  Ansicht
vom Lucknerhaus aus.

An der
Lucknerhütte.


An der
Stüdlhütte.

Kompletter
Gipfelaufbau vom Ködnitzkees aus. Ganz links die Hofmannsspitze
mit der Glocknerwand, ganz rechts die Anhöhe der Adlersruhe.
Links unter dem Gipfel zieht der Stüdlgrat hinab.
Die
Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe, dahinter die Gipfelflur der
Schobergruppe.


Blick zum
Kleinglockner und das rechts herab ziehende Firnfeld des Glocknerleitl.

Gegenüber
vom Kleinglockner:
Obere Glocknerscharte und Gipfel.

Gipfelbereich,
gesehen aus Nordosten vom Breitkopf. In der
Mitte zwischen Kleinglockner (links) und Großglockner (rechts) zieht die
Pallavicinirinne herab. Vorne das Glocknerkees.

Großglockner
und Glocknerwand aus Norden vom
Fuscher-Kar-Kopf.
|
Anfahrt aus Norden über
den Felbertauerntunnel
und Matrei oder aus Süden von Lienz nach Huben. Am
Ortsrand nach Kals
abbiegen. Dort über die Kalser Glocknerstraße (mautpflichtig) zum
großen P am Straßenende beim Alpengasthof Lucknerhaus auf 1918m
(s.a.
Google Maps, Wetter bei
weather.com). 1. Tag
Vom P am Lucknerhaus auf dem Fahrweg links des Baches durch ein lichtes
Lärchenwäldchen taleinwärts bis zu einer Brücke. Danach rechts des
Ködnitzbaches durch offenes Gelände zur Lucknerhütte (0:45).
2. Tag
Von der Hütte (s. drittes Bild) auf
bez. Pfad rechts des nun tief eingekerbten Baches hinauf zu einer Steilstufe
(Blaues Wandle). Darüber am Wegabzweig zur Salmhütte bzw.
Glorer Hütte geradeaus weiter, nordwestwärts Richtung Stüdlhütte;
der bez. Pfad führt dabei links am Felshang höher, die sanfte Firnmulde
rechts darunter bietet aber eine verlockende Alternative um die Stüdlhütte
auf dem weiten Sattel an der Fanatscharte auf 2801m zu erreichen
(1:20, s. viertes Bild).
Vom Sattel nun nach rechts über die Hänge unter dem Salzkopf zum
wenig steilen Auslauf des Ködnitzkees queren, hierhin könnte man
auch direkt aus der Mulde aufsteigen. Über den breiten, sanft ansteigenden
und spaltenarmen Gletscher (s. fünftes
Bild) nach NNO, genau in Richtung der gut sichtbaren
Erzherzog-Johann-Hütte
auf der Adlersruhe. Von dieser Anhöhe zweigt ein langer Grat (Blaue
Köpfe) nach Süden ab, der das Gletscherkar von rechts einfasst. Man
geht dort bis zum innersten Winkel hinter dem letzten Felssporn, dem
Kampl. Auf dessen Rückseite über mittelsteilen Firn nach rechts hinauf
bis zur Anhöhe. Danach über den Felsgrat, meist knapp links unter der
Schneide, zur Erzherzog-Johann-Hütte auf 3454m (2:20, s. sechstes
Bild). Von der Hütte auf breitem Firnrücken, dem Glocknerleitl
(s. siebtes Bild), nordwestwärts zu
einem etwa 35 Grad steilen Firnhang, der Basis des Kleinglockner. Dieser
Hang mündet oben bei etwa 3700m in eine kleine Firnschulter. Daneben setzt
der Gipfelgrat an, der stets auf der Schneide begangen wird: Über steile
plattige Felsen (Eisenstangen) zur flachen, nordwärts verwächteten
Gipfelschneide des Kleinglockner hinauf. Knapp links
unterhalb entlang zum höchsten Punkt P 3770 (1:30). Dahinter beinahe
senkrecht (Fixseil) in die Obere Glocknerscharte (etwa 3755m,
rechts die Pallavicini-Rinne, links die Südrinne) hinab. Nun auf
fußbreitem Schneegrat über die etwa 8m weite Scharte zum Gipfelaufbau des
Großglockner (s. achtes Bild).
Dort über steile plattige Felsen (I+, Haken), ausreichend von Rissen
durchzogen, und Blöcke zum Kreuz auf dem abschüssigen Gipfelpult (0:15).
Abstieg auf dem Anstiegswege; zur Adlersruhe in 1:20, zur Stüdlhütte in
1:05, zur Lucknerhütte in 0:50.
- Höchster Gipfel der Hohen Tauern, höchster Gipfel von Österreich,
höchster Gipfel östlich von Ortler und Königsspitze, die
gut 175km entfernt stehen. Dazu eine markante, von allen Seiten formschöne
Felsgestalt, die an der Basis von großen Gletschern wie dem
Pasterzenkees umflossen ist. Grünstein und Chloritschiefer sind am
Großglockner der vorherrschende Fels. Gemessen an den zwei wichtigsten
Kennzahlen für einen Gipfel, der Prominenz und der Dominanz (vergl.
Zahlen und Fakten), ist der Großglockner nach dem Mont Blanc
der eigenständigste Berg im gesamten Alpenbogen. Eine besondere Empfehlung
ist bei einem solchen Bergziel überflüssig.
Das landschaftlich außerordentlich schöne Tourengebiet ist Teil des
Nationalpark Hohe Tauern. Bereits ab Lucknerhaus Ansichtskartenblick
auf den gesamten Berg. Vielleicht werden manche im südseitig angrenzenden
Bergland den hochalpinen Charakter vermissen.
- Die Felsschwierigkeit von nur I+ (manchmal aber auch mit II angegeben)
klassifiziert diese Tour äußerst unzulänglich, lässt man den Grad der
Exponiertheit unberücksichtigt. Dieser ist oberhalb von 3700m durchgängig
hoch, stellenweise enorm. Erleichternd sind die zahlreichen Eisenstangen
am Kleinglockner, was zunichte gemacht wird durch die heiklen
Behinderungen der üblicherweise zahlreichen Seilschaften. Oberhalb von
3700m ist ein Ausweichen vom scharfen, teils verwächteten Grat in die
Steilflanken nur schwer möglich.
- Am Großglockner ist unvermutet der (äußerst spannende) Weg das Ziel.
Oberhalb von 3700m gibt es nirgends ausreichend Platz zur Rast.
- Ältere Vermessungen weisen für den Kleinglockner 3783m und für die
Glocknerscharte entsprechend 3766m aus. Bei einer vertikalen
Schartendifferenz von lediglich 15 oder 17 Metern kann der Kleinglockner
nicht mehr als Nebengipfel gelten.
- Tour alleine begangen. Wenn man wie hier
praktiziert aufs Seil verzichtet, sind im Winter Steigeisen und Pickel
plus Eisaxt wohl unumgänglich. Beim Rückweg übers Ködnitzkees sind
Schneeschuhe ein Sicherheitsgewinn.
- Die moderne Stüdlhütte öffnet später im Jahr als die tiefer gelegene
Lucknerhütte. Winterraum im benachbarten Altbau, Wasser gibt es unweit der
Hütte unter dem Salzkopf.
- Der Anstieg über Adlersruhe und Kleinglockner gilt als Normalweg. Es
gibt zwei hochrangige Alternativen: Von der Stüdlhütte über den SW-Grat (Stüdlgrat,
III) direkt zum Gipfel und von Nordosten durchs Steileis der
Pallavicini-Rinne in die Glocknerscharte.
- Maut für die Kalser Glocknerstraße: EUR 5,00 bis 7,50.
- Der Ausgangspunkt am Straßenende beim Alpengasthof Lucknerhaus und die
Felbertauernstraße ähneln in ihrer touristischen Ausgestaltung an
Nationalparks in den USA: zahlreiche Schautafeln zur Alpenflora und
-fauna, zur ereignisreichen Ersteigungsgeschichte des Berges, der
Konkurrenz der Ausgangsorte Heiligenblut und Kals, geologische Fundstücke,
ein Rundwanderweg "Berge denken".
- Erstersteigung 1799 durch die Gebrüder Klotz.
S. a. Panoramaansicht aus
Osten.
- Wegstrecken (Anstieg Lucknerhütte 2.4 Kilometer, Anstieg
Großglockner 6.2 Kilometer, Anstieg Teufelskamp 6.2 Kilometer) zum Download als
GPX-Datei.
Fotos: Thehighrisepages.de |