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Tour 344 - Mont Blanc, Mont Maudit

Hochsavoyen Mont-Blanc-Gruppe
Haute-Savoie Massif du Mont Blanc

Hochtour Route Nordeingang Mont-Blanc-Straßentunnel - Refuge des Grands Mulets - Grand Plateau - Bossesgrat - Mont Blanc - Col de la Brenva - Mont Maudit - Grand Plateau - Refuge des Grands Mulets Gesamtaufstiegshöhe (m) 3730 Tage 3 Verhältnisse sommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Refuge des Grands Mulets 3051 1255 1800 7:25 G3 - - -
Mont Blanc 4810 3051 1760 8:00 G4 4697 2815781 0
Mont Maudit 4465 4303 170 2:15 G3 156 1830 3
Glacier des Bossons

1. Tag: Vor der Querung des Glacier des Bossons bei La Jonction. Links oben der Gipfel des Mont Blanc, rechts der Dôme du Goûter. In der Mitte ragen die Felsrippen der Grands Mulets aus den Gletscherströmen.

Glacier des Bossons

Passage zwischen wüst aufgeworfenen Eisskulpturen in La Jonction mit Blick auf die Grands-Mulets-Felsen (links). Hinten der Dôme du Goûter.

 

Refuge des Grands Mulets

Am Refuge des Grands Mulets, dahinter der Mont Maudit.

Der Mont Maudit im Abendlicht vom Refuge des Grands Mulets aus.

Mont Maudit

2. Tag:

Bossesgrat

Auf dem Weg zum Gipfel des Mont Blanc: Der Bossesgrat zwischen Vallothütte und dem Grathöcker der Grande Bosse.

 

Mont Blanc, Gipfel

Acht Stunden nach Aufbruch: Einlauf am Gipfel des Mont Blanc.

 

Am Gipfel des Mont Blanc

Gipfelpanorama im Südwesten mit den ausgedehnt vergletscherten Testa del Rutor (Mitte rechts) und Aiguille de la Grande Sassière (rechts). Am Horizont links dehnt sich die Paradisogruppe aus. In Bildmitte erhebt sich die Anhöhe des Mont Blanc de Courmayeur (4748m), höchster Punkt Italiens, im kurzen Verbindungsgrat ragt noch der Höcker La Tourette (4741m) auf.

 

Aiguille du Midi und Aiguille Verte

Blick vom Gipfel nach Nordosten gegen Aiguille Verte (4121m), Les Droites (4000m) und Les Courtes (3856m, sämtlich Hintergrund rechts).
Unter der Bildmitte versammeln sich die Felsnadel Aiguille du Midi (3842m, links) und die Pyramide der Aiguille du Plan (3673m, Mitte). Davor reihen sich im Verbindungsgrat die vergletscherten Mont Blanc du Tacul (4248m) und der nähere Mont Maudit (4465m).

 

Gipfel von NO

Die Gipfelkalotte des Mont Blanc vom Mont Maudit aus. Rechts der Bossesgrat mit Petite Bosse und Grande Bosse, vorne die Felswand Mur de la Côte und darunter der Col de la Brenva.

 

Nordostflanke des Mont Maudit

Tiefblick in die Nordostflanke des Mont Maudit.

 


Mont Blanc

Mont Blanc, links flankiert von Aiguille de Bionnassay und Dôme de Goûter, rechts von Mont Maudit und Mont Blanc du Tacul. Ansicht aus Südosten vom Grand Assaly.

 

Anfahrt aus Norden und Osten über Martigny und den Col de la Forclaz nach Chamonix. Großer P am nördlichen, französischen Eingang des Mont-Blanc-Straßentunnels auf 1255m (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Vom P unmittelbar links am Faverand-Bach hinauf. Über guten Bergpfad steil und in zahllosen Kehren durch Wald und unansehnliches Buschwerk. Dabei quert man das Gelände einer stillgelegten Seilbahn, u.a. die aufgelassene Seilbahnstation La Para auf 1685m. Bei ca. 2400m auf deutlichem Pfad nach rechts (links geht es zur Mittelstation Plan de l'Aiguille der Seilbahn Chamonix - Aiguille du Midi). Auf dem nun hangquerenden Abschnitt in den Couloirs unterhalb der Aiguille de Midi auf Steinschlag achten. Durch grobes Geröll führt der Pfad schließlich auf den wilden Glacier des Bossons hinab (3:30, s. Bild l.o.).
Der Gletscher wird auf einem ebenen Teilstück bei ca. 2600m gequert. Die verschlungene Route zwischen den gewaltigen Klüften des Spaltensystems von La Jonction (s. Bild r.o.) ist an wenigen Stellen mit Steindauben markiert. Wenn notwendig sind auch Leitern ausgelegt. Unterhalb einer ausgeprägten Firn- und Blankeisflanke wird das Gelände ruhiger. Die steile Flanke wird weit rechts ausholend überwunden (über dem linken Teil unüberwindliche Spalten); darüber angelangt quert man über einige Spalten eben nach links. Darauf folgt eine weitere Steilstufe mit Spalten. Über das anschließende weite Becken gelangt man zur ausgesetzt gelegenen Hütte Refuge des Grands Mulets (3051m, s. zweites Bild v.o.), die von einem kleinen Felsjoch aus über einen kurzen und gesicherten Felsanstieg erreicht wird (3:55).

2. Tag
Von der Hütte hinab zum Joch und jenseits, rechts neben den scharfen Felsen der Grands Mulets, wieder hinauf. Eine deutliche Trasse führt nun über einen ausgeprägten Firnrücken zum mittelsteilen Gletscherhang der Petites Montées (einige größere Spalten). Unterwegs von eventuellen Spuren nicht zu den Felsen leiten lassen, am oberen Ende wartet eine hohe senkrechte Abseilstelle. Auf dem folgenden Petit Plateau drohen von den Flanken des Dôme du Goûter Eislawinen, daher soweit links halten wie möglich. Danach gelangt man zur zweiten großen Gletscherstufe Grandes Montées, die unproblematisch überwunden wird. Dahinter liegt ab ca. 4000m das spaltenarme Grand Plateau, das unmittelbar von den steilen Eisflanken des Corridor, der Mur de la Côte, des Mont Blanc und des Dôme du Goûter umschlossen wird. In weitem Rechtsbogen ansteigend erreicht man durch eine weite, schier unendlich hinaufziehende Mulde den Firnsattel Col du Dôme (4237m), den einzigen normal zugänglichen Auslass.
Links geht es nun die breite Trasse entlang, die vom Refuge de l'Aiguille du Goûter zum nahen Refuge Vallot führt. Über den folgenden, aus Nordwesten gegen Südosten hinaufziehenden, langen Firngrat, den Bossesgrat (s. viertes Bild), führt eine üblicherweise breit ausgetretene Trasse mit guten Ausweichstellen bei Gegenverkehr über zwei überfirnte Grathöcker hinweg (Grande Bosse, 4513m, und Petite Bosse, 4547m) um darauf entlang eines scharfen Firngrates zu den rechts sichtbaren, letzten Felsen (Rochers de la Tournette, 4677m) anzusteigen. Der Grat schwenkt nach links, Osten, und leitet über eine letzte Rückfallkuppe (P 4740) auf die gänzlich kahle Gipfelkalotte des Mont Blanc (8:00).
Abstieg links dahinter über den windgepressten Hartfirn der Nordostflanke. Unterwegs an zwei Felshöckern rechts vorbei gelangt man zum Col de la Brenva auf 4303m. Nun unbedingt (besonders bei Nebel) in großem Abstand vom rechten, ostwärtigen Rand bleiben: hier liegen die größten Wächten der gesamten Alpen.
Weiter über die sanfte Flanke eines unbedeutenden Zwischenaufschwungs bis zur breiten Südwestflanke des Mont Maudit. Mittelsteil in direkter Linie empor. Auf der Schneide und dem Übergang zum Col du Midi angelangt (vergl. drittes Bild v.u.) nach rechts um über einige leichte Klemmblöcke den spitzen Felsgipfel zu gewinnen (2:15).
Zurück bis zum Zwischenaufschwung. Von hier direkt zum Le Corridor nördlich von P 3928 hinab; nicht über die Gletscherrampe am Fuße der Felsrippe Mur de la Côte (vergl. viertes Bild v.u.). Einigen wenigen großen Spalten ausweichend direkt aufs Grand Plateau zuhalten. Somit hat man den "echten" Korridor mit seiner Steilzone von breiten Spalten, die bei Begehung (August 2000) unpassierbar erscheinen, umgangen.
Übriger Abstieg zur Hütte wie Aufstieg (3:15).

3. Tag
Abstieg von der Hütte zum P wie Aufstieg (4:50 incl. zwei Blankeis-Abseillängen bei La Jonction).

 

  • Der in den Alpen unvergleichlich herausgehobene Standort am Gipfel des Mont Blanc kommt dem in einem Flugzeug nahe, er reduziert alles um sich zu Miniaturen. Nach neuester GPS-Vermessung vom September 2001 (Toleranz ± 10cm) ist die Gipfelkuppe 4810.4m hoch (alte Angabe von 1986: 4808m).
  • Die beiden Firnhöcker auf dem Bossesgrat, Grande Bosse und Petite Bosse, sind nach UIAA-Definition Nebengipfel und damit Viertausender, wenn auch mit Einschränkung. Mit einer Schartendifferenz von bestenfalls jeweils 5m ist dies jedoch sehr fraglich.
  • Einen weiteren Hauptgipfel und echten Viertausender kann man am Col du Dôme mit der sanften Firnkuppe des Dôme du Goûter (4304m, Prominenz 50m, Dominanz 1500m, Eigenständigkeit 4,51) mitnehmen.
  • Der Mont Maudit zeigt sich gegen Süden mit gewaltiger Felswand zum Brenva-Gletscher abbrechend, von Norden bis knapp an den Gipfel vergletschert, dabei bis 50 Grad steil (s. drittes Bild v.u.).
  • Die Route über den Glacier des Bossons führt durch spektakulärstes, aber auch schwieriges Hochgebirgsgelände. Unterhalb der Hütte ist der Gletscher extrem spaltenreich; im Spätsommer nicht selten ohne jegliche Schneebrücken. Dann werden von den Bergführern aus Chamonix Leitern ausgelegt, heißt es.
  • Tag und Nacht waren im Umfeld der Hütte Eislawinen zu hören und zu beobachten. Auch die im Aufstieg zur Hütte durch La Jonction begangene Route war zwei Tage später beim Abstieg verschüttet.
  • Das Refuge des Grands Mulets bietet 70 reguläre Schlafplätze. Es steht auf dem untersten Felssporn eines längeren isolierten Felszuges der längs dem Bossons-Gletscher entragt. Wasserzufuhr besteht keine; Wasser ist auf der Hütte ausschließlich in Getränkeflaschen erhältlich. Der Zustieg zur Hütte kann mittels der Seilbahn Chamonix - Aiguille du Midi ab Zwischenstation Hôtel Plan de l'Aiguille (2310m) auf ca. 700 Höhenmeter verkürzt werden. Die anspruchsvolle Querung des Glacier des Bossons ist unumgänglich. Übliche Weckzeit für die Tour 1 h. Bei ca. 8:00 Aufstieg erreicht man den Gipfel gegen 10 h.
  • Auf dem Bossesgrat herrschen regelmäßig starke Höhenwinde.
  • Routen durch Gletscher variieren im Detail von Jahr zu Jahr. Ausgeprägte Séraczonen bleiben selbstverständlich erhalten, da reliefbedingt.
  • Zur Ferienzeit in Frankreich ist auch die Gegend um den Mont Blanc unsäglich überfüllt. Eine kurzfristige wetterberücksichtigende Buchung auch einfachster Unterkünfte ist illusorisch. Ähnliches gilt für die Seilbahn Chamonix - Aiguille du Midi und die Zahnradbahn St-Gervais-les-Bains - Nid d'Aigle. Wartezeiten hier nicht selten mehrere Stunden. Ausweichunterkünfte sind am ehesten in der nahen Schweiz um Martigny zu finden.
  • Andere Schreibweise: Montblanc.
  • Die Erstersteigung des Mont Blanc erfolgte bereits 1786 durch Jacques Balmat und Michel Paccard. Der Mont Maudit wurde 1878 durch H. S. Hoare, W. E. Davidson, J. Jaun und J. v. Bergen über den Col de la Brenva und die Südflanke ersterstiegen.

 

  • Wegstrecke (Hütte 6.6 Kilometer, Hütte - Gipfelüberschreitung - Hütte 11.6 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.
Nid d'Aigle

An der Bergstation der Zahnradbahn von St-Gervais-les-Bains nach Nid d'Aigle.

 

Fotos: Thehighrisepages.de

  • Ein erheblich kürzerer Zustieg zum Mont Blanc ist über das auf 3817m Höhe gelegene Refuge de l'Aiguille du Goûter möglich. Zustieg von St-Gervais-les-Bains per Zahnradbahn zur Endstation Nid d'Aigle (dt. Adlernest, s. unterstes Bild) auf 2372m. Weiter auf einfachem Weg zum Refuge de la Tête Rousse auf 3167m. Von hier über den Ostrücken des Dôme du Goûter mit Querung des äußerst steinschlaggefährdeten Grand Couloir, das von der Aiguille du Goûter herab zieht. Beim anschließenden Anstieg helfen Drahtseil und Eisenstifte, darüber folgt man den roten Markierungen an das Refuge de l'Aiguille du Goûter auf 3817m. Von der Hütte aus steigt man den breiten Hang des Dôme du Goûter hinauf. Es folgt ein kurzer Abstieg Richtung Col du Dôme, 4237m. Weiter wie oben beschrieben.
    Auf diesem Normalweg ist 1997 bei einem vorangegangenen Ersteigungsversuch (Tour 194) der eigene Tourpartner im Grand Couloir von Steinschlag getroffen worden; Knochenbrüche, Rettungsflug und Krankenhausaufenthalt in Chamonix die Folge. Als Zustiegsalternative bietet sich hier nur die Route über den Felsgrat Arête Payot (II) an. Das Refuge de l'Aiguille du Goûter ist bekanntermaßen stets überfüllt. Vielen Bergsteigern verbleibt daher nur, im Freien in selbst mitgeführten Zelten zu nächtigen.

 

   

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