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Hochhausbau im Raum Frankfurt / Rhein-Main

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Überblick

Räumliche Lage

Die Stadt Frankfurt am Main ist die fünftgrößte Stadt in Deutschland und bildet mit den benachbarten Großstädten Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Offenbach sowie dem kleineren Aschaffenburg den Ballungsraum Rhein-Main, der mit dem Naturraum Untermainebene nahezu identisch ist.
An der Ostküste der USA, in Japan und in Europa berühren sich mittlerweile benachbarte Ballungsräume. Dabei liegt Rhein-Main genau in der Mitte des zentralen europäischen Kernraumes der sich fast lückenlos von Mittelengland über Südengland (London), die Benelux-Staaten, die Region Niederrhein, Rhein-Main, Oberrhein, die Schweiz, die Lombardei (Mailand), Piemont (Turin), Südfrankreich bis nach Katalonien (Barcelona) erstreckt. Diese offensichtlich exzellente Lage bedeutet hohe Planungssicherheit. Die Region Rhein-Main hat damit ein selten günstiges strategisches Potenzial, was nicht annähernd ausgeschöpft ist.

Der Begriff der Stadt

Betrachtet man die Einwohnerzahl von Städten, muss man berücksichtigen, dass eine Definition nach formalen Stadtgrenzen willkürlich ist. So greift bei Rom die Stadtgrenze bereits weit ins ländliche Umland, während es sich bei Sydney umgekehrt verhält, hier sind sämtliche "Stadtteile" selbstständig (s. folgende Tabelle). Diese beiden Städte stellen somit die Extremwerte einer weiten Skala dar. Da in Deutschland seit den seinerzeit heftig angefochtenen Verwaltungs- und Gebietsreformen anfangs der 70er Jahre Eingemeindungen kaum mehr durchführbar sind [2], findet das städtische Wachstum, die Urbanisierung, häufig außerhalb der formalen Stadtgrenzen statt. Dies gilt besonders für Stuttgart, dem Kern des Ballungsraumes Mittlerer Neckar und für Frankfurt.
In der Geografie hat man sich folglich von der administrativen Stadtgrenze als Stadtdefinition verabschiedet. Was nun als Ersatz heran gezogen wird, unterliegt unterschiedlichen Ansätzen, die hier nicht ausgeführt werden sollen. So stehen für die vielfältigen Abgrenzungskriterien Begriffe wie Ballungsraum, Ballungsgebiet, Verdichtungsraum, Agglomération (nach französischer Definition) oder Metropolitan area (im englischsprachigen Raum). In den USA werden die Metropolitan areas offiziell vom US Census Bureau abgegrenzt und verwendet.
Der Ballungsraum Rhein-Main wird überdies von mehr als einem bedeutenden Kern dominiert, weshalb man von einem polyzentrischen Ballungsraum [1] spricht. Er unterteilt sich somit in Teilräume, die nun in etwa mit dem frz. Begriff der Agglomération [3] am besten erfasst werden: Frankfurt (u.a. mit Offenbach, Hanau und Bad Homburg), Wiesbaden/Mainz (u.a. mit Rüsselsheim), Darmstadt sowie Aschaffenburg.

Stadt Jahr Einwohner innerhalb der Stadtgrenze Einwohnerzahl der Agglomeration Faktor
Berlin 2002 3388000 4101000 1,2
Brüssel 2002 137000 978000 7,1
Hamburg 2002 1726000 2515000 1,5
Mexiko-Stadt 2000 8605000 17807000 2,1
München 2002 1228000 1894000 1,5
Rom 2002 2547000 2547000 1,0
San Francisco 2002 764000 4179000 5,5
Stuttgart 2002 587000 2593000 4,4
Sydney 2001 47000 3997000 85,0
 
Ballungsraum Rhein-Main:
Aschaffenburg 2002 68000 168000 2,5
Darmstadt 2002 138000 525000 3,8
Frankfurt 2002 641000 1897000 3,0
Wiesbaden 2002 271000 780000 2,9
Einige ausgewählte Stadtagglomerationen   Quelle: Citypopulation.de

Unter den großen Agglomérationen der Erde rangiert Frankfurt damit unter den 200 einwohnerreichsten:

Rang Agglomeration Einwohner in Mio.
1 Tokio 33,7
2 Mexiko-Stadt 21,9
3 New York 21,8
45 Ruhrgebiet 5,8
73 Berlin 4,1
136 Stuttgart 2,6
144 Hamburg 2,5
190 Frankfurt 1,9
193 München 1,9
199 Köln 1,8

Was man häufig über den Umweg der Einwohnerzahl wirklich zu beschreiben sucht, ist die Bedeutung einer Stadt. Hier mangelt es besonders an eindeutigen Kriterien. Am ehesten kann dazu die Anzahl und Größe von so genannten überörtlichen Einrichtungen oder zentralen Einrichtungen dienen: Öffentliche Verwaltungsbehörden, Sitze großer Konzerne, Kultureinrichtungen, Verkehrseinrichtungen u.ä. Sie sind die maßgeblichen Faktoren, die den Rang einer Metropole ausmachen. Je mehr hochrangige Einrichtungen in einer Stadt zu finden sind, desto gesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutsamere Entscheidungen und Entwicklungen gehen von ihr aus, desto größer ist ihr Einfluss aufs Umland, auf den gesamten Staat oder gar den Kontinent. Deshalb findet man Den Haag, Luxemburg, Genf oder Lausanne im öffentlichen Bewusstsein (alle mit deutlich unter 500000 Einwohnern und ohne größere Agglomération), aber keine der funktionsarmen Megastädte aus Wellblech, wie sie in den letzten Jahrzehnten auf der Erde entstanden sind.

Funktionale Einordnung

Die Region Rhein-Main ist Heimat bedeutender Unternehmen. 50 der 500 größten Firmen Deutschlands sind hier mit ihrem Sitz  angesiedelt, von den 30 im DAX notierten findet man 6 [16]. Seit geraumer Zeit finden bei den Headquarters allerdings empfindliche Verlagerungen statt, zahlreiche namhafte Firmen gingen verloren [21], andere wie Arcor (Telekommunikation) oder Thomas Cook (Europas zweitgrößtes Reiseunternehmen, in der Welt Nr. 3) sind jedoch hinzugekommen.
Mit fast jährlich 60.000 Tagungen und Kongressen hat sich Frankfurt als bedeutendendes Kongresszentrum Deutschlands etabliert, nur von der Hauptstadt Berlin überflügelt.
Frankfurt ist nach der Bundeshauptstadt konsularisches Zentrum Deutschlands. Die Stadt beherbergt 88 Konsulate [18], 59 ausländische Kammern und Handelsvertretungen sowie Fremdenverkehrsämter aus 54 Ländern. Die mit Abstand größte diplomatische Vertretung am Main ist das US-amerikanische Generalkonsulat. Wenn die Vertretung 2005 in ihr neues Domizil auf dem Gelände des ehemaligen General Army Hospitals umzieht, wird sie mit 1000 Mitarbeitern die weltweit größte amerikanische Auslandsvertretung sein.
Dazu kommen etliche Einrichtungen von zentralörtlich höchster Bedeutung wie Deutsche Bahn AG (Sitz des Vorstandes nach Berlin verlagert), Deutsche Bibliothek oder das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Auch das Nationale Olympische Komitee (hier finden wiederholt politisch ambitionierte Abwerbeaktionen statt) oder der Deutsche Sportbund sind mit ihrem Sitz vertreten.
In Wiesbaden finden sich das Bundeskriminalamt (hier gibt es ebenfalls politisch ambitionierte Verlagerungsdiskussionen) und das Statistische Bundesamt, in Offenbach der Deutsche Wetterdienst, in Langen die Deutsche Flugsicherung. In Darmstadt ist das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) der ESA zu Hause, in Eschborn das Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle.
Durch den Hauptstadtbeschluss wurde jedoch der Bundesrechnungshof, die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung von Frankfurt nach Bonn verlegt. Auch im Bereich der Sitze von Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden hat sich im Zuge der Wiedervereinigung eine politisch bedingte Schwächung vollzogen.

Industrie

In zukunftsträchtigen Branchen wie Biotechnologie, Chemie/Lifescience, Material- und Oberflächentechnik, Medizintechnik, Mikro- und Messtechnologie, Pharmazie, Produktionstechnik, Sensortechnik, Umwelttechnik, Verkehrs- und Transporttechnik sowie digitaler Filmbearbeitung (Postproduction) nimmt die Region europäische Spitzenplätze ein. Drei Firmen aus diesen Branchen, die Linde AG in Wiesbaden, die Merck AG in Darmstadt und die Fresenius AG in Bad Homburg, findet man im DAX.
In Darmstadt haben sich im Umfeld der Firmensitze von T-Online und der Software AG, zweitgrößter Softwarehersteller in Deutschland, zahlreiche Softwareentwicklungsunternehmen angesiedelt, dazu kommen zahlreiche branchenverwandte Forschungsunternehmen. Wiesbaden ist ebenfalls Standort verschiedener Softwareunternehmen. Dass die Region in den Bereichen der Biotechnologie und Softwaretechnik geradezu einen Rückstand aufholen muss, ist die Folge der hessischen Wirtschaftspolitik besonders der 80er Jahre.
Zu den größten Arbeitgebern der Region gehört die Adam Opel AG mit Stammsitz in Rüsselsheim. Das zweite industrielle Standbein, die Chemieindustrie, ist im Umfeld zunehmend ungünstigerer Rahmenbedingungen zum Objekt großer Umwälzungen geworden. Der einst weltgrößte Chemiekonzern Hoechst AG hat sich in den 90er Jahren aufgelöst. Eine der Nachfolgefirmen, Aventis SA, hat, u.a. wegen steuerlicher und anderer rechtlicher Vorteile, die Zentrale nun im französischen Straßburg. Das ehemalige Werksgelände firmiert jetzt unter Industriepark Höchst und ist Heimat verschiedenster branchenverwandter Unternehmen, u.a. Aventis Pharma AG. Es bietet inzwischen fast wieder so viele Arbeitsplätze wie zu früheren Hoch-Zeiten.

Handel

Der gesamte Ballungsraum liegt am Schnittpunkt sehr alter, bedeutender europäischer Verkehrswege, überdies sind benachbarte einwohnerreiche Ballungsräume nicht weit entfernt. Die Kernstadt Frankfurt ist daher ein äußerst bedeutender Handelsplatz. Die Messe Frankfurt, umsatzstärkste in Deutschland, bei der Hallenkapazität nur von Hannover übertroffen, ist Gastgeber für internationale Leitmessen wie Internationale Automobilausstellung (IAA), Buchmesse, Ambiente (Konsumgüter) oder Heimtextil. Insgesamt werden auf dem Messegelände jährlich 38 Messen und Ausstellungen veranstaltet bei denen über 36000 Aussteller ihre Produkte präsentieren. 2,2 Millionen Besucher zählt die Messe Frankfurt in Jahren, in denen die IAA stattfindet, 30 Prozent kommen aus dem Ausland. 318 Millionen Euro setzt der Konzern Messe Frankfurt, Veranstalter von über 300 Messen und Ausstellungen im In- und Ausland, jährlich um. Damit ist der Messebetreiber der drittgrößte weltweit.

Verkehr

Aus florierendem Handel erwächst Verkehr. So lässt die Zahl der Fluggäste den Rhein-Main-Flughafen weltweit seit Jahrzehnten unter den zehn größten rangieren, in Europa liegt er für 2004 nach London-Heathrow auf Position zwei [23], beim Frachtverkehr hat er in Europa die Spitzenposition inne. Der Flughafen ist Basis der Lufthansaflotte und der europäische Hub der Star-Alliance sowie das deutsche Postverteilungszentrum. Mit der seit 1998 geänderten Bundesgesetzgebung unterliegt der Flughafenbetreiber Fraport AG mit seinem Weltflughafen auch im Flugverkehrsbereich im besonderen Maße gewissen Wettbewerbshindernissen im Vergleich zu Paris, London oder Amsterdam. So hat der Flughafen Paris Charles de Gaulle Anschluss an die Bedeutung Frankfurts bekommen können. Der Flughafen ist gerade in Zeiten langfristig schwindenden Wirtschaftswachstums eines der prosperierendsten Wirtschaftsunternehmen der Region. Die Lage genau im Zentrum des Ballungsraumes behindert die notwendigen Erweiterungsmaßnahmen auf das Schwerste. Eine Verlagerung an den Rand der Region, so wie seinerzeit erfolgreich in München umgesetzt, würde die Region politisch überfordern.
Über einen eigenen Fernbahnhof ist der Flughafen gut ins europäische Fernbahnnetz eingebunden, nach Köln und ins Ruhrgebiet führt eine eigens gebaute ICE-Trasse, eine zweite Hochgeschwindigkeitsstrecke zum benachbarten Rhein-Neckar-Ballungsraum ist in Planung. Der Frankfurter Hauptbahnhof, eine großartige Anlage aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, ist einer der bedeutendsten in Europa [13].
Westlich von Mainz hat sich inzwischen Frankfurt-Hahn als zweiter Flughafen der Region etabliert, der den Pauschaltourismus- und Tiefpreismarkt abdeckt. Nach Fluggästen rangiert dieser Flughafen inzwischen unter den zehn größten in Deutschland, nach Fracht unter den vier größten. Für Privatflieger steht zusätzlich der Flugplatz Egelsbach zur Verfügung.

Medienlandschaft

Frankfurt ist Heimat für fast 200 Buch- und Zeitungsverlage. Neun Tageszeitungen, darunter auch ausländische Titel, erscheinen hier. Auch als profilierter Standort von Werbeagenturen kann die Region gelten [9]. 80 Filmproduktionsfirmen machen nicht nur Werbespots, sondern arbeiten auch im Auftrag der US-Filmindustrie. Das eDIT/VES-Filmfestival in Frankfurt gilt mittlerweile als führende europäische Veranstaltung zum Thema Film im digitalen Zeitalter. In Mainz ist das ZDF zu Hause, in Wiesbaden findet man diverse kleinere Fernsehstudios. Im übrigen war das politische Umfeld in Hessen in den hierfür entscheidenden 80er Jahren nicht dazu geeignet, eine Entwicklung wie etwa in Köln einzuläuten.
Frankfurt ist jedoch mit 85 Prozent Anteil der deutsche Knoten im Fernmelde- und Internetwesen (DECIX), in Europa nur übertroffen von London und Amsterdam. Somit kann die Region den schnellsten und sichersten Zugang zum Internet bieten.

Dienstleistungen

Der Ballungsraum und insbesondere Frankfurt sind stark dienstleistungsgeprägt [10]. Innerhalb der Dienstleistungsbranchen weisen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen in Deutschland die größte Dynamik auf. Hier gab es in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren fast 25 Prozent mehr Arbeitsplätze. Besonders stark ist dieser Wirtschaftszweig wiederum in der Mainmetropole, hier nimmt er bereits 37,5 Prozent aller Beschäftigten auf. So haben etwa von den 25 größten IT-Beratungs- und Serviceunternehmen in Deutschland sieben ihren Sitz in Frankfurt. Die IBM-Niederlassung in Frankfurt ist nach Stuttgart die größte in Deutschland. In Wiesbaden finden sich besonders Versicherungen und Unternehmensberatungen.
Im Umfeld des Rhein-Main-Flughafens und im Kreis Offenbach haben sich zahlreiche Logistikunternehmen niedergelassen.

Der Finanzplatz im Besonderen

Laut US-Wirtschaftsmagazin Fortune steht Frankfurt, nach Singapur, San Francisco Bay Area, London und New York, auf Platz fünf der "Business-Städte" weltweit. Die Führungsposition im Bankenbereich erwächst aus den Sitzen von Europäische Notenbank (Vorläufer 1994 - 1998 Europäisches Währungsinstitut), Bundesbank (seit 1957), Landesbank Hessen-Thüringen, Landeszentralbank Hessen, Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank (inzw. zur Allianz-Group/München gehörend), der DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken), Kreditanstalt für Wiederaufbau (größte Deutsche Förderbank), Deka-Bank (Investmenthaus der Sparkassen), Eurohypo (gemeinsame Hypothekenbank von Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank) und Deutsche Börse AG. Von den zehn größten deutschen Banken haben somit fünf ihren Sitz in der Mainmetropole. Insgesamt sind es weit über 300 Kreditinstitute, darunter gut 200 ausländische Banken. Dazu kommt künftig die EU-Aufsicht für das Versicherungswesen. Die Börse ist der weltweit drittgrößte börsenmäßig organisierte Umschlagplatz hinter New York und London. Hier werden 85 Prozent (3800 Milliarden Euro) des deutschen Börsenumsatzes in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren getätigt.
Im Umfeld siedeln branchenspezifische Bildungseinrichtungen, Forschungsabteilungen, Unternehmensberatungen, internationale Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzleien, PR- und Werbeagenturen und bedeutende Wirtschaftsmedien. Dies ordnet Frankfurt nach London und etwa gleichauf mit Paris als hochrangiges europäisches Bankenzentrum ein [14].
Somit liegt die Region, insbesondere seine größte Kernstadt, nicht nur im Wettstreit mit den übrigen Metropolregionen Deutschlands, sondern auch denen anderer Länder. Dabei kommt man in der Region ohne das politische Umfeld und Subventionen aus, wie ihn Hauptstädte genießen. Die Steuergesetzgebung in Deutschland ist gerade im Finanzwesen im Zeichen der Globalisierung wenig hilfreich, die deutsche Bankenlandschaft verhältnismäßig zersplittert und ertragsschwach.  Die EU-Osterweiterung kann dem Finanzplatz wegen der traditionell engeren Beziehungen zwischen Deutschland und Osteuropa mittelfristig bessere Perspektiven eröffnen.
Das Kräftedreieck aus Finanzplatz (Banken), Handelsplatz (Messe) und Verkehrsdrehscheibe (internationaler Großflughafen) spielt die entscheidende Rolle für die Attraktivität im Ausland. Von den ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland entfallen 24 Prozent (vorwiegend aus den USA, Großbritannien und Frankreich) auf Hessen, und hier fast ausschließlich auf den Regierungsbezirk Darmstadt, der etwa zur Hälfte vom Ballungsraum Rhein-Main eingenommen wird. So ist Frankfurt seit vielen Jahrzehnten die Stadt der Baukräne. Maßgeblich ist bei allem die zentrale Lage in Europa [5]. Daraus folgt die überproportionale Nachfrage nach Büro- und Dienstleistungsflächen. So waren 2003 die Mieten für Büroflächen nach London, Paris, Moskau und Mailand die höchsten in Europa.

Lebensumfeld

In Frankfurt/Rhein-Main bevorzugt die Mehrheit der Menschen ganz offensichtlich eine periphere Urbanität in der Spielart von Los Angeles, weniger die zentrumsorientierte von Wien, Berlin oder München. Es hat sich eine Großstadt entwickelt, die zugleich Regionalstadt ist, eine Zwischenstadt [19], ein Phänomen, das auch andernorts zu beobachten ist, etwa in der Randstad in den Niederlanden [1]. Der "Stadt-Archipel" Rhein-Main ist tatsächlich die - wenn auch gewiss zufällig entstandene - europäische Umsetzung einer durchgrünten Stadtlandschaft wie man sie etwa in den 30er Jahren als Vision entwarf [20].

Verschiedene Untersuchungen belegen die hohe Lebensqualität der Region und ihrer Städte, so die jährlich erstellte Studie von Mercer Human Resource Consulting, London [12], in der Städte in 39 Kategorien wie Ökonomie, Umwelt, Gesundheitsversorgung, Bildungsangebot und Sicherheit, auf ihre Lebensqualität hin untersucht werden. Bei weltweit 215 untersuchten Großstädten erreichte Frankfurt erneut Platz 5.

Die Region kann mit überdurchschnittlich vielen Kultureinrichtungen aufwarten. Mit dem klassizistischen Prunkbau Alte Oper besitzt Frankfurt ein internationales Konzert- und Kongresszentrum, in dem jährlich 400 Konzerte, Bälle und sonstige Veranstaltungen stattfinden. Ein erlesenes jährliches Musikereignis im Grünen bietet dagegen das Rheingau-Musikfestival bei Wiesbaden. Das Senckenbergmuseum (Naturgeschichte) in Frankfurt genießt Weltgeltung. In den 80er Jahren wurde in einem viel beachteten Kraftakt seitens der Stadt Frankfurt, namentlich durch Hilmar Hoffmann (Kulturdezernent 1972-1990) und Oberbürgermeister Walter Wallmann, u.a. das Museumsufer (Deutsches Architekturmuseum, Deutsches Postmuseum, Deutsches Filmmuseum), die Kunsthalle Schirn und das Museum für Moderne Kunst geschaffen. Die im anschließenden Zeitraum zunehmend wahrnehmbaren regionalpolitischen Schwierigkeiten, der Verlust von Steuereinnahmen der großen Kernstadt an den Vorortgürtel und nicht zuletzt die politischen Veränderungen die mit der Wiedervereinigung einhergehen haben hier der Weiterentwicklung ein Ende gesetzt.

Der Frankfurter Palmengarten, ein botanischer Schaugarten, sowie der Kurpark von Bad Homburg, 150 Jahre alt und mit 44 Hektar der größte Deutschlands, gehören zu schönsten und bedeutendsten Gartenanlagen in Deutschland. Der Frankfurter Zoo konnte seinen einstigen Rang, das Exotarium ausgenommen, nicht ganz bewahren. Bis in die 70er Jahre war der Zoo unter der Leitung von Prof. Dr. B. Grzimek für seine wissenschaftliche Leistung berühmt und für Besucher ein Magnet. Platzmangel verbietet nun artgerechte Tierhaltung. Für einen großzügigen Neubau an anderer Stelle fehlt der Region seit Jahrzehnten der politische Konsens. Einen landschaftlich reizvoll gelegenen zweiten Zoo gibt es bei Kronberg im Taunus.

Zu den drei Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt kommen in Frankfurt die Theologische Hochschule, die Musikhochschule und die private Hochschule für Bankwirtschaft (HfB), in Offenbach die Hochschule für Gestaltung und in Darmstadt die Akademie für Tonkunst, sowie etliche Fachhochschulen. Im Umland von Wiesbaden findet man die private Europa Fachhochschule Fresenius in Idstein und die gleichfalls private European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel. Die Goethe-Universität in Frankfurt zählt mit über 40000 Studierenden, davon weit über 7000 aus dem Ausland mit Herkunft aus über 90 Nationen, zu den zehn größten Hochschulen Deutschlands. Nach Bezug des neuen Standorts, man wechselt vom Stadtteil Bockenheim ins benachbarte Westend, wird dort ein völlig neuer großzügiger Universitätscampus entwickelt.

Universität Frankfurt (41k)
Verwaltungsgebäude Universität Frankfurt

Dazu kommen alleine in Frankfurt mehr als 50 wissenschaftliche Einrichtungen, u.a. das Paul-Ehrlich-Institut, die Max-Planck-Institute für Biophysik, für Hirnforschung und für europäische Rechtsgeschichte, das Sigmund-Freud-Institut und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft.
Die für viele renomierteste deutsche Hochschule, die Universität in Heidelberg, ist von Frankfurt aus in kaum 80 Kilometern, von Darmstadt in 50 erreichbar.
Dazu kommen in der Region internationale Schulen, so die Europäische Schule und die Japanische Internationale Schule, beide in Frankfurt. Die Frankfurt International School (im Vorort Oberursel gelegen, mit einer Dependance in Wiesbaden) ist mit 1700 Schülern die zweitgrößte internationale Schule Europas. Komplettiert wird das Angebot durch Eliteschulen wie die Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim bei Wiesbaden.

Obgleich besonders die Kernstadt Frankfurt alles andere als autofreundlich gebaut ist, steht man hier im Gegensatz zum Vorortgürtel selten in Staus. Der Berufspendlerverkehr der Region kann Dank des länderübergreifenden Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) auf ein hervorragend ausgebautes S-Bahn-Netz bauen. Mit den jüngst fertig gestellten Linien im Umland von Offenbach ist das Netz nahezu lückenlos. Perfekt würde das Netz durch eine in Planung befindliche Ringbahn um Frankfurt. Das größte Realisierungshemmnis ist abermals die sich verschärfende Stadt-/Umland-Rivalität. Der U-Bahn-Bau in Frankfurt wurde dagegen von zahllosen Konzeptionsbrüchen begleitet. Obwohl nach Berlin und Hamburg hier das dritt älteste Netz Deutschlands begonnen wurde, verfügt z.B. München inzwischen über ein weitaus ausgedehnteres und gelungeneres Netz.

An großstädtischen Einkaufsmöglichkeiten herrscht geradezu Überfluss. Die Frankfurter Haupteinkaufsstraße Zeil liegt nach Fußgängerfrequenz und Umsatz an der Spitze in Deutschland. In ihrem näheren Umfeld, etwa um Börse und Alte Oper, finden sich die Einkaufslagen des gehobenen Bedarfs. Dazu kommen in allen vier Himmelsrichtungen an der Peripherie große Einkaufszentren. Gegen Jahresende zieht der Frankfurter Weihnachtsmarkt, zwischen Zeil und Mainufer gelegen, als einer der anerkannt schönsten in Deutschland Millionen von Besuchern an. Wiesbaden ist besonders für den gehobenen Bedarf ein ebenfalls lohnendes Ziel. Hier, sowie in Bad Homburg, findet man auch eine Spielbank. Anhänger des Karnevals nennen Mainz in einem Atemzug mit Köln und Düsseldorf. Was den Liga-Sport betrifft, hat man die Auswahl von Fußball (z.B. Eintracht Frankfurt) über Eishockey (Frankfurt Lions), Handball (SG Wallau-Massenheim) und American Football (Frankfurt Galaxy) bis zu Basketball (Deutsche Bank Skyliners). Dazu kommen fast ein Dutzend Golfplätze.

Im 100-Kilometerradius um Frankfurt findet man allerdings weder Meeresküsten, große Seen noch Hochgebirge, dafür aber eine tatsächlich außergewöhnliche Landschaftsvielfalt mit teils weltberühmten Tälern (Rheintal mit Loreley, ein Weltkulturerbe der UNESCO, Lahntal, Nahetal), bekannte Weinbaugebiete (Rheingau), vulkanisch geprägte Mittelgebirge (Vogelsberg, UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), naturnahe Flussauen (Kühkopf), sehr zahlreiche und teils berühmte Kurorte (u.a. Bad Homburg) und Heilbäder sowie unzählige mittelalterliche Burgruinen und Stadtbilder (Büdingen, Gelnhausen, Miltenberg, Michelstadt uvm.). Die Berge und Wälder im Taunus (bis 880m, im Winter noch immer verschneit) erreicht man sogar per Stadtbahn direkt aus der Frankfurter Innenstadt. Am Hauptkamm findet man auch Befestigungsanlagen aus der Römerzeit, so das rekonstruierte Saalburgkastell.

Städtebauliches Umfeld

Der Ballungsraum ist administrativ zersplittert. Er berührt drei Bundesländer, wobei etwa die Landesplanung in München nachvollziehbar wenig Interesse haben kann, das bayerische Aschaffenburg als Teil des hessisch dominierten Rhein-Main-Gebietes funktional zu stärken. Mainz bietet hier als prosperierende Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz zwar Kompensation, liegt jedoch jenseits einer beharrlichen kulturhistorischen Grenze, dem Rhein (obgleich bis 1945 Teil des Freistaates Hessen-Darmstadt).
Auch den formalen Stadtgrenzen wird in Deutschland, aus vielerlei Gründen, ein überaus hohes Gewicht beigemessen. So erhalten diese in der öffentlichen Wahrnehmung einen überzogenen Stellenwert. Im Rhein-Main-Gebiet wird mit Mitteln der Regional- und Flächennutzungsplanung durch einen geradezu schutzwallartigen Gürtel aus Wald- und Freiflächen ein Zusammenwachsen von Frankfurt mit seinen Vororten unterbunden, gleiches gilt für die anderen Kernstädte der Region. In anderen Großräumen, etwa Hamburg, Hannover, Amsterdam oder Stockholm, verfolgt man dagegen ein Planungsmodell von Entwicklungsachsen, die strahlenförmig aus der Kernstadt herauswachsen und ebenso Wald- und Freiflächen bis ans Stadtzentrum heranreichen lassen.
Die Fixierung der Stadtgrenzen läuft einher mit einer stärkeren sozialen Desintegration. So stehen im Rhein-Main-Gebiet Vorortgemeinden mit stabiler Sozialstruktur und teils sehr hohem Einkommensteueraufkommen Kernstädten mit aufgelöster Sozialstruktur und vermehrter Anhäufung sozial Schwacher gegenüber [22]. Entsprechend unterschiedlich sind die Ausstattungen der jeweiligen Kommunen etwa hinsichtlich Schulen, Grünflächen oder öffentlicher Einrichtungen. In diesem Zusammenhang sind Eingemeindungen nicht mehr durchsetzbar. Frappierend ist, dass dieser Prozess einerseits durch öffentliche Gelder (Steuervergünstigungen) forciert wird, andererseits die Gelder ausgehen, um die zunehmenden Infrastrukturschäden zu reparieren. Vergleichbare, weit fortgeschrittene Entwicklungen finden sich in manchen angelsächsischen Ländern, wo selbstständige, extrem wohlhabende Mini-Städte tatsächlich inmitten großer aber verarmter Millionenstädte liegen [4]. Inzwischen haben auch etliche große Unternehmen ihren Sitz im Vorortgürtel, obwohl dort nicht entstanden, so Thomas Cook, Aventis Pharma, Celanese, Eurohypo oder Arcor.
Entsprechend fehlt das homogene Umfeld zum Neubau lang anstehender Einrichtungen wie eines großen Sportparks oder eines Regionalzoos. Damit sind keine Veranstaltungen im Range einer Weltausstellung oder Olympischer Spiele zu erwarten. Solches erforderte einen gemeindeübergreifenden Finanzausgleich, der sich nur durch massive äußere Zwänge (Gesetzesakt, Wirtschaftskrise o.ä.) einstellen würde. Wenig hilfreich, wenn nicht sogar entscheidend, ist die politische Instabilität der Region. Seit der Zeit des Wiederaufbaus tendieren die Wahlergebnisse auf Landes- und auf kommunaler Ebene zu einem ständigen Wechsel der jew. politischen Führung, mindestens aber zu einem Koalitionszwang. Es bleiben häufig nur eine oder zwei Wahlperioden, um mit den jew. Konzepten einen Erfolg zu erzielen, dann wird das meiste revidiert. Es ist zudem ein offenes Geheimnis, dass Landesregierungen in Hessen selten ihren Handlungsschwerpunkt auf das innere Rhein-Main-Gebiet legen. Die sich teils heftig widersprechenden Erfordernisse sind wenig geeignet, politisch unbeschadet zu überleben.

Das hohe funktionale Gewicht von Rhein-Main spiegelt sich in Folge der polyzentrischen Ballungsraumstruktur städtebaulich und architektonisch also nur bedingt wieder. Der Geist einer Corporate Identity, oder ein Image, wird somit nicht begünstigt. Hinzu kommt die Entwicklung Frankfurts als freie Reichsstadt, die weder Residenz eines Landesfürsten noch eines Kirchenoberhauptes war. Mithin fehlen repräsentative öffentliche Anlagen wie man sie aus Hannover, Dresden oder München kennt. Frankfurt und Offenbach waren als bedeutende Industriestandorte auch Ziel schwerster Bombenangriffe im II. Weltkrieg. Die Wunden sind auch nach bald 60 Jahren nicht zu leugnen. Die gründerzeitlichen Wohngürtel haben ihre städtebauliche Struktur bewahren können bzw. zurückgewonnen. Der mittelalterliche Stadtkern von Frankfurt mit dem seinerzeit größten Fachwerkhausbestand in Deutschland ist jedoch in Schutt und Asche versunken. Dennoch haben alle Kernstädte der Region die Funktion ihrer Innenstädte völlig erhalten können [15].
Die geschlossene Lage beiderseits eines mittelgroßen Flusses beschert Frankfurt allerdings einen städtbaulichen Reiz wie ihn keine vergleichbar große Stadt in Deutschland übertreffen kann. So müssen etwa die städtischen Flusspromenaden aller Städte im Hinterland der Nordsee am großen Tiedenhub leiden, der gewaltige unattraktive Flussböschungen hinterlässt. Die Städte am Niederrhein liegen zwar an einem beeindruckenden Fluss, sind aber regelrecht in zwei Hälften geteilt. Andere Städte wenden ihrem Fluss den Rücken zu, oft weil die Innenstadt deutlich vom Ufer abrückt. Die Innenstadt von Frankfurt ist dagegen auf ihren Fluss geprägt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es beidseits lange und durchgängig von Platanen gesäumte Uferpromenaden die über zahlreiche Brücken und Stege verbunden sind und eindeutig ans Seine-Ufer von Paris erinnern.

Die Kernstadt Frankfurt hat die mit Abstand höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland [11]. Die täglichen Pendlerströme in die Region reichen weit nach Norden in den Westerwald (Montabaur), nach Mittelhessen (Marburg) und Osthessen (Fulda), in den Spessart, den Heidelberger Raum und in den Hunsrück. Dazu kommen Wochenpendler aus Nordhessen (Kassel) und dem westlichen Thüringen, manche aus der Eifel. Im inneren Rhein-Main-Gebiet findet man daher einen höheren Anteil von Einzimmerwohnungen als Folge der Wochenpendler und einen geringeren Anteil von Reihenhäusern und frei stehenden Häusern. Auf dem Gelände von ehemaligen Kasernen, die gesamte Region war ein Schwerpunkt der Stationierung amerikanischer Streitkräfte, werden neue Wohnsiedlungen gebaut um u.a. den Anteil von Reihenhäusern zu erhöhen.
Dazu kommt in Frankfurt seit gut zwei Jahrzehnten eine aufwändige Revitalisierung großer innenstadtnaher Wohnquartiere bis hin zum völligen Um- und Neubau, so entlang des Mainufers in den hochwertigen Standorten Deutschherrnviertel (u.a. Main Plaza), Osthafen (u.a. Europäische Notenbank), Allianzkai und derzeit am Westhafen (u.a. Westhafen Tower). In diesem Zusammenhang steht auch die City West (u.a. IBC, Scala, American Express, Blue Heaven, Drehscheibe) nahe der Messe. Diese Viertel liegen teils in Nachbarschaft zu sozialen Problemvierteln. Es bleibt abzuwarten, ob diese sehr erfolgreich initiierten Neubauviertel genug Strahlkraft entwickeln um dauerhaft auch die Nachbarschaft zu befruchten. Ein ähnlich ausgerichtetes Revitalisierungsprojekt findet man in Offenbach am Mainhafen, der in einen Wohn- und Bürostandort umgewandelt wird.
Ein bislang vollends im Schatten gelegener Frankfurter Stadtteil, der ungeplant und damit eher unerwartet eine reizvolle Entwicklung nimmt, ist das einstige Industrie- und Hafengebiet im Osten der Stadt entlang der Hanauer Landstraße. Auf Brach- und mindergenutzten Flächen stehen inzwischen Investitionen von über 600 Mio Euro (u.a. ein großes Büro- und Forschungszentrum für Unternehmen der Pharmaindustrie und Biotechnologie) für die nächsten fünf Jahre an.
Städtebaulich außergewöhnlich reizvoll ist die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Innenstadt liegt im stark hügeligen Grund eines nach Süden gerichteten Bergkessels. Manche innerstädtische Straßenkreuzung, die auf der Anhöhe eines überbauten Hügels zu liegen kommt, lässt an die spektakulären Straßen von San Francisco denken. Dazu tragen viele gründerzeitliche Straßenzüge Fassaden, die durch große Wintergärten und Erker geprägt werden. An den Taunusabhängen finden sich kunstvoll arrangierte Aussichtspunkte, deren Anhöhe, so am Neroberg, sogar per historischer Zahnradbahn erklommen werden kann.

Der Hochhausbau

Zu den erwähnten planungspolitischen Eigenheiten kommt eine auffällig kleinräumige Parzellierung, die Folge der Realteilung [6] im Rhein-Main-Gebiet. Beides zusammen bewirkt eine gehemmte Ausbreitung des Urbanisierungsprozesses in der Fläche. Dem steht ein hoher Siedlungsdruck als Folge des o.g. sozialen Auseinanderfallens und dem Bedarf nach Dienstleistungs- und Büroflächen entgegen. Beide Prozesse laufen im Rhein-Main-Gebiet bereits länger und konzentrierter ab als im übrigen Bundesgebiet. Ausweichmöglichkeiten gibt es damit nur in der Höhe, und dies betrifft in geringerem Maße auch den Wohnungsbau.

Wohnhochhäuser

Anders als beispielsweise im Ballungsraum Rhein-Ruhr findet man in den Städten des Rhein-Main-Gebietes am Stadtrand oder neben alten Ortskernen unvermittelt Hochhaussolitäre oder ganze Hochhausgruppen. Diese wurden in den 60er und 70er Jahren errichtet. Beispiele finden sich in Offenbach, in Darmstadt in der Siedlung Kranichstein, sowie in Eschborn, Frankfurter BergHattersheim, Langen, Maintal oder Nieder-Eschbach. Ihre ursprüngliche Ausgestaltung mit Fassaden aus Sichtbeton, oft Waschbeton, einfachen Grund- und Aufrissen, die Stapelware in Regalen ähnelt, war einst effizient, fand aber wenig Anklang und wurde nur bis in die 70er Jahre verfolgt, einzelne Nachzügler ausgenommen. Isolierte Großsiedlungen im Stile von Köln-Chorweiler, Nürnberg-Langwasser oder München-Neuperlach entstanden allerdings nicht. Die Gebäudehöhen bleiben meist unter 70m. Die Häuser stehen meist als Solitäre, wallartige Hausverkettungen findet man kaum. Inzwischen werden etliche dieser Wohnhochhäuser komplett saniert und in Wohneigentum überführt. Ein langwieriger Prozess, den immer ein Imagewechsel begleiten muss.
Einige Hochhausstandorte bestechen durch eine besonders reizvolle Lage. Im Relief der weiten Untermainebene fallen einige städtebaulich bedeutsame Steilhänge beiderseits des Mains auf, so in Frankfurt am Bornheimer Hang und am Sachsenhäuser Berg und nahe am Rhein bei Hochheim. Hier findet man jeweils auf der Anhöhe ungemein aussichtsreiche Wohnhochhäuser. Leider verkennt die Stadtplanung regelmäßig das Potenzial dieser Lagen. An solchen im Wortsinne hervorragenden Standorten wären sogar hochwertige Wohnhochhausanlagen vorstellbar wie man sie aus Nordamerika, z.B. in Vancouver, Seattle oder San Francisco, kennt.

Bürohochhäuser in der Zeit des Wiederaufbaus

Frankfurt ist ein Finanzzentrum. Damit hängt der für Deutschland lange Zeit unübliche Bau von Bürohochhäusern zusammen. Der Bau von Bürohochhäusern setzt Anfang der 50er Jahre zögerlich ein. Er beginnt mit folgenden Objekten:

Gebäude Höhe (m) Adresse Status Etagen Jahr
AEG 40,0 (Sachsenhausen) Theodor-Stern-Kai Abgebr. 11 1951
Fernmeldehochhaus Telekom 48,0 (ca.) (Innenstadt) Große Eschenheimer Str Abgebr 12 1954
Bienenkorbhaus 43,0 (Innenstadt) Konstabler Wache Bestand 11 1954

Die Höhen bleiben unter 50m; einzige Ausnahme bildet das Fernmeldehochhaus, das lediglich aus technischen Gründen über diese Grenze hinausgehen muss (mit Masten 74,8m). So finden sich in den oberen Etagen auch lediglich fernmeldetechnische Einrichtungen.
Mit Beginn der 60er Jahre entsteht in Architektur, Konstruktion und Stadtlage das Gebäude, das im Rückblick als eigentlicher Beginn des Hochhausbaus in Frankfurt gelten darf: Der Deutschlandsitz der Zürich-Versicherung (heute Zürich-Agrippina-Versicherung, inzw. abgebrochen). Im Gefolge setzt eine Phase mit drei Bauwerken ein:

Zürichhaus 66,9 (Westend) Bockenheimer Landstr 2-4 Abgebr. 19 1962
Arca-Haus (ehem. DER) 45,0 (Westend) Eschersheimer Landstr Bestand 12 1962
Hotel Intercontinental #1 66,6 (Bahnhofsviertel) Wilhelm-Leuschner-Str 43 Bestand 21 1963
Nationalhaus 56,6 (Innenstadt) Neue Mainzer Str 1 Bestand 16 1964

Diese ersten Hochhäuser werden an prägnanten Standorten platziert, z.B. als Brückenköpfe beiderseits des Mains.
Der Bau des Shell-Hochhauses (heute Bürocenter Nibelungenplatz) markiert darauf eine ganz neue Dimension in Deutschland: das seinerzeit landesweit höchste Haus mit um die 100m. Das Gebäude liegt dabei deutlich außerhalb der Innenstadt an einer großen Ringstraße, Ausdruck eines anderen Leitbildes unter Hans Kampffmeyer, Planungsdezernent in Frankfurt 1956-1972. Diese Dezentralisierung postiert Hochhäuser ringförmig um die Stadtmitte. Die innenstadtferne Lage in einem Wohngebiet der Gründerzeit provoziert jedoch heftige Proteste; Gebäude und Lage finden lange keine Akzeptanz in der näheren Umgebung. Heute ist nach umfangreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen, der Ummantelung mit einer postmodernen Fassade und dem Einzug einer Fachhochschule Ruhe eingekehrt.
Hierzu gehören auch Projekte wie die Bürostadt Niederrad und das bis heute nur in Ansätzen verwirklichte Kaiserleiviertel. Auch der Standort der Bundesbank geht auf dieses Leitbild zurück. Vergleichbare Leitbilder finden sich u.a. in München im Arabella-Park und in Hamburg in der City Nord. Im ganz großen Maßstab gibt es Beispiele in Paris mit der La Defense und in den Docklands von London.

Der Fingerplan von 1967/68

Mit der Zeit setzt eine Phase exzessiver Grundstücksspekulation ein, insbesondere im gehobenen Stadtteil Westend, wie sie bis dato im Lande unbekannt ist. Nach den Erfahrungen am Shell-Hochhaus wechselt Kampffmeyer das städtebauliche Konzept; nun sollen sich die künftigen Hochhäuser fingerförmig aus der westlichen Innenstadt heraus anordnen und dabei das Westend überspannen [17]. Aus der räumlichen Nähe des Westends mit seiner einkommensstarken Bevölkerung zur geisteswissenschaftlich orientierten Universität entwickelt sich in merkwürdiger Allianz erneut eine Gegenbewegung. Bürgerinitiativen, Hausbesetzungen, Straßenkampf und Barrikadenbau beherrschen lange Zeit das politische Klima. Dies und die allgemeine politische Situation in den auslaufenden 60er Jahren lässt die weitere Entwicklung ins Stocken geraten. Einige Projekte geraten in diesem Umfeld zu Bauruinen die jahrelang ganze Stadtteile prägen, so das Westend-Center, heute Hochhaus am Park.
Anfang der 70er Jahre nimmt man unbeirrt die nächste Hürde. Zum ersten Mal entsteht ein wirklicher Wolkenkratzer, das so genannte Selmi-Hochhaus. Das Projekt eines iranischen Investors (heute das Cityhaus mit dem Hauptmieter DZ-Bank, ebenfalls im Westend) gerät zum Symbol. Ein nächtlicher Baustellenbrand hoch oben im fertiggestellten Rohbau des Hochhauses verursacht einen nächtlichen Volksauflauf. Die Feuerwehr findet nur schwer einen Weg durch die applaudierende Zuschauermenge. Eine städtebaulich glücklose Epoche geht zu Ende.

Der City-Leitplan

Anfang der 80er verfolgt man ein Konzept des Städteplaners Albert Speer, das im Osten der Stadt die Hanauer Landstraße und im Westen den Reuterweg über Mainzer Landstraße bis Galluswarte als Hochhausschwerpunkte vorsieht.
Mit dem 1980 begonnenen Bau der Doppeltürme der Deutschen Bank bahnt sich erste Akzeptanz an. Zwar besteht ein Problem weiterhin - die Lage auf einem ehemaligen Villengrundstück mit großen Baumbeständen im sensiblen Westend -, architektonisch hat aber ein Wechsel eingesetzt. Statt eines rein funktionalen Betonkastens entstehen zwei schlanke und vollkommen spiegelglasverkleidete Türme. Die Aufspaltung in separate Baukörper nimmt das Volumen zurück und lässt Licht auf die umliegenden Wohnstraßen fallen.
Die meisten Projekte werden jedoch an Speers Plan vorbei entwickelt, so an der Messe, wo Oskar Matthias Ungers mit seinem Torhaus Furore macht. Damit wird Hochhausbau in Frankfurt eine Sache der Architekten und weniger der Investoren.
Einen Fehlversuch gibt es direkt am Hauptbahnhof mit dem Campanile. Hier ist es erneut die Lage, die dem Projekt schadet, die unmittelbare Nähe zu einem gründerzeitlichen Wohnviertel. Dieses Projekt hat mitentscheidende Auswirkungen auf einen Kommunalwahlkampf.
Was während dessen beinahe unbemerkt seinen Anfang nimmt, steht bleistiftgleich an einem großen Einfallstor der Stadt und ist zum Wahrzeichen einer ganzen Region geworden: der postmoderne Messeturm von Helmut Jahn. 1991 fertiggestellt ist er mit knapp 257m das höchste Haus Europas gewesen [7]. Er markiert zugleich das Ende einer lokalen Hochhausarchitektur. Jahns Bau zitiert noch mit seiner rot-grauen Steinfassade den heimischen Mainbuntsandstein, verweist aber im übrigen auf die Hoch-Zeit der US-amerikanischen Wolkenkratzer der 30er Jahre, die ihrerseits den Campanile in Venedig zum Vorbild hatten.

Der Hochhausrahmenplan

Der Fingerplan wird längst nicht mehr verfolgt, und von Speers Plan ist letztlich nur der kleine zentrale Teil zwischen Selmi-Hochhaus und Deutsche Bank umgesetzt. Der Westteil fiel erneut lokalpolitischen Schwierigkeiten zum Opfer, und der gesamte Ostteil aus diesem Plan entlang der Hanauer Landstraße blieb mangels Zuspruch der Investoren unberührt. Mit großer Verzögerung setzt dort zwar ein Bauboom ein, allerdings keine Finanzdienstleister betreffend, sondern Forschungs- und Internetunternehmen, die üblicherweise eher die Fläche belegen.
Künftige Hochhäuser sollen sich an drei Punkten konzentrieren: westliche Innenstadt (das so genannte Bankenviertel), an der Messe, und falls dereinst das Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes frei werden sollte, dort in einem neuen Stadtviertel. So ist es im Hochhausrahmenplan, im September 1998 parteiübergreifend beschlossen, festgelegt. Allerdings ist der dritte Teil des Rahmenplans von der Umsetzung des Projektes Frankfurt 21, bei dem der Hauptbahnhof unter die Erde gelegt würde, abhängig. Wegen finanzieller Überforderung ist dieses Projekt bereits Vergangenheit [8].
Dazu ist der Rahmenplan ein Kind der Börsen- und Interneteuphorie des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Beide Bereiche sind zwischenzeitlich in schwerste Krisen geraten und beginnen sich erst allmählich zu erholen. Es bleibt zu beobachten, wieviel aus diesen Planungen überlebt.
Die Skyline ist somit das Ergebnis der Überlagerung der Planfragmente verschiedener Leitbilder aus der Zeit des Wiederaufbaus über den Fingerplan und den City-Leitplan zum bereits beeinträchtigten Hochhausrahmenplan. Einen ebenso holprigen Weg haben in Frankfurt seit der Gründerzeit auch Wohnungsbau, Straßenbau, U-Bahn-Bau, Sportstätten oder der Hochschulbau hinter sich. In deutschen Städten, etwa München oder Hannover, kann sich Stadtentwicklung auch kontinuierlicher gestalten.

Ausblick

Am Büroimmobilienmarkt definiert man "Frankfurt" als bestehend aus der Stadt Frankfurt (inkl. der Bürostadt Niederrad, z.B. Lyoner Straße 34, Lyoner Straße 36, Lyoner Straße 40), der Stadt Eschborn (Gewerbegebiet Süd) und der Stadt Offenbach (Innenstadt und Kaiserlei). Im Rhein-Main-Gebiet entscheidet heute primär die Lage über die Machbarkeit eines Hochhausprojektes. Es folgen architektonische Gestaltung und Höhe. Man hat sich mit Hochhäusern arrangiert; sie stellen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung, und das gilt für das Umland bis Mittelhessen, charakteristische Wahrzeichen, engl. Landmarks, dar. In Frankfurt mangelt es an kunstvoll gestalteten öffentlichen Bauwerken und Anlagen, wie man sie in politischen Hauptstädten findet. Eine städtebaulich kunstvoll arrangierte Skyline kann durchaus in die Bresche springen. Einige Häuser können durch ihre einmalige Zeichenhaftigkeit in den Vordergrund treten und werden zu Orientierungspunkten wie der Messeturm.

Das ungemein prosperierende Eschborn ist ein typischer Vertreter einer jungen Vorortkommune, die vom Gewinn aus dem steuerlichen und sozialen Gefälle in einem Ballungsraum lebt. Um den kleinen Kern haben sich seit den 70er Jahren hochwertige Gewerbegebiete entwickelt, von denen das südliche nun faktisch eine City-Dependance Frankfurts ist. Zuletzt haben sich hier die Sitze von Arcor und Eurohypo-Bank niedergelassen.

Im als Industriestandort entstandenen Offenbach (Chemie und Metallverarbeitung) konzentriert sich der Hochhausbau auf zwei Gebiete: entlang der Berliner Straße und am Kaiserlei. In beiden Gebieten entstanden bereits in der 70er Jahren Hochhäuser bis ca. 70m. Danach verlor die Stadt allmählich ihre industrielle Basis, insbesondere die Lederwarenverarbeitung, die man nun im Ausland wiederfindet, und es begann eine längere Zeit der wirtschaftlichen Neuorientierung. Mit einem großen Revitalisierungsprojekt im Zuge des unterirdischen S-Bahn-Baus in den 90er Jahren wurde der Grundstein für neue Projekte geschaffen. Mit dem postmodernen Haus der Wirtschaft wurde das erste umgesetzt. In der Nähe, neben dem Kreishaus, ist ein 70m hohes Gebäude für den nun ersten Wolkenkratzer in Offenbach mit 122m, dem City Tower, gewichen.
Im Bereich des Stadtteils Kaiserlei soll in naher Zukunft ein Autobahnanschluss umgestaltet werden. Im Umfeld ist ein neuer Stadtteil mit Bürogebäuden bis zu 100m Höhe geplant. Das gesamte Gebiet ist seit den 60er Jahren Zankapfel zwischen Offenbach und Frankfurt, deren Gemarkungen hier zusammentreffen. Nun bremst die aktuelle Wirtschaftsflaute den Fortgang.

In Frankfurt ist zuvorderst als großes Bauvorhaben, das Hochhäuser umfasst, zu nennen: östlich der Innenstadt, unmittelbar am Mainufer neben der einstigen Großmarkthalle, wird ab 2010 mit dem Bau des neuen Sitzes der Europäischen Zentralbank (bislang im Eurotower) begonnen.
In Frankfurt sind Projekte von Weltrang, etwa der Millennium Tower mit 365m, vorstellbar. Die Nähe dieses Vorhabens zur Messe und zum City-Erweiterungsgebiet Europaviertel ist für lokale Verhältnisse unproblematisch. Auch die Einbindung in das bestehende, locker arrangierte Hochhaus-Ensemble um die Messe schafft Zuspruch. Im so genannten Bankenviertel sind fünf Vorhaben, zwei davon als Doppeltürme, im Hochhausrahmenplan enthalten. Ihre Verwirklichung hängt von der Entwicklung im deutschen Finanzsektor ab. Bei einer Verwirklichung entstünde in diesem zentralsten Bereich ein Viertel wie man es uneingeschränkt mit den Central Business Districts Nordamerikas vergleichen darf.

Aktueller Stand

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Vergrößerung

Bankenviertel aus Nordosten von der Zeilgalerie

Vorhaben aus dem Hochhausrahmenplan von 1998 sind mit HRP gekennzeichnet, die übrigen sind später initiiert worden.

Projekte in Bau (> 70m):

Gebäude Höhe (m) Adresse Etagen Jahr
Tower 185 (HRP) 185,0 (Gallusviertel) Friedrich-Ebert-Anlage 35-37   46 Projektentwicklung: Vivico. Hauptmieter: Pricewaterhouse Coopers (PwC). Baubeginn  2008.

Siehe auch: Baustellen Opernturm und Palais Quartier.

Konkrete Bauabsicht (> 70m):

Europäische Zentralbank (EZB) 184,0 (Ostend) Sonnemannstr   2014
Tower Two (im Skyline Plaza, ehem. / former Urban Entertainment Center / Westend Plaza) (HRP) 160,0 (Gallusviertel) Frankenallee / Europa-Allee   2012

Geplant (> 70m):

Vorhaben, die im Hochhausrahmenplan enthalten sind und einen Reservierungswunsch von Investoren darstellen, sowie jüngst aufgekommene Planungen (jeweils über 70m). Die Umsetzung der meisten Projekte ist in Folge der allgemeinen Bankenkrise, speziell in Deutschland, und der jüngsten Bundesgesetzgebung im Finanzsektor aufgeschoben.

Millennium Tower (HRP) 365,0 (Gallusviertel) Güterstr 3-7 91  
N.N. 250,0 (Bahnhofsviertel) Taunusanlage 11 / Marienstraße Auf dem Grundstück des Bürohochhauses T11 (ehem. Chase Manhattan Bank). Architekt: Köhler Architekten (Frankfurt).
Max (HRP) 228,0 (Innenstadt) Große Gallusstr 10-15 / Neue Schlesingergasse 60 Realisierungschancen vorerst gering.
Frankfurter Sparkasse / Württembergische Hypobank (HRP) 197,0 (Innenstadt) Neue Mainzer Str 57-59 55 Bauvoranfrage in Kürze. Realisierungschancen zuletzt gestiegen.
Tower One (im Urban Entertainment Center/Westend Plaza) (HRP) 195,0 (Gallusviertel) Platz der Einheit 47 Baubeginn möglicherweise in 2008.
Metzler-Bank (HRP) 175,0 (Innenstadt) Neue Mainzer Str 40-42 44  
WinX 150,0 Neue Mainzer Str   Auf dem Degussa-Gelände gegenüber dem Schauspielhaus.
Bürohochhaus Güterplatz 1-5 (HRP) 150,0 (Gallusviertel) Güterplatz 1-5   Auf dem ehem. Telenorma-Gelände. 160m?
Bürohochhaus Friedrich-Ebert-Anlage (HRP) 145,0 (Gallusviertel) Friedrich-Ebert-Anlage    
N.N. 140,0 (Messe) Theodor-Heuss-Allee    110m? Gegenüber des Deutsche Bank Investment Banking Center (IBC).
Kaiserkarree (ehem. Rheinische Hypothekenbank) (HRP) 135,0 (Innenstadt) Neue Mainzer Str 37-39 28
Frankfurter Sparkasse / Landeszentralbank (HRP) 130,0 (Innenstadt) Neue Mainzer Str 47-53    
N.N. 120,0 (Westend) Senckenberganlage Sowie zwei weitere Hochhäuser 100-140m hoch. Auf dem Grundstück des AfE-Turms
Turmhaus 120,0 (Industriepark Höchst)   Projekt Neue Mitte Industriepark Höchst.
Trump Tower 100,0 (Gutleutviertel) Mannheimer Str, Grundstück des geplanten Campanile?   Investor: Trump Deutschland AG.
Bürohochhaus Ratswegkreisel #1 100,0 (Ostend) Leibbrandstraße
Bürohochhaus Ratswegkreisel #2 100,0 (Ostend) Weismüllerstraße
Wohnhochhaus Stiftstraße #1 100,0 (Innenstadt) Eschenheimer Tor
Wohnhochhaus Stiftstraße #2 100,0 (Innenstadt) Eschenheimer Tor
N.N. 95,0 (Gallusviertel) Hafenstr Investor: Deutsche Post AG. Gegenüber des Frankfurt Trading Center (Commerzbank).
Bürogebäude GZS ('Goldenes Haus') 75,0 (City West) Theodor-Heuss-Allee   Völliger Umbau und Aufstockung von derzeit 35m (33000qm) auf 75m (45000qm) geplant.
City West Tower 74,0 (City West) Opelrondell 17  
Hochhaus auf der Osthafenmole 70,0 (Ostend) Honsellbrücke Höhe geschätzt.

Anm.:

  • Am Urban Entertainment Center/Westend Plaza sollte bereits im Frühjahr 2001 die Grundsteinlegung erfolgen. Wegen des Ausstiegs der Fa. Trizec-Hahn (Toronto) aus dem Projekt ruhen die weiteren Planungen der Vivico (vormals EIM). Die tatsächliche Verwirklichung der beiden darin beinhalteten Hochhausprojekte bleibt zu beobachten.
  • Die Realisierung eines Gebäudes der Frankfurter Allianz Versicherung mit 90m auf dem Grundstück Taunusanlage 17-21 (Westend) ist politisch kaum durchsetzbar. Das Grundstück ist allerdings abgeräumt.
  • Unter City West versteht der Immobilienmarkt das große städtebauliche Revitalisierungsgebiet nördlich der Messe an der Theodor-Heuss-Allee. Offizielle Namensführung seitens der Stadt: Bockenheim Süd, da der Wohnanteil zu Lasten der Mischnutzung angehoben wurde. Das Gebiet hat sich dennoch äußerst erfolgreich als Cityerweiterung entwickelt und ist vor allem Standort für die Verwaltung von Versicherungsunternehmen.

Aufgegebene Projekte:

Campanile 264,0 (Gutleutviertel) Mannheimer Str 51  

S.a.:
Interaktive Karte von Frankfurt
Frankfurt Fotoseite.

3-D-Ansichten der Hochhäuser: http://sketchup.google.com/3dwarehouse/search?title=frankfurt


  1. Andere polyzentrische Ballungsräume findet man z.B. in Mittelengland mit Liverpool-Manchester, das Kohle- und Stahlrevier in Südpolen mit Kattowitz, Gleiwitz und Beuthen, und natürlich das Ruhrgebiet mit Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund. In ökonomischer Hinsicht am besten vergleichbar ist vielleicht die niederländische Region Randstad, ein freiwilliger Zusammenschluss von vier Provinzen und den Städten Amsterdam, Utrecht, Rotterdam und Den Haag, der sich offiziell am 1. September 2002 konstituierte.
  2. Vergl. hierzu die Zusammenlegung der Städte Gießen und Wetzlar zur Stadt Lahn oder die Eingemeindung von Monheim nach Köln, die nach massiven Bürgerprotesten wieder aufgelöst werden mussten.
  3. Eine Agglomeration umfasst einen Ballungsraum mit Kernstadt und Vororten, die durch ununterbrochene Bebauung und/oder eindeutig auf den Kern ausgerichtete Pendlerströme verbunden sind.
  4. In seinem tatsächlichen Umfang planungspolitisch gedämpft, in seinen Ursachen jedoch Prozessen wie in den USA ganz ähnlich. Dort separieren sich bereits Angehörige der Mittelschicht, wenn sie aus verschiedenen Berufsgruppen kommen.
  5. Statistischen Verfahren zur Mittelpunktsberechnung muss eine die Flächenabgrenzung vorangehen. Diese ist bei Europa naturgemäß uneindeutig. Am ehesten werden Verfahren akzeptiert, die mit Gewichtungen arbeiten, insb. der Bevölkerungsdichte. Menschenleere Gebiete wie Island, Lappland oder Nordrussland werden hierbei weniger berücksichtigt als Portugal oder Griechenland.
  6. Grundbesitz wurde hier früher im Erbfalle aufgeteilt, und nicht als Ganzes, wie etwa in Preußen, an den Erstgeborenen weitergegeben.
  7. Nach bestimmten Kriterien, z.B. höchste nutzbare Etage, ist er das noch immer.
  8. Ergebnis der Verhandlungen vom 20.9.2001 zwischen Vertretern von Deutscher Bahn AG (Mehdorn), Land Hessen (Ministerpräsident Koch, Verkehrsminister Posch) und Stadt Frankfurt (OB Roth, Planungsdezernent Schwarz).
  9. Mit 5 550 Unternehmen im IHK-Bezirk und einem Umsatz von 7,4 Milliarden Euro im Jahr 2001 liegt Frankfurt im internationalen Vergleich an achter Stelle der Werbestädte auf der Welt. Von den 20 größten deutschen Werbe- und PR-Agenturen haben acht ihren Sitz in der Mainmetropole.
  10. Mit einem Anteil über 86 Prozent (Stand 2001) am tertiären Sektor liegt Frankfurt deutlich an der Spitze aller Städte über 500000 Einwohner in Deutschland.
  11. Auf 1000 Einwohner kommen 929 Erwerbstätige (Stand 2001).
  12. Frankfurt liegt wie im Vorjahr zusammen mit Auckland, Bern, Kopenhagen und Sydney auf Platz 5 der Weltrangliste. Spitzenreiter sind Genf und Zürich, gefolgt von Wien und Vancouver. Düsseldorf steht auf dem zwölften, Berlin auf dem 15. und Hamburg auf dem 24. Platz. Mercer Human Resource Consulting ist mit 13000 Mitarbeitern der weltgrößte Berater für Organisationen und Personalverantwortliche und hat Kunden in mehr als 40 Ländern.
    Vergl. a. die gemeinsame Studie (Stand 2004) der IW Consult von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Zeitschrift Wirtschaftswoche mit dem Vergleich der 50 größten deutschen Großstädte. Hier liegt Frankfurt nach München auf dem 2. Platz, Mainz und Wiesbaden rangieren ebenfalls unter den besten sechs.
  13. Mit 350000 Reisenden pro Werktag gehört er zu den größten Kopf- und Personenbahnhöfen. 1800 Züge fahren täglich von hier ab oder kommen an. In Deutschland liegt er damit nach Verkehrsdichte an der Spitzenposition, nach Gleisanlagen auf Platz 2.
  14. New York und London sind die mit großem Abstand führenden internationalen Bankenplätze. In Europa folgen auf Frankfurt und Paris dann Mailand und Zürich.
  15. Das gilt für die weitaus meisten Großstädte im ehemaligen Westdeutschland, von Bayern abgesehen. Beinahe alle Großstädte, die im Einflussbereich des ehemaligen Warschauer Paktes lagen, haben dagegen die Funktion ihrer Innenstädte als Einkaufs- und urbaner Freizeitort bis auf rudimentäre Reste fast völlig aufgegeben. Wo hier einst die Innenstadt lag, finden sich aus einer politisch anderen Stadtdefinition heraus seit den 50er Jahren oft reine Wohnanlagen, häufig in Zeilenbauweise mit großzügigen Straßenfluchten und weiten Grünflächen dazwischen. Diese städtebaulichen Umstrukturierungen sind häufig nicht sinnvoll zu revidieren.
  16. Zum Vergleich: In München finden sich 7 Unternehmen aus dem DAX, in Frankfurt 3, Frankfurt-Bad Homburg 2, Bonn, Düsseldorf, Essen, Hannover, Köln jeweils 2.
  17. Die fünf Finger waren Mainzer Landstraße, Bockenheimer Landstraße, Reuterweg, Grüneburgweg und Eschersheimer Landstraße, jeweils zwischen Anlagen- und Alleenring.
  18. Neben 35 Generalkonsulaten und drei Konsulaten haben hier zwölf Honorargeneralkonsulate und 38 Honorarkonsulate ihren Sitz. Damit liegt Frankfurt vor München mit 34 Berufsvertretungen sowie Hamburg mit 30 und wird nur von der Bundeshauptstadt übertroffen. Für die nächste Zeit ist eine weitere Konzentration auf Frankfurt bzw. das Rhein-Main-Gebiet zu erwarten.
  19. Thomas Sieverts, 1997. In einer Zwischenstadt von eher netzförmiger Struktur gibt es statt eines großen funktionalen Zentrums, sprich der historischen Kernstadt, zahlreiche, je funktional und symbolisch unterschiedliche Zentren, die sich komplementär ergänzen und erst zusammengenommen das Wesen der Stadt ausmachen.
  20. Vergl. Frank Lloyd Wright: "Broadacre City", 1935.
  21. Dresdner Bank, Hertie, Neckermann, Philipp Holzmann, Hoechst, AEG, Degussa, MG Technologies (vormals Metallgesellschaft) wurden übernommen, haben sich aufgelöst bzw. ihren Sitz in andere Ballungsräume, teils im Ausland, verlagert.
  22. Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen liegt in Frankfurt mit 16349 Euro sogar unter dem deutschen Durchschnitt von 16467 Euro und damit von den 14 größten deutschen Städten an neunter Stelle. Nur in Dortmund, Dresden, Berlin, Duisburg und Leipzig verfügen Großstädter über weniger Geld. Dies steht in deutlichem Widerspruch zur Arbeitsproduktivität. Bei der Wertschöpfung je Erwerbstätigen steht Frankfurt mit 72547 Euro deutlich an der Spitze. Der Großteil des Einkommens, das in Frankfurt verdient wird, verteilt sich somit auf die Wohnsitzgemeinden der Pendler. Das höchste Pro-Kopf-Einkommen findet man in München mit 21367 Euro, gefolgt von Düsseldorf mit 20154 Euro, Bremen mit 19981 Euro und Stuttgart mit 19752 Euro. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte besteht aus Arbeitseinkommen und Vermögenseinkünften (Quelle: Bürgeramt Statistik und Wahlen, 2001, Frankfurt).
  23. 77 Prozent aller Langstreckenflüge, die auf deutschen Flughäfen starten, gehen von Frankfurt aus. Mit 13 Prozent folgt München auf Rang zwei (Stand 2003). Die Zahl der Fluggäste betrug 2004 über 50 Millionen.

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