Tour 233 - Zuckerhütl, Wilder Pfaff, Wilder Freiger
Tirol, Südtirol Stubaier Alpen Hochstubai
Hochtour Route Erzaufbereitung - Teplitzer Hütte - Becherhaus (I)
- Wilder Freiger über S-Grat (I) auf und SW-Flanke ab - Müllerhütte -
Wilder Pfaff über O-Grat (I+) auf und Pfaffensattel ab - Zuckerhütl
über O-Grat auf und ab - Wilder Pfaff über Pfaffensattel auf und O-Grat (I+)
ab - Müllerhütte - Becherhaus (I) - Teplitzer Hütte - Erzaufbereitung Gesamtaufstiegshöhe (m) 2590 + 200 im Abstieg Aufstiegstage 2 Verhältnisse sommerlich
gut
| Name |
Max
(m) |
Min
(m) |
Aufstiegs-
höhe (m) |
Aufstiegs-
zeit (h) |
Schwierig-
keit [1] |
Prominenz
(m) [2] |
Dominanz
(m) [3] |
Eigenstän-
digkeit [4] |
| Becher mit Becherhaus (CAI) |
3190 |
1419 |
1800 |
5:50 |
G2 |
33 |
800 |
5 |
| Signalgipfel |
3392 |
3157 |
240 |
0:50 |
G1 |
0 |
0 |
7 |
| Wilder Freiger |
3418 |
3392 |
30 |
0:10 |
G1 |
282 |
2000 |
3 |
| Wilder Pfaff |
3458 |
3120 |
340 |
2:25 |
G2 |
126 |
800 |
4 |
| Zuckerhütl |
3505 |
3332 |
180 |
1:10 |
G2 |
1031 |
19500 |
1 |
|
 Der Kessel unter dem Becherhaus (links oben).
|
 Abendstimmung über Wilder Freiger (Mitte rechts) und Signalgipfel
(rechts).
|
| Blick vom
Gipfel des Wilden Freiger nach Süden übers Becherhaus hinweg zum Botzer. Links
erhebt sich der Signalgipfel.


Nachbarn im Osten: Östlicher
und Westlicher Feuerstein (links), Agglsspitze (Mitte).

Blick nach Nordwesten zur Ruderhofspitze.
|
Anfahrt zum Straßenende an der Erzaufbereitung
in Maiern (1419m). Großer P, tagsüber allerdings belegt von Besuchern des
großen Bergwerkmuseums (s.a. Google
Maps, Wetter bei weather.com). 1. Tag
Nordwestwärts, über breit ausgetretenen Bergweg sanft ansteigend durch Zirbenwald. Den
kaskadenartig herabstürmenden Bachlauf auf der Südseite entlang, über eine Brücke zu
den versteckt gelegenen Hochweiden des sonnigen, weit ausholenden Agglsboden.
Dahinter seitwärts in zwei steilen Anstiegen zu einem klammartigen Tal hinauf. Nochmals
steil hinauf zur kleinen Grohmannhütte CAI (2254m, nur Tagesbetrieb). Weiter zur
nahen Teplitzer Hütte (2586m, 3:25). Danach Wegverzweigungen, auf Beschilderung
achten und zu den glatt geschliffenen Felsbänken In Lochern (bei Nebel
schwierige Orientierung auf dieser Schrofenterrasse). Hier nicht den alten Spuren nach in
den Moränenschutt hinunter, da die ursprüngliche Steiganlage verschüttet und aufgegeben
ist. Statt dessen auf den blanken Felsen den Steindauben nach und durch einige
seilgesicherte schmale Bachrinnen hindurch. Vor dem Wegbeginn am steilen Becherfelsen auf
2800m erfolgt die erste, allerdings harmlose Gletscherquerung (s. Bild l.o.). Darauf über
den fixseilgesicherten Südsporn (I) hoch zur Hütte (2:25), die bereits auf dem ersten
Gipfel der Tour, einem steilen Grataufschwung des Wilder-Freiger-Südgrates liegt, dem Becher
(3190m).
2. Tag
Ab Becherhaus Abstieg zum nahen Übeltalferner (3157m). An dessen Rand nach
Norden entlang. Den blockigen Südgrat (I, einige Seile) zum Vorposten Signalgipfel
(3392m) hinauf und an der Nahtstelle zwischen Fels und nordseitigem Eis flach weiter zum
nahen Hauptgipfel des Wilder Freiger (Kreuz,
1:00, s. zweites Bild).
Abstieg schräg über die gut mittelsteile Südwestflanke (Firn) zum Übeltalferner
(schmale Randkluft) und über diesen nahe der Felsen nach rechts zur Müllerhütte CAI
(3143m) vor der Pfaffennieder. |
 Die fixseilgesicherten Platten unterhalb des Wilden Pfaff.
|
Von der Pfaffennieder am Fuß der Felsen nach Westen. Kurz
durch eine harmlose Gletschermulde, dann nach rechts in die Felsen. Nun den anfangs
blockigen, oben plattigen Ostgrat (I+, trittarm, seilgesichert, s. Bild links) hoch. Das
Holzkreuz auf der weiten Firn- und Schuttkuppe des Wilder Pfaff ist nach
2:25 erreicht.
Abstieg an beliebiger Stelle über den breiten, mäßig steilen westlichen
Firnrücken in den vergletscherten Pfaffensattel (3332m, vergl. drittes Bild
v.u.), wo alle Wege zum Zuckerhütl zusammenlaufen. |
 Gipfelblick Wilder Pfaff nach Osten: Links Wilder Freiger und
Signalgipfel, rechts Becher mit Becherhaus, darunter die Müllerhütte.
Gipfelblick Wilder Pfaff nach Westen: Die zwei Seiten des
Zuckerhütl, Schokolade und Vanille.


Die Sonklarspitze, vom
Zuckerhütl gesehen.

Pfaffenschneid, Zuckerhütl und Wilder Pfaff aus
Süden vom Anstieg zur Sonklarspitze.
|
Vom Sattel direkt über die steile, überfirnte
Ostgratschneide zum Kreuz auf dem Zuckerhütl (Buch,
1:10).
Beim Abstieg im oberen Teil eventuell in die Felsflanke queren (einige Fixseile).
Restlicher Rückweg bis Müllerhütte (1:20) wie Hinweg über Wilder Pfaff (mit 130
Höhenmetern
Gegenanstieg), da keine Alternativen. Über den flachen Übeltalferner zum etwas erhöht
gelegenen Becherhaus (0:55).3. Tag
Hinabgebummelt zur Erzaufbereitung (5:00).
- Das Zuckerhütl ist nicht nur elegant geformt, sondern auch der höchste Gipfel in den
Stubaier Alpen. Darauf folgen der unmittelbare Nachbar Pfaffenschneid, dann Schrankogel, Ruderhofspitze, Sonklarspitze
und auf Platz sechs Wilder Pfaff, an dem der Alpenhauptkamm einen lokalen Richtungswechsel
von Nord nach Ost vollzieht.
- Der Wilder Pfaff wird hier zwei Mal überstiegen, ebenso der Becher-Gipfel.
- Da Gletscherverhältnisse im Juli noch sehr gut, war die komplette Tour ohne
Seilsicherung begehbar.
- Der Anstieg von der Erzaufbereitung zum Becherhaus benötigt etwa 6 Stunden, führt aber
äußerst abwechslungsreich durch eine großartige Bergwelt
. Das Becherhaus balanciert hoch oben auf einer schroffen
Felspyramide, 700m über der Gletscherzunge des Übeltalferner. Dieser ist mit etwa 9
Quadratkilometern der größte Gletscher Südtirols. So entfaltet sich an Südtirols
höchstgelegener Schutzhütte eine herrliche Gipfelschau gegen Südosten auf die
entfernteren Felsnadeln und luftigen Spitzen der Dolomiten, während ganz nah im
Süden und Westen die eisig glitzernde Nachbarschaft um Hochgewänd, Botzer,
Königshofspitze, Schwarzwandspitze, Sonklarspitze, Zuckerhütl, Wilder
Pfaff und Wilder Freiger begeistert. Seit ihrer Errichtung 1894 musste die Hütte wegen
des Besucherandrangs mehrmals erweitert werden.
- Download der einfachen Wegstrecke (erster Tag 9.8 Kilometer, zweiter Tag 4.8 Kilometer)
als GPX-Datei.
Fotos: Thehighrisepages.de |
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