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Tour 35 - Cerro Manso, Cerro Aconcagua

Argentinien / Argentina Anden / Los Andes

Expedition Route Puente del Inca - Plaza de Mulas - NW-Flanke Gesamtaufstiegshöhe (m) 3530 Tage 6 (bis Cerro Manso) Verhältnisse sommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (Tage)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Camp Confluencia 3560 2900 660 1 G1 - - -
Camp Plaza de Mulas (Basislager) 4230 3560 670 1 G1 - - -
Camp Canada 5100 4230 2 x 870 3 G2 - - -
Cerro Manso 5557 5100 460 1 G2 32 125 6
Cerro Aconcagua
(abgebr.)
6962
(5557)
G5 6962 k.A. 0
Puente del Inca

Die namensgebende Puente del Inca. Eine Natursteinbrücke und schwefelhaltige Thermalquellen direkt am Ausgangspunkt der Tour.

Die Aconcagua-Südwand vom Eingang ins Horcones-Tal. Der Gipfel liegt dabei gut 4000 Meter über dem Standort, was den Dimensionen des Mont Blanc über Chamonix entspricht.

Aconcagua-Südwand

 

Reiter und Packesel auf dem Weg durch das Horcones-Tal zum Basislager Plaza de Mulas.

Horcones-Tal

 

Vor dem Basislager

Die Talstufe vor dem Basislager.

Im Basislager Plaza de Mulas.

Plaza de Mulas

 

Am Talschluss

Die Hänge über dem Talschluss.

 

Cerro Manso

Büßerschneenadeln im hintersten Horcones-Tal. Hinten der Cerro Manso (5557m).

 

Aconcagua-Westwand

Die 2800 Meter hohe Aconcagua-Westwand direkt über dem Basislager.

Anreise entweder per Flug nach Buenos Aires (Argentinien) und in zwei Tagen durch die schiere Weite der Pampas zur Großstadt Mendoza am Fuße der Anden. Von dort auf der Fernstraße Richtung Santiago de Chile zur kleinen Ortschaft Puente del Inca auf 2720m, vor der Staatsgrenze zu Chile gelegen. Oder erheblich kürzer per Flug nach Santiago de Chile und per Bus über die Grenze nach Puente del Inca (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1. und 2. Tag

  • Vom Ausgangspunkt bei der Parkverwaltung an der Laguna Horcones oberhalb Puente del Inca in zwei Tagen durch das große, 40 Kilometer lange Horcones-Tal (Quebrada de los Horcones) zum Basislager Plaza de Mulas. Geländecharakter von Beginn an wüstenhaft.

Ab Parkverwaltung auf breitem Bergpfad, anfangs Fahrweg, rechts vom Bachbett nach Norden durch den flachen Talgrund, eine breite Schotterebene, die nur an einigen Stellen spärlichen Bewuchs trägt. Zu beiden Seiten erheben sich vollkommen vegetationslose, über 1000m hohe Bergflanken, von kurzen Seitentälern und Schuttreisen gegliedert. Am Zeltlager Camp Confluencia, üblicherweise Übernachtungsort, verzweigt sich das Tal.
Rechts vom stirnseitig gelegenen Morro Promontorio (4561m) führt ein großes Seitental nach Nordosten auf die Südwand des Cerro Aconcagua zu, links nach Nordwesten geht es weiter durchs Horcones-Tal bis zum Basislager.
Am zweiten Tag weiter zum Basislager. Das Horcones-Tal bildet eine noch breitere und viele Kilometer lange NW-wärts führende Schotterebene aus, wieder begleitet von zahllosen bunt schillernden Wüstenbergen. Zum Schluss windet sich das Tal nach rechts, Norden. Der Pfad wird dort erstmals deutlich steiler, führt an einer Gebäuderuine vorbei und schließlich zum großen Basislager Plaza de Mulas auf 4230m, das auf einer von kleineren Trockentälchen gegliederten Talschwelle direkt am Fuße der Aconcagua-Westwand liegt.

3. bis 6. Tag

  • Vom Basislager über die Nordwestflanke zu den Lagerplätzen Camp Canada (5100m) oder alternativ Nido de Condores (5420m). Darüber weiter nach ONO, nun im muldenförmigen Hochtal nördlich des Cerro Aconcagua, über das Refugio Plantamura (5950m) zum Gipfel.

Nach der notwendigen mehrtägigen Höhenakklimation erster Aufstieg über kehrenreichen, breit ausgetretenen Pfad den weiten Hang (Verwitterungsschutt) östlich des Basislagers hinauf, an drei markanten Felszacken vorbei und darüber nach rechts zum ersten Hochlager Camp Canada auf etwa 5100m. Dort Zweitzelt errichten. Abstieg zurück zum Basislager.
Nach erfolgreicher Höhenakklimation wieder zum Camp Canada hinauf.
Am nächsten Tag auf deutlicher Spur im blättrigen Verwitterungsschutt weiter hinauf, am Camp Portezuelo del Manso (5200m) vorbei und dann durch eine ausgeprägte Mulde mit wilden Büßerschneenadeln hindurch. Jenseits auf Steigspur mäßig steil nach Norden zur runden Gipfelkuppe des Cerro Manso.
Danach Abstieg zum Basislager. Abbruch der weiteren Expedition wegen Zeltkoller.

In der Folge wäre es zum Wiederaufstieg zum Camp Canada mit Übernachtung gekommen. Darauf der Weitermarsch durch das Hochtal nach Osten zum zweiten Hochlager Camp Plantamura (5950m), nahe bei verfallenen Biwakschachteln. Von dort am Nordwestkamm entlang nach Südosten zum dritten Hochlager Camp Libertad oder alternativ Piedras Blancas (6200m). Nach zwei bis drei Tagen weiter, am Refugio Independencia (6546m) vorbei und darüber in langer Querung der Westflanke (blättriger Verwitterungsschutt, Firn, der so genannte "Windkanal") unter den Gipfelfelsen zum Beginn der 400 Höhenmeter langen, teils 40 Grad steilen, breiten Geröllrinne der Canaleta. Die weitaus meisten, die den Gipfel nicht erreichen, scheitern hier. Der Ausstieg aus der Canaleta führt in die Scharte zwischen Haupt- und Südgipfel, wo sich der Blick in die hohe Südwand eröffnet. Über den WSW-Grat (überwiegend brüchiges Gestein) zum Gipfelplateau (ab Piedras Blancas 5-6 Stunden).

Statt dessen am übernächsten Tag 42 Kilometer durch die mineralisch-bunt schimmernde Hochgebirgswüste zurück nach Puente del Inca.

  • Der Cerro Manso ist nicht mehr als Gipfel anzusehen, sondern lediglich als wenig herausgehobene Anhöhe im hier breiten Nordwestrücken des Cerro Aconcagua, gut 2.6 Kilometer Luftlinie von dessen Gipfel entfernt. Vom Basislager Plaza de Mulas liegt er knapp 3.5 Kilometer Luftlinie nordöstlich. Er ist ein guter Aussichtspunkt für den weiteren Anstieg.
  • Für die Tour ins Zielgebiet ist eine Expeditionsgenehmigung (Permisio) bei der Verwaltung des Parque Provincial Aconcagua zu beantragen. Die Parkverwaltung findet sich in einem kleinen Zelt kurz hinter der Fernstraße an der Laguna Horcones (2900m) oberhalb Puente del Inca. Die Antragstellung ist eine Formsache, wenn durch einen Expeditionsausrüster, z.B. in Mendoza, vorbereitet.
    Es empfiehlt sich in Puente del Inca Maultiere anzumieten. Die Ausrüstung kann dann per einheimischen Führer mit den Maultieren ins Basislager Plaza de Mulas vorausgeschickt werden.
  • Bei den Refugios handelt es sich um Biwakschachteln für 3 bis 4 Personen, in der Nachbarschaft finden sich wegen günstigem Wasserzugang üblicherweise Zeltlager (Camps).
  • Seit 1998 gibt es auf 5950m (auch mit 5850m angegeben) in der Nähe des Refugio Plantamura eine Biwakschachtel (Neue Berliner Hütte) mit Platz für 12 Personen.
  • Vom Camp Confluencia hat man recht gute Sicht auf die gewaltige Aconcagua-Südwand.
  • Im riesigen Basislager Plaza de Mulas ist dauerhaft medizinische Betreuung durch die Parkverwaltung gegeben. In Sichtweite, etwas abseits vom Basislager, liegt isoliert mitten in der Hochgebirgswüste als Alternative zum Zeltlager sogar ein modernes Hotelgebäude.
  • Die große Höhe, starke Stürme oder plötzlich einsetzende Wetterstürze drücken die Gipfelquote der Aspiranten des Aconcagua auf unter 50 Prozent und fordern fast jährlich Todesopfer.
  • Erst mit Beginn des neuen Jahrhunderts etabliert sich zunehmend eine weitere, noch wenig überlaufene und landschaftlich sogar reizvollere Anstiegsroute, die dereinst zum Normalweg werden könnte, die sog. Ameghino-Traverse. Einsam und wild nähert sie sich über Vacas- und Relinchostal aus Osten, um bei etwa 6000m auf die oben beschriebene, bisherige Normalroute zu treffen. Mit drei Hochlagern und einer gleichmäßigen Steigung ist sie die schonendste Aufstiegsroute. Als Basislager dient hier die auf 4200m gelegene Plaza Argentina, während der Hauptsaison sogar bewirtschaftet. Von dort geht es über den Ameghino-Sattel, 5380m, quert dann unterhalb des höchst beeindruckenden Polen-Gletschers um kurz darüber in die Guanacos-Route einzumünden.
  • Das Gebiet liegt auf der Südhalbkugel. Wenn auch auf einem relativ niedrigen Breitengrad, sind doch die bergtechnischen Verhältnisse von Nord- und Südseiten umgekehrt zum Gewohnten zu interpretieren.
  • Grenzübertritt von Chile per Mietwagen versicherungstechnisch problematisch. Unbedingt vorher abklären.
  • Argentinien und - eingeschränkt - Chile muten in vielem, insb. gesellschaftlich, mehr spanisch als südamerikanisch an. Exotik sollte man hier nicht erwarten.
  • Erstersteigung: 1897 durch M. Zurbriggen.

 

  • Gesamter Anstiegsweg (32.7 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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