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Tour 385 - Monte Leone, Breithorn

Wallis Leonegruppe

Hochtour Route Simplonhospiz - Breithornpass - Monte Leone über S-Grat (I) auf und direkte SW-Flanke ab - Breithornpass - Breithorn - Breithornpass - Simplonhospiz Gesamtaufstiegshöhe (m) 1830 Tage 1 Verhältnisse frühjahrshaft gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Monte Leone 3553 1997 1650 4:40 G3 1144 11750 2
Breithorn 3438 3260 180 1:50 G1 83 1400 4
Unter dem Hübschhorn

Rückblick beim Anstieg über den Homattugletscher: Links steht das Hübschhorn, im Mittelgrund dehnen sich die Vorberge im Nordwesten des Simplonpasses mit dem Spitzhorli aus.

 

Breithorn vom Breithornpass

Das Breithorn aus Nordwesten vom Breithornpass.

 

Gipfelpanorama im NO

Am Gipfel des Monte Leone: Die Berner Alpen mit dem Aletschgletscher (ganz links) und dem steilen Finsteraarhorn (links), rechts die Urner Alpen mit dem weißen Gletscherkamm des Dammastock. Im Mittelgrund ragt das Wasenhorn auf.

 

Monte Leone und Alpjergletscher vom Breithorn aus

Am Breithorn angekommen: Monte Leone und Alpjergletscher.

 


Gesamtansicht aus Südwesten vom Weissmies

Übersicht aus Südwesten vom Weissmies auf die gesamte Umrahmung des Alpjergletscher mit dem behäbigen Breithorn (Mitte links) und der flachen Felspyramide des Monte Leone. Am Horizont der lange, vergletscherte Kammzug des Winterstein in den gut 50 Kilometer entfernten Urner Alpen.

 

Gesamtansicht aus Westen vom Spitzhorli

Frühwinterliche Gesamtansicht aus Westen vom Spitzhorli. Links das Wasenhorn, in der Mitte Monte Leone und Breithorn und rechts, über dem verdeckten Simplonpass, das Hübschhorn.

 

Hübschhorn

Zeigt sich auch von "hinten" schön, das Hübschhorn aus Nordosten beim Anstieg zum Wasenhorn, sonst eher vertraut aus Westen vom Simplonpass. Der beschriebene Anstieg über Homattugletscher und Breithornpass zieht zunächst durch die Firnfelder unter der Nordostwand.

Anfahrt aus Norden über Brig im Rhônetal, aus Süden über Domodòssola, zum Simplonpass. Großer P am Simplonhospiz auf 1997m (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

Links vom Hospiz (Wegtafel, Richtung "Monte Leone Hütte SAC") über bez. Weg nach Osten, zwischen den Hütten von Rotels hindurch. Der Weg verzweigt und vereinigt sich mehrfach und führt bald an einem Waal (offener Wasserkanal) entlang. Sobald man freien Blick auf die tief unten liegende große Kurve der Passstraße hat, rechts ab vom Weg und über Grasbänder an den Fuß des Hübschhorn-NNW-Grates hinauf. Dort führt ein deutlicher Bergsteig direkt am Felsfuß vorbei um in die erste Moränenmulde hinter dem Hübschhorn hinein zu queren. Mittelsteil über Firn und Moränenschutt nach rechts höher. Rechter Hand steigt die hohe, brüchige Nordostwand des Hübschhorn an, von der man sich tunlichst fern hält. In der Mulde zunehmend links haltend geht es zu einem flacheren Kessel vor dem Auslauf des Monte-Leone-WNW-Grates hinüber. In einem Rechtsbogen über eine Steilstufe aus dem Kessel heraus und zu den von flachen Felsrippen durchsetzten Firnhängen vor dem Homattugletscher (s. oberstes Bild). Nun nach links, ostwärts, an den niedrigen Felszacken des WNW-Grates entlang. Lange steigt der Gletscher in sanften Wellen an, ehe es zu oberst unter dem weitläufigen Breithornpass auf ca. 3350m (2:55, s. zweites Bild) steiler wird. Der Gletscherpass bildet ein interessantes kleines Kuppenlabyrinth aus und erstmals ist der ausladende Gipfel des Monte Leone zu sehen.
Zwischen den Kuppen hindurch und weiterhin im wesentlichen ONO-wärts sanft in das weite Hochbecken des Alpjergletscher hinab. Während der Querung bis zur anderen Seite verliert man in der Mitte ca. 100hm. Gegenüber zeigt sich eine Felsscharte im Südgrat, die links neben der größten und etwas tieferen Scharte liegt. Vom Fuß sind es 5 Minuten über Steilfirn (wohl meist gespurt) und man steht auf dem scharfen Südgrat (0:55). Anfangs geht es über grobe Klemmblöcke (I) hinweg, bald aber auf scharfer Firnschneide. Zunehmend steil, von ein- bis zwei kleinen felsigeren Scharten unterbrochen, geht es recht ausgesetzt zum schmalen Felsgipfel des Monte Leone (220hm, 0:50).
Abstieg kurzes Stück über den felsigen Westgrat, bis man an geeigneter Stelle in den Steilfirn der Südwestflanke wechseln kann. Zu oberst muss man nach links unter den Gipfelfelsen durchqueren, dann mehr und mehr in Fallrichtung auf Firn zwischen zwei größeren Felsrippenbereichen hindurch und dann direkt nach unten. Auf halber Höhe ist ggf. eine schmale Randkluft zu überwinden.
Vom Flankenfuß am Rand des Alpjergletscher zurück zur Aufstiegsspur und wieder Richtung Breithornpass. Auf dem sanft ansteigenden Gletschergelände jedoch nicht ganz bis zum Breithornpass, sondern mehr nach links zum Beginn des Breithorn-Nordrückens. Dieser strebt in eleganter S-Form zunehmend mittelsteil dem Gipfel zu. Nach 1:50 steht man auf der deutlich geneigten Firnkappe des Breithorn. Nach rechts, Westen, fällt der Gipfel in senkrechten Felsfluchten zum Homattugletscher ab.
Auf dem Gletscherkamm zurück zum Breithornsattel. Der Kamm bildet einen niedrigen Wächtenrand aus; je nach Spurenlage an geeigneter Stelle über den Rand hinab zum Sattel oder mit kleinem Umweg rechts um den sanfteren Auslauf herum. Vom Sattel wieder über den Homattugletscher, nun aber geradewegs in Richtung des Hübschhorngipfels. Wenn man die Steinschlaggefahr der Wand abschätzen kann, empfiehlt es sich mehr auf der Wandseite zu bleiben und über die firnbedeckten Schutthalden hinab zu queren. Den Umweg über den tieferen Kessel (s. Aufstieg) kann man sich so sparen. Nach 1:55 ist das Simplonhospiz erreicht.

  • Der Monte Leone ist der deutlich höchste Gipfel der Leonegruppe. Jenseits des Simplonpasses steigt jedoch mit dem Fletschhorn (fast 4000m) der erste wirkliche Westalpengigant auf, und nördlich des Rhônetals finden sich in den Berner Alpen weitere Viertausender. Außerdem hat der Berg auf dem Normalzustieg keinen Hüttenstützpunkt. Somit steht dieser wirklich schöne Karling mit langen Graten und großen Steilflanken bzw. -wänden ganz unverdient im Schatten, was aber ungestörte und intensive Tourenerlebnisse ermöglicht.
  • Das Gelände ist im Frühsommer sowohl für Schitourengeher als auch Schneeschuhgeher ideal. Im Bereich von Breithorn, Breithornsattel und Homattugletscher sind 900 bis 1000 Abstiegsmeter in einer Stunde - auch zu Fuß - realistisch. Schwieriger als im Sommer zeigt sich selbstverständlich der Südgrat, der teilweise, besonders im oberen steilen Abschnitt, eine äußerst scharfe Firnschneide ausbildet. Steigt man über die Südwestflanke ab, sind Steigeisen und Eispickel unabdingbar. Etwas später im Jahr ist hier unbedingt mit Vereisung zu rechnen.
  • Tour alleine gegangen. Steigt man vom Monte Leone nicht über die steile Südwestflanke ab, sondern auf dem Anstiegswege, ist die Tour mit G2 zu bewerten.
  • Die Monte-Leone-Hütte SAC liegt nördlich des Berges auf dem Chaltwasserpass am Fuße des Wasenhorn und damit nicht an einem der Normalwege zum Gipfel.
  • Wegen der Sprachgrenze zwischen dem Deutschen und Italienischen ist die geografische Gliederung der Gebirgsgruppen im Bereich der Südschweiz unbefriedigend. So werden die Berge zwischen Simplonpass und Nufenenpass aus schweizerischer Sicht den Walliser Alpen zugerechnet, weil sie im Kanton Wallis liegen (woraus konsequent folgt, dass etwa das Matterhorn halb in den schweizerischen Walliser Alpen liegt, halb in den italienischen Alpi Pennine; ein augenscheinlicher Unfug, denn Berge liegen niemals zur Hälfte in irgendeiner Gruppe). Auf italienischer Seite lässt man die Namensgebung oftmals ganz sein. Am unverfänglichsten ist es, die Leonegruppe, die immerhin durch den bedeutenden Simplonpass abgetrennt ist, aus den Walliser Alpen auszugliedern und als eigenständig anzusehen. Der Name ist auch aufs italienische Gebiet problemlos übertragbar.

 

  • Wegstrecke (Breithornpass 4.9 Kilometer, Monte Leone und Breithorn bis Breithornpass zurück 6.7 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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