses fällt nach rechts zum Ramolferner hin mit hohen senkrechten Felsstufen ab. Zum Gletscher gelangt man auf zwei Wegen: entweder über eine sehr hohe, teils senkrechte Leiter oder etwas weiter nördlich über eine Kombination von kürzeren Leitern und Fixseil-Passagen (leichter). Auf dem sanft abfallenden Ramolferner nach Südosten und mit Gegenanstieg über einen Felsvorbau zur Hütte (0:30).

3. Tag
Großer Ramolkogel: Von der Hütte über den Ramolferner, unter dem Ramoljoch vorbei zum felsigen Sattel P 3367 (1:15) weit rechts des Vorgipfels Mittlerer Ramolkogel. Über dessen Nordostgrat (grobes und festes Blockwerk, I+) immer auf der Schneide höher, mit der Höhe zunehmend steiler und etwas exponierter. Unter dem Gipfel nach links in die Gipfelflanke hinaus wo eine deutliche Pfadspur zur kleinen Gipfelpyramide am höchsten Punkt auf 3518m leitet (0:40).
Der Verbindungsgrat zum Hauptgipfel verläuft ab hier nach Nordwesten und wirft in der Mitte einen Gratturm P 3520 auf: Die Pfadspur weiter bis der Grat schärfer wird. Den Gratturm in der Mitte überklettert man am besten (II). Dahinter geht es teils rechts unter der Schneide weiter (Blockwerk, dazwischen kurze ausgesetzte Simse, II) bis zur großen Scharte (etwa 3505m) vor dem Hauptgipfel. Über Blockwerk und einen kurz ansteilenden Firngrat zum höchsten Punkt P 3550 mit kleiner Gipfelpyramide (0:30).
Nördlicher Ramolkogel: Nach Gegenanstiegen am Gipfelkamm schließlich hinunter und wieder zum Sattel P 3367 in 0:40. Von dort über den gleichmäßig mittelsteil ansteigenden Südwestgrat (Blockwerk, I) zum Gipfel (0:25).
Abermals zurück zum Sattel. Auf dem sanft abfallenden Ramolferner nach Südosten und mit 20m Gegenanstieg über einen Felsvorbau zur Hütte zurück (1:00). Hinaus nach Obergurgl in 2:00.

  • Der Ramolkogel bildet einen längeren, eben streichenden Gipfelkamm mit drei Erhebungen aus: Mittlerer Ramolkogel (P 3518), Gratturm P 3520 und Großer Ramolkogel (P 3550). Da die Scharten jedoch bestenfalls knapp 15m einschneiden, handelt es sich hier um einen Berg mit einem Gipfelkamm, nicht mit zwei oder drei Einzelgipfeln. Mittlerer Ramolkogel (P 3518) und P 3520 zählen somit nicht als Gipfel. Nördlicher Ramolkogel (P 3428) und Kleiner Ramolkogel (P 3351) - bei dieser Tour nicht erstiegen - sind dagegen eigenständige Gipfel.
  • Zweitname für Nördlicher Ramolkogel: Anichspitze.
  • Die hier überschrittenen Felsgrate sind recht fest, am Ramolkogel dabei am besten.
  • Das Ramolhaus thront auf einem hohen Felsabsatz über dem weiten Gurgler Tal und bietet herrlichste Aussicht auf Obergurgl und den gesamten Kammzug zwischen Timmelsjoch und Hintere Schwärze mit Hochwilde und dem vorgeschobenen Schalfkogel. Davor gähnt das beeindruckend tief eingesenkte Becken mit dem Gurgler Ferner. Der Fernblick reicht im Osten bis zum Olperer und Hochfeiler in den Zillertaler Alpen. Nur wenige Plätze in den Ostalpen bieten einen solchen Ausblick von der Hüttenterrasse. Damit lohnt schon alleine der Hüttenaufstieg.
  • Beim über dreistündigen Aufstieg zum Ramolhaus befindet man sich auf einem früh und lang besonnten, offenen Südosthang.
  • Tatsächlich nahm die Tour bei der Poschachalm auf 1840m Höhe nahe der Timmelsjochstraße ihren Anfang und benötigte 0:25 mehr für den Aufstieg. Wenn man nicht bei ortsansässigen Hoteliers auf Betteltour gehen möchte, gibt es keine Möglichkeit in Obergurgl über mehrere Tage hinweg zu parken.
  • Die Firmisanschneide findet man auch als Firmisanschneid geschrieben.

 

  • Wegstrecken (1. Tag 7.6 Kilometer, 2. Tag 9.0 Kilometer, 3. Tag 6.5 Kilometer bis Hütte) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

Das Gurgler Tal aus Nordosten. Links steht der Hangerer, Mitte bis rechts reihen sich die vergletscherten Kleinleitenspitze, Schalfkogel und Firmisanschneide. Unten findet man Obergurgl.

Gurgler Tal

Kleinleitenspitze, Schalfkogel und Firmisanschneide im Detail. Das winzige Ramolhaus findet man links unter der Firmisanschneide am Rande des Eisfeldes.

Kleinleitenspitze, Schalfkogel und Firmisanschneide

 

   

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