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Tour 679 - Rappenspitze

Tirol Karwendelgebirge Hinterau-Vomper-Kette

Bergtour Route Gramai-Alm - Lunstsattel - Naudersalm - Rappenspitze über SW-Grat (I+) auf und N-Grat ab - Dristlalm - Falzthurnalm - Gramai-Alm Gesamtaufstiegshöhe (m) 1050 + 180 im Abstieg Tage 1 Verhältnisse hochsommerlich gut

Max
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Aufstiegs-
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zeit (h)
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Eigenstän-
digkeit
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2223 1089 1050 3:25 G2 305 2400 3
Anfahrt von Pertisau (Achensee) über Mautstraße (EUR 3,50) ins Falzthurntal bis zum großen P am Ende beim Gasthof Gramai-Alm (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

An der Gramai-Alm (1261m) vorbei und weiter im Talboden gegen den Talschluss bis bald der Abzweig nach links, Osten, zum Lunstsattel erreicht ist. Durch schütteres Buschwerk dem bez. Pfad folgend zum nahen Auslauf des breiten Geröllbettes das vom Sattel herab zieht. Nun im Geröll in Kehren höher, den schmalen Bachlauf mehrfach querend, ehe der Pfad auf halber Höhe die Rinne verlässt um die linke Flanke, mit schütterem Wald bestanden, sehr steil emporzusteigen. Zuoberst geht es flacher über Wiesen die Schulter querend in den Lunstsattel auf 1918m (1:35), aus dem sich rechts der schroffe Nordgrat zum Nachbarn Rauher Knöll erhebt.
Nach dem Sattel quert der bez. Pfad mit leichtem Auf und Ab über die dicht mit Latschen bestandene Südflanke des Lunstkopf zum Wiesensattel des Rizuelhals auf 1943m (0:35), wo sich der Blick zum Gipfelziel öffnet. Nun geht es wieder etwas hinab, um im Rechtsbogen den oberen, völlig offenen Talboden um die Naudersalm auszugehen, deren Hütten, gut 80 Meter tiefer gelegen, bereits nach 0:10 erreicht sind. Kurz vor den Hütten an einem Bächlein links die Almwiesen höher (markiert) um in den Sattel auf der Rückseite des Lunstkopf zu gelangen (0:15). Damit befindet man sich am Ansatz des Südwestgrates (I+) der Rappenspitze, der direkt zum höchsten Punkt leitet: Auf Steigspuren den zunächst breiteren Rücken weiter bis der zügig aufstrebende Grat eine markante Schneide ausbildet, unter der links steilere Schichtbänke abfallen. Nahe an der Schneide weiter, schwierigere Stellen sind meist links auf abschüssigen Platten umgehbar. Der letzte Steilabsatz vor dem Gipfel ist durch einige Eisenbügel entschärft, darauf ist nach 0:50 das Kreuz mit Gipfelbuch gewonnen.
Für den landschaftlich ungemein abwechslungsreichen Abstieg geht es, einem bez. Bergpfad folgend, über den einfachen Nordgrat. Anfangs ziemlich steil hinab zum benachbarten Larchkarlkopf (s. oberstes Bild) um dann, hoch über dem Nauderer Kar zur Rechten, in mehreren Abschwüngen dem aussichtsreichen Graskamm zu folgen. Zu unterst, nahe der ausgeprägten Karschwelle, stößt man auf den Hauptweg Nr. 234 (0:35), dem man nun nordwärts bis in den Grund des Falzthurntales an der Falzthurnalm folgt: Von der Karschwelle geht es zunächst über steilen Schutt und ggf. Firn am Fuße der schattigen, gut 200m hohen Nordwestabstürze des rechts emporragenden Kaserjoch-Gipfels hinab um dann auf schmalem Wurzelpfad zwischen malerischen Lärchenbeständen hindurch und von kleinen Felswänden gesäumt den rechten Rand des obersten Brunntals - das man nicht hinabsteigt - zu passieren. Nach einer kurzen Passage über einen schmalen Graskamm, der einen Sattel mit interessantem Ausblick über den abgelegenen Hintergrund des kurzen Dristenautals bildet, geht es schließlich zur nahen Dristlalm auf 1644m (0:40), überragt vom imposanten Felsgipfel des Dristenkopfes, hinunter. Von der Alm dem bez. Pfad weiter folgend geht es nun durch ein weiteres kleines Seitental, das Leglertal, bald dicht mit Fichten-, später Laubwald bestanden, hinab zur Jausenstation Falzthurnalm auf 1089m (0:55). Auf breitem Wanderweg (wahlweise dem "Waldweg" oder dem "Wiesenweg" folgend) stetig ansteigend 4 Kilometer zur Gramai-Alm, 180 Meter höher gelegen, zurück (0:55).

Rappenspitze

Die Rappenspitze aus Norden, nahe des Larchkarlkopf.

 

  • Landschaftlich besonders abwechslungsreiche Tour. Bei Überschreitung des Berges empfiehlt es sich wie hier beschrieben den Südwestgrat auf- und den Nordgrat abzusteigen. So sind die abschüssigen Schichtbänke am Südwestgrat im Anstieg angenehmer zu gehen. Auch die dicht mit Latschen bestandene, spröde Südflanke des Lunstkopf ist morgens beim Anstieg leichter erträglich. Am entscheidendsten ist allerdings, dass man so wesentlich mehr vom ungemein reizvollen Gipfelabstieg Besonders empfehlenswert zur Dristlalm hat, der, ganz ohne Latschenbestände zu berühren, entlang des aussichtsreichen Graskammes mit einem herrlichem Blick über das wild bewegte, kleinräumige Relief am Südende des Achensees aufwartet.
  • Die Gesamtschwierigkeitsbewertung mit G2 gilt bei Begehung über den Südwestgrat. Steigt man nur über den Nordgrat auf und ab, ist die Tour mit BW2 zu bewerten.
  • Auf dem Weg vom Lunstsattel zum Südwestgrat der Rappenspitze kann man statt Rizuelhals und Naudersalm zu berühren auch geradewegs über das weitläufige Grasplateau am Lunstkopf, 2143m, hinweg steigen. Die gut 200m hohe, mittelsteile Südflanke ist teils mit Krummholz bestanden und erfordert Gespür für die beste Route durch die Latschengassen, der Nordostrücken zeigt sich frei.
  • Vergl. auch Tour 382 zum Sonnjoch und Tour 405 zur Lamsenspitze, beide mit Ausgangspunkt an der Gramai-Alm.

 

  • Komplette Wegstrecke (Anstieg 6.5 Kilometer, Abstieg 7.7 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de.

Gipfelblick nach Südwesten über das Falzthurntal auf die Gipfelflur zwischen Lamsenspitze und Birkkarspitze, rechts das Sonnjoch.

Gipfelblick nach SW

Beim Abstieg ins Nauderer Kar blickt man am Dristenkopf vorbei zum Achensee, rechts vom Rofan überragt.

Gipfelabstieg zur Dristlalm

 

   

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