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Hochhausbau im Raum Frankfurt / Rhein-Main
Überblick
Räumliche Lage
Die Stadt Frankfurt am Main ist die fünftgrößte
Stadt in Deutschland und bildet mit den benachbarten Großstädten
Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Offenbach sowie dem kleineren
Aschaffenburg den Ballungsraum Rhein-Main, der mit dem
Naturraum Untermainebene nahezu identisch ist. An der
Ostküste der USA, in Japan und in Europa berühren sich mittlerweile
benachbarte Ballungsräume. Dabei liegt Rhein-Main genau in der Mitte des
zentralen europäischen Kernraumes der sich fast lückenlos von
Mittelengland über Südengland (London), die Benelux-Staaten, die Region
Niederrhein, Rhein-Main, Oberrhein, die Schweiz, die Lombardei
(Mailand), Piemont (Turin), Südfrankreich bis nach Katalonien
(Barcelona) erstreckt. Diese offensichtlich exzellente Lage bedeutet
hohe Planungssicherheit. Die Region Rhein-Main hat damit ein selten
günstiges strategisches Potenzial, was nicht annähernd ausgeschöpft ist.
Der Begriff der Stadt
Betrachtet man die Einwohnerzahl von
Städten, muss man berücksichtigen, dass eine Definition nach formalen
Stadtgrenzen willkürlich ist. So greift bei Rom die Stadtgrenze bereits
weit ins ländliche Umland, während es sich bei Sydney umgekehrt verhält,
hier sind sämtliche "Stadtteile" selbstständig (s. folgende Tabelle).
Diese beiden Städte stellen somit die Extremwerte einer weiten Skala
dar. Da in Deutschland seit den seinerzeit heftig angefochtenen
Verwaltungs- und Gebietsreformen anfangs der 70er Jahre Eingemeindungen
kaum mehr durchführbar sind [2], findet das
städtische Wachstum, die Urbanisierung, häufig außerhalb der
formalen Stadtgrenzen statt. Dies gilt besonders für Stuttgart, dem Kern
des Ballungsraumes Mittlerer Neckar und für Frankfurt.
In der Geografie hat man sich folglich von der administrativen
Stadtgrenze als Stadtdefinition verabschiedet. Was nun als Ersatz heran
gezogen wird, unterliegt unterschiedlichen Ansätzen, die hier nicht
ausgeführt werden sollen. So stehen für die vielfältigen
Abgrenzungskriterien Begriffe wie
Ballungsraum, Ballungsgebiet, Verdichtungsraum,
Agglomération
(nach französischer Definition) oder Metropolitan area (im
englischsprachigen Raum). In den USA werden die Metropolitan areas
offiziell vom US Census Bureau abgegrenzt und verwendet. Der
Ballungsraum Rhein-Main wird überdies von mehr als einem bedeutenden
Kern dominiert, weshalb man von einem polyzentrischen
Ballungsraum [1] spricht. Er unterteilt sich somit
in Teilräume, die nun in etwa mit dem frz. Begriff der Agglomération [3]
am besten erfasst werden:
Frankfurt (u.a. mit Offenbach, Hanau und Bad Homburg),
Wiesbaden/Mainz
(u.a. mit Rüsselsheim), Darmstadt sowie Aschaffenburg.
| Stadt |
Jahr |
Einwohner innerhalb
der Stadtgrenze |
Einwohnerzahl der
Agglomeration |
Faktor |
| Berlin |
2002 |
3388000 |
4101000 |
1,2 |
| Brüssel |
2002 |
137000 |
978000 |
7,1 |
| Hamburg |
2002 |
1726000 |
2515000 |
1,5 |
| Mexiko-Stadt |
2000 |
8605000 |
17807000 |
2,1 |
| München |
2002 |
1228000 |
1894000 |
1,5 |
| Rom |
2002 |
2547000 |
2547000 |
1,0 |
| San Francisco |
2002 |
764000 |
4179000 |
5,5 |
| Stuttgart |
2002 |
587000 |
2593000 |
4,4 |
| Sydney |
2001 |
47000 |
3997000 |
85,0 |
| |
| Ballungsraum Rhein-Main: |
| Aschaffenburg |
2002 |
68000 |
168000 |
2,5 |
| Darmstadt |
2002 |
138000 |
525000 |
3,8 |
| Frankfurt |
2002 |
641000 |
1897000 |
3,0 |
| Wiesbaden |
2002 |
271000 |
780000 |
2,9 |
| Einige
ausgewählte Stadtagglomerationen Quelle:
Citypopulation.de |
Unter den großen Agglomérationen der Erde rangiert Frankfurt damit
unter den 200 einwohnerreichsten:
| Rang |
Agglomeration |
Einwohner in Mio. |
| 1 |
Tokio |
33,7 |
| 2 |
Mexiko-Stadt |
21,9 |
| 3 |
New York |
21,8 |
| 45 |
Ruhrgebiet |
5,8 |
| 73 |
Berlin |
4,1 |
| 136 |
Stuttgart |
2,6 |
| 144 |
Hamburg |
2,5 |
| 190 |
Frankfurt |
1,9 |
| 193 |
München |
1,9 |
| 199 |
Köln |
1,8 |
Was man häufig über den Umweg der Einwohnerzahl
wirklich zu beschreiben sucht, ist die Bedeutung einer Stadt.
Hier mangelt es besonders an eindeutigen Kriterien. Am ehesten kann dazu
die Anzahl und Größe von so genannten überörtlichen Einrichtungen
oder zentralen Einrichtungen dienen: Öffentliche
Verwaltungsbehörden, Sitze großer Konzerne, Kultureinrichtungen,
Verkehrseinrichtungen u.ä. Sie sind die maßgeblichen Faktoren, die den
Rang einer Metropole ausmachen. Je mehr hochrangige Einrichtungen in
einer Stadt zu finden sind, desto gesellschaftlich und wirtschaftlich
bedeutsamere Entscheidungen und Entwicklungen gehen von ihr aus, desto
größer ist ihr Einfluss aufs Umland, auf den gesamten Staat oder gar den
Kontinent. Deshalb findet man Den Haag, Luxemburg,
Genf
oder Lausanne im öffentlichen Bewusstsein (alle mit deutlich
unter 500000 Einwohnern und ohne größere Agglomération), aber keine der
funktionsarmen Megastädte aus Wellblech, wie sie in den letzten
Jahrzehnten auf der Erde entstanden sind.
Funktionale Einordnung
Die Region Rhein-Main ist Heimat bedeutender
Unternehmen. 50 der 500 größten Firmen Deutschlands sind hier mit ihrem
Sitz angesiedelt, von den 30 im DAX notierten findet man 6 [16].
Seit geraumer Zeit finden bei den Headquarters allerdings
empfindliche Verlagerungen statt, zahlreiche namhafte Firmen gingen
verloren [21], andere wie Arcor
(Telekommunikation) oder Thomas Cook
(Europas zweitgrößtes Reiseunternehmen, in der Welt Nr. 3) sind jedoch
hinzugekommen.
Mit fast jährlich 60.000 Tagungen und Kongressen hat sich Frankfurt als
bedeutendendes Kongresszentrum Deutschlands etabliert, nur von der
Hauptstadt Berlin überflügelt. Frankfurt ist nach der
Bundeshauptstadt konsularisches Zentrum Deutschlands. Die Stadt
beherbergt 88 Konsulate [18], 59 ausländische
Kammern und Handelsvertretungen sowie Fremdenverkehrsämter aus 54
Ländern. Die mit Abstand größte diplomatische Vertretung am Main ist das
US-amerikanische Generalkonsulat. Wenn die Vertretung 2005 in ihr neues
Domizil auf dem Gelände des ehemaligen General Army Hospitals
umzieht, wird sie mit 1000 Mitarbeitern die weltweit größte
amerikanische Auslandsvertretung sein. Dazu kommen etliche
Einrichtungen von zentralörtlich höchster Bedeutung wie Deutsche
Bahn AG (Sitz des Vorstandes nach Berlin verlagert), Deutsche
Bibliothek oder das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie.
Auch das Nationale Olympische Komitee
(hier finden wiederholt politisch ambitionierte Abwerbeaktionen statt)
oder der Deutsche Sportbund sind mit ihrem Sitz vertreten.
In Wiesbaden finden sich das Bundeskriminalamt (hier gibt es
ebenfalls politisch ambitionierte Verlagerungsdiskussionen) und das
Statistische Bundesamt, in Offenbach der Deutsche Wetterdienst,
in Langen die Deutsche Flugsicherung. In Darmstadt ist das
Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) der ESA zu
Hause, in Eschborn das Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle.
Durch den Hauptstadtbeschluss wurde jedoch der Bundesrechnungshof,
die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung von
Frankfurt nach Bonn verlegt. Auch im Bereich der Sitze von
Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden hat sich im Zuge der
Wiedervereinigung eine politisch bedingte Schwächung vollzogen.
Industrie
In zukunftsträchtigen Branchen wie Biotechnologie,
Chemie/Lifescience, Material- und Oberflächentechnik, Medizintechnik,
Mikro- und Messtechnologie, Pharmazie, Produktionstechnik,
Sensortechnik, Umwelttechnik, Verkehrs- und Transporttechnik sowie
digitaler Filmbearbeitung (Postproduction) nimmt die Region
europäische Spitzenplätze ein. Drei Firmen aus diesen Branchen, die
Linde AG in Wiesbaden, die Merck AG in Darmstadt und die
Fresenius AG in Bad Homburg, findet man im DAX. In Darmstadt
haben sich im Umfeld der Firmensitze von T-Online und der
Software AG, zweitgrößter Softwarehersteller in Deutschland,
zahlreiche Softwareentwicklungsunternehmen angesiedelt, dazu kommen
zahlreiche branchenverwandte Forschungsunternehmen. Wiesbaden ist
ebenfalls Standort verschiedener Softwareunternehmen. Dass die Region in
den Bereichen der Biotechnologie und Softwaretechnik geradezu einen
Rückstand aufholen muss, ist die Folge der hessischen Wirtschaftspolitik
besonders der 80er Jahre. Zu den größten Arbeitgebern der Region
gehört die Adam Opel AG mit Stammsitz in Rüsselsheim. Das
zweite industrielle Standbein, die Chemieindustrie, ist im Umfeld
zunehmend ungünstigerer Rahmenbedingungen zum Objekt großer Umwälzungen
geworden. Der einst weltgrößte Chemiekonzern
Hoechst AG hat sich in den 90er Jahren aufgelöst. Eine der
Nachfolgefirmen,
Aventis SA, hat, u.a. wegen steuerlicher und anderer
rechtlicher Vorteile, die Zentrale nun im französischen Straßburg. Das
ehemalige Werksgelände firmiert jetzt unter Industriepark Höchst
und ist Heimat verschiedenster branchenverwandter Unternehmen, u.a.
Aventis Pharma AG. Es bietet inzwischen fast wieder so viele
Arbeitsplätze wie zu früheren Hoch-Zeiten.
Handel
Der gesamte Ballungsraum liegt am Schnittpunkt
sehr alter, bedeutender europäischer Verkehrswege, überdies sind
benachbarte einwohnerreiche Ballungsräume nicht weit entfernt. Die
Kernstadt Frankfurt ist daher ein äußerst bedeutender Handelsplatz. Die
Messe Frankfurt, umsatzstärkste in Deutschland, bei der Hallenkapazität
nur von Hannover übertroffen, ist Gastgeber für internationale
Leitmessen wie Internationale Automobilausstellung
(IAA), Buchmesse, Ambiente (Konsumgüter) oder
Heimtextil. Insgesamt werden auf dem Messegelände jährlich 38
Messen und Ausstellungen veranstaltet bei denen über 36000 Aussteller
ihre Produkte präsentieren. 2,2 Millionen Besucher zählt die Messe
Frankfurt in Jahren, in denen die IAA stattfindet, 30 Prozent kommen aus
dem Ausland. 318 Millionen Euro setzt der Konzern Messe Frankfurt,
Veranstalter von über 300 Messen und Ausstellungen im In- und Ausland,
jährlich um. Damit ist der Messebetreiber der drittgrößte weltweit.
Verkehr
Aus florierendem Handel erwächst Verkehr. So lässt
die Zahl der Fluggäste den Rhein-Main-Flughafen weltweit seit
Jahrzehnten unter den zehn größten rangieren, in Europa liegt er für
2004 nach London-Heathrow
auf Position zwei [23], beim Frachtverkehr hat er
in Europa die Spitzenposition inne. Der Flughafen ist Basis der
Lufthansaflotte
und der europäische Hub der Star-Alliance sowie das deutsche
Postverteilungszentrum. Mit der seit 1998 geänderten Bundesgesetzgebung
unterliegt der Flughafenbetreiber
Fraport AG mit seinem Weltflughafen auch im Flugverkehrsbereich
im besonderen Maße gewissen Wettbewerbshindernissen im Vergleich zu
Paris, London oder Amsterdam. So hat der Flughafen Paris Charles de
Gaulle
Anschluss an die Bedeutung Frankfurts bekommen können. Der Flughafen ist
gerade in Zeiten langfristig schwindenden Wirtschaftswachstums eines der
prosperierendsten Wirtschaftsunternehmen der Region. Die Lage genau im
Zentrum des Ballungsraumes behindert die notwendigen
Erweiterungsmaßnahmen auf das Schwerste. Eine Verlagerung an den Rand
der Region, so wie seinerzeit erfolgreich in München umgesetzt, würde
die Region politisch überfordern. Über einen eigenen Fernbahnhof ist
der Flughafen gut ins europäische Fernbahnnetz eingebunden, nach Köln
und ins Ruhrgebiet führt eine eigens gebaute ICE-Trasse, eine zweite
Hochgeschwindigkeitsstrecke zum benachbarten Rhein-Neckar-Ballungsraum
ist in Planung. Der Frankfurter Hauptbahnhof, eine großartige Anlage aus
dem ausgehenden 19. Jahrhundert, ist einer der bedeutendsten in Europa [13].
Westlich von Mainz hat sich inzwischen Frankfurt-Hahn als
zweiter Flughafen der Region etabliert, der den Pauschaltourismus- und
Tiefpreismarkt abdeckt. Nach Fluggästen rangiert dieser Flughafen
inzwischen unter den zehn größten in Deutschland, nach Fracht unter den
vier größten. Für Privatflieger steht zusätzlich der Flugplatz
Egelsbach zur Verfügung.
Medienlandschaft
Frankfurt ist Heimat für fast 200 Buch- und
Zeitungsverlage. Neun Tageszeitungen, darunter auch ausländische Titel,
erscheinen hier. Auch als profilierter Standort von Werbeagenturen kann
die Region gelten [9]. 80 Filmproduktionsfirmen
machen nicht nur Werbespots, sondern arbeiten auch im Auftrag der
US-Filmindustrie. Das eDIT/VES-Filmfestival
in Frankfurt gilt mittlerweile als führende europäische Veranstaltung
zum Thema Film im digitalen Zeitalter. In Mainz ist das ZDF zu
Hause, in Wiesbaden findet man diverse kleinere Fernsehstudios. Im
übrigen war das politische Umfeld in Hessen in den hierfür
entscheidenden 80er Jahren nicht dazu geeignet, eine Entwicklung wie
etwa in Köln einzuläuten. Frankfurt ist jedoch mit 85 Prozent Anteil
der deutsche Knoten im Fernmelde- und Internetwesen (DECIX), in
Europa nur übertroffen von London und Amsterdam. Somit kann die Region
den schnellsten und sichersten Zugang zum Internet bieten.
Dienstleistungen
Der Ballungsraum und insbesondere Frankfurt sind
stark dienstleistungsgeprägt [10]. Innerhalb der
Dienstleistungsbranchen weisen Finanzierung, Vermietung und
Unternehmensdienstleistungen in Deutschland die größte Dynamik auf. Hier
gab es in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren fast 25 Prozent
mehr Arbeitsplätze. Besonders stark ist dieser Wirtschaftszweig wiederum
in der Mainmetropole, hier nimmt er bereits 37,5 Prozent aller
Beschäftigten auf. So haben etwa von den 25 größten IT-Beratungs- und
Serviceunternehmen in Deutschland sieben ihren Sitz in Frankfurt. Die
IBM-Niederlassung
in Frankfurt ist nach Stuttgart die größte in Deutschland. In Wiesbaden
finden sich besonders Versicherungen und Unternehmensberatungen. Im
Umfeld des Rhein-Main-Flughafens und im Kreis Offenbach haben sich
zahlreiche Logistikunternehmen niedergelassen.
Der Finanzplatz im Besonderen
Laut US-Wirtschaftsmagazin Fortune steht
Frankfurt, nach Singapur, San Francisco Bay Area, London und New York,
auf Platz fünf der "Business-Städte" weltweit. Die Führungsposition im
Bankenbereich erwächst aus den Sitzen von Europäische Notenbank
(Vorläufer 1994 - 1998 Europäisches Währungsinstitut), Bundesbank (seit
1957), Landesbank Hessen-Thüringen, Landeszentralbank Hessen, Deutsche
Bank, Commerzbank, Dresdner Bank (inzw. zur Allianz-Group/München
gehörend), der DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volks- und
Raiffeisenbanken), Kreditanstalt für Wiederaufbau (größte Deutsche
Förderbank), Deka-Bank (Investmenthaus der Sparkassen), Eurohypo
(gemeinsame Hypothekenbank von Deutsche Bank, Dresdner Bank und
Commerzbank) und Deutsche Börse AG. Von den zehn größten deutschen
Banken haben somit fünf ihren Sitz in der Mainmetropole. Insgesamt sind
es weit über 300 Kreditinstitute, darunter gut 200 ausländische Banken.
Dazu kommt künftig die EU-Aufsicht für das Versicherungswesen. Die Börse
ist der weltweit drittgrößte börsenmäßig organisierte Umschlagplatz
hinter New York und London. Hier werden 85 Prozent (3800 Milliarden
Euro) des deutschen Börsenumsatzes in Aktien und festverzinslichen
Wertpapieren getätigt. Im Umfeld siedeln branchenspezifische
Bildungseinrichtungen, Forschungsabteilungen, Unternehmensberatungen,
internationale Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzleien, PR- und
Werbeagenturen und bedeutende Wirtschaftsmedien. Dies ordnet Frankfurt
nach London und etwa gleichauf mit Paris als hochrangiges europäisches
Bankenzentrum ein [14]. Somit liegt die Region,
insbesondere seine größte Kernstadt, nicht nur im Wettstreit mit den
übrigen Metropolregionen Deutschlands, sondern auch denen anderer
Länder. Dabei kommt man in der Region ohne das politische Umfeld und
Subventionen aus, wie ihn Hauptstädte genießen. Die Steuergesetzgebung
in Deutschland ist gerade im Finanzwesen im Zeichen der Globalisierung
wenig hilfreich, die deutsche Bankenlandschaft verhältnismäßig
zersplittert und ertragsschwach. Die EU-Osterweiterung kann dem
Finanzplatz wegen der traditionell engeren Beziehungen zwischen
Deutschland und Osteuropa mittelfristig bessere Perspektiven eröffnen.
Das Kräftedreieck aus Finanzplatz (Banken), Handelsplatz (Messe) und
Verkehrsdrehscheibe (internationaler Großflughafen) spielt die
entscheidende Rolle für die Attraktivität im Ausland. Von den
ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland entfallen 24 Prozent
(vorwiegend aus den USA, Großbritannien und Frankreich) auf Hessen, und
hier fast ausschließlich auf den Regierungsbezirk Darmstadt, der etwa
zur Hälfte vom Ballungsraum Rhein-Main eingenommen wird. So ist
Frankfurt seit vielen Jahrzehnten die Stadt der Baukräne.
Maßgeblich ist bei allem die zentrale Lage in Europa [5].
Daraus folgt die überproportionale Nachfrage nach Büro- und
Dienstleistungsflächen. So waren 2003 die Mieten für Büroflächen nach
London, Paris, Moskau und Mailand die höchsten in Europa.
Lebensumfeld
In Frankfurt/Rhein-Main bevorzugt die Mehrheit der
Menschen ganz offensichtlich eine periphere Urbanität in der Spielart
von
Los Angeles, weniger die zentrumsorientierte von Wien, Berlin
oder München. Es hat sich eine Großstadt entwickelt, die zugleich
Regionalstadt ist, eine Zwischenstadt [19],
ein Phänomen, das auch andernorts zu beobachten ist, etwa in der
Randstad in den Niederlanden [1]. Der
"Stadt-Archipel" Rhein-Main ist tatsächlich die - wenn auch gewiss
zufällig entstandene - europäische Umsetzung einer durchgrünten
Stadtlandschaft wie man sie etwa in den 30er Jahren als Vision entwarf [20].
Verschiedene Untersuchungen belegen die hohe
Lebensqualität der Region und ihrer Städte, so die jährlich erstellte
Studie von Mercer Human Resource Consulting, London [12],
in der Städte in 39 Kategorien wie Ökonomie, Umwelt,
Gesundheitsversorgung, Bildungsangebot und Sicherheit, auf ihre
Lebensqualität hin untersucht werden. Bei weltweit 215 untersuchten
Großstädten erreichte Frankfurt erneut Platz 5.
Die Region kann mit überdurchschnittlich vielen
Kultureinrichtungen aufwarten. Mit dem klassizistischen Prunkbau
Alte Oper besitzt Frankfurt ein internationales Konzert- und
Kongresszentrum, in dem jährlich 400 Konzerte, Bälle und sonstige
Veranstaltungen stattfinden. Ein erlesenes jährliches Musikereignis im
Grünen bietet dagegen das Rheingau-Musikfestival
bei Wiesbaden. Das Senckenbergmuseum (Naturgeschichte) in
Frankfurt genießt Weltgeltung. In den 80er Jahren wurde in einem viel
beachteten Kraftakt seitens der Stadt Frankfurt, namentlich durch
Hilmar Hoffmann (Kulturdezernent 1972-1990) und Oberbürgermeister
Walter Wallmann, u.a. das
Museumsufer (Deutsches Architekturmuseum, Deutsches Postmuseum,
Deutsches Filmmuseum), die Kunsthalle Schirn und das
Museum für Moderne Kunst geschaffen. Die im anschließenden Zeitraum
zunehmend wahrnehmbaren regionalpolitischen Schwierigkeiten, der Verlust
von Steuereinnahmen der großen Kernstadt an den Vorortgürtel und nicht
zuletzt die politischen Veränderungen die mit der Wiedervereinigung
einhergehen haben hier der Weiterentwicklung ein Ende gesetzt.
Der Frankfurter Palmengarten, ein
botanischer Schaugarten, sowie der Kurpark von Bad Homburg, 150 Jahre
alt und mit 44 Hektar der größte Deutschlands, gehören zu schönsten und
bedeutendsten Gartenanlagen in Deutschland. Der Frankfurter Zoo konnte
seinen einstigen Rang, das
Exotarium ausgenommen, nicht ganz bewahren. Bis in die 70er
Jahre war der Zoo unter der Leitung von Prof. Dr. B. Grzimek
für seine wissenschaftliche Leistung berühmt und für Besucher ein
Magnet. Platzmangel verbietet nun artgerechte Tierhaltung. Für einen
großzügigen Neubau an anderer Stelle fehlt der Region seit Jahrzehnten
der politische Konsens. Einen landschaftlich reizvoll gelegenen zweiten
Zoo gibt es bei Kronberg im Taunus.
Zu den drei Universitäten in Frankfurt, Mainz und
Darmstadt kommen in Frankfurt die Theologische Hochschule, die
Musikhochschule und die private Hochschule für
Bankwirtschaft (HfB), in Offenbach die Hochschule für
Gestaltung und in Darmstadt die Akademie für Tonkunst,
sowie etliche Fachhochschulen. Im Umland von Wiesbaden findet man die
private Europa Fachhochschule Fresenius
in Idstein und die gleichfalls private European Business School
(EBS)
in Oestrich-Winkel. Die Goethe-Universität in Frankfurt zählt
mit über 40000 Studierenden, davon weit über 7000 aus dem Ausland mit
Herkunft aus über 90 Nationen, zu den zehn größten Hochschulen
Deutschlands. Nach Bezug des neuen
Standorts, man wechselt vom Stadtteil Bockenheim ins benachbarte
Westend, wird dort ein völlig neuer großzügiger Universitätscampus
entwickelt.

Verwaltungsgebäude Universität Frankfurt
Dazu kommen alleine in Frankfurt mehr als 50
wissenschaftliche Einrichtungen, u.a. das Paul-Ehrlich-Institut,
die Max-Planck-Institute für Biophysik, für Hirnforschung und
für europäische Rechtsgeschichte, das Sigmund-Freud-Institut
und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft. Die
für viele renomierteste deutsche Hochschule, die Universität in
Heidelberg, ist von Frankfurt aus in kaum 80 Kilometern, von Darmstadt
in 50 erreichbar. Dazu kommen in der Region internationale Schulen,
so die Europäische Schule und die Japanische Internationale
Schule, beide in Frankfurt. Die Frankfurt International School
(im Vorort Oberursel gelegen, mit einer Dependance in Wiesbaden) ist mit
1700 Schülern die zweitgrößte internationale Schule Europas.
Komplettiert wird das Angebot durch Eliteschulen wie die
Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim bei Wiesbaden.
Obgleich besonders die Kernstadt Frankfurt alles
andere als autofreundlich gebaut ist, steht man hier im Gegensatz zum
Vorortgürtel selten in Staus. Der Berufspendlerverkehr der Region kann
Dank des länderübergreifenden
Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) auf ein hervorragend
ausgebautes S-Bahn-Netz bauen. Mit den jüngst fertig gestellten Linien
im Umland von Offenbach ist das Netz nahezu lückenlos. Perfekt würde das
Netz durch eine in Planung befindliche Ringbahn um Frankfurt. Das größte
Realisierungshemmnis ist abermals die sich verschärfende
Stadt-/Umland-Rivalität. Der U-Bahn-Bau in Frankfurt wurde dagegen von
zahllosen Konzeptionsbrüchen begleitet. Obwohl nach Berlin und Hamburg
hier das dritt älteste Netz Deutschlands begonnen wurde, verfügt z.B.
München inzwischen über ein weitaus ausgedehnteres und gelungeneres
Netz.
An großstädtischen Einkaufsmöglichkeiten herrscht
geradezu Überfluss. Die Frankfurter Haupteinkaufsstraße Zeil
liegt nach Fußgängerfrequenz und Umsatz an der Spitze in Deutschland. In
ihrem näheren Umfeld, etwa um Börse und Alte Oper, finden sich die
Einkaufslagen des gehobenen Bedarfs. Dazu kommen in allen vier
Himmelsrichtungen an der Peripherie große Einkaufszentren. Gegen
Jahresende zieht der Frankfurter Weihnachtsmarkt, zwischen Zeil und
Mainufer gelegen, als einer der anerkannt schönsten in Deutschland
Millionen von Besuchern an. Wiesbaden ist besonders für den gehobenen
Bedarf ein ebenfalls lohnendes Ziel. Hier, sowie in Bad Homburg, findet
man auch eine Spielbank. Anhänger des Karnevals nennen Mainz in einem
Atemzug mit Köln und Düsseldorf. Was den Liga-Sport betrifft, hat man
die Auswahl von Fußball (z.B. Eintracht Frankfurt) über Eishockey
(Frankfurt Lions), Handball (SG Wallau-Massenheim) und American Football
(Frankfurt Galaxy) bis zu Basketball (Deutsche Bank Skyliners). Dazu
kommen fast ein Dutzend Golfplätze.
Im 100-Kilometerradius um Frankfurt findet man
allerdings weder Meeresküsten, große Seen noch Hochgebirge, dafür aber
eine tatsächlich außergewöhnliche Landschaftsvielfalt mit teils
weltberühmten Tälern (Rheintal mit Loreley, ein Weltkulturerbe
der UNESCO, Lahntal,
Nahetal), bekannte Weinbaugebiete (Rheingau),
vulkanisch geprägte Mittelgebirge (Vogelsberg,
UNESCO-Biosphärenreservat
Rhön), naturnahe Flussauen (Kühkopf), sehr zahlreiche und
teils berühmte Kurorte (u.a. Bad Homburg) und Heilbäder sowie unzählige
mittelalterliche Burgruinen und Stadtbilder (Büdingen, Gelnhausen,
Miltenberg, Michelstadt uvm.). Die Berge und Wälder im
Taunus (bis 880m, im Winter noch immer verschneit) erreicht man
sogar per Stadtbahn direkt aus der Frankfurter Innenstadt. Am Hauptkamm
findet man auch Befestigungsanlagen aus der Römerzeit, so das
rekonstruierte
Saalburgkastell.
Städtebauliches Umfeld
Der Ballungsraum ist administrativ zersplittert.
Er berührt drei Bundesländer, wobei etwa die Landesplanung in München
nachvollziehbar wenig Interesse haben kann, das bayerische Aschaffenburg
als Teil des hessisch dominierten Rhein-Main-Gebietes funktional zu
stärken. Mainz bietet hier als prosperierende Landeshauptstadt von
Rheinland-Pfalz zwar Kompensation, liegt jedoch jenseits einer
beharrlichen kulturhistorischen Grenze, dem Rhein (obgleich bis 1945
Teil des Freistaates Hessen-Darmstadt). Auch den formalen
Stadtgrenzen wird in Deutschland, aus vielerlei Gründen, ein überaus
hohes Gewicht beigemessen. So erhalten diese in der öffentlichen
Wahrnehmung einen überzogenen Stellenwert. Im Rhein-Main-Gebiet wird mit
Mitteln der Regional- und Flächennutzungsplanung durch einen geradezu
schutzwallartigen Gürtel aus Wald- und Freiflächen ein Zusammenwachsen
von Frankfurt mit seinen Vororten unterbunden, gleiches gilt für die
anderen Kernstädte der Region. In anderen Großräumen, etwa Hamburg,
Hannover, Amsterdam oder Stockholm, verfolgt man dagegen ein
Planungsmodell von Entwicklungsachsen, die strahlenförmig aus
der Kernstadt herauswachsen und ebenso Wald- und Freiflächen bis ans
Stadtzentrum heranreichen lassen. Die Fixierung der Stadtgrenzen
läuft einher mit einer stärkeren sozialen Desintegration. So stehen im
Rhein-Main-Gebiet Vorortgemeinden mit stabiler Sozialstruktur und teils
sehr hohem Einkommensteueraufkommen Kernstädten mit aufgelöster
Sozialstruktur und vermehrter Anhäufung sozial Schwacher gegenüber [22].
Entsprechend unterschiedlich sind die Ausstattungen der jeweiligen
Kommunen etwa hinsichtlich Schulen, Grünflächen oder öffentlicher
Einrichtungen. In diesem Zusammenhang sind Eingemeindungen nicht mehr
durchsetzbar. Frappierend ist, dass dieser Prozess einerseits durch
öffentliche Gelder (Steuervergünstigungen) forciert wird, andererseits
die Gelder ausgehen, um die zunehmenden Infrastrukturschäden zu
reparieren. Vergleichbare, weit fortgeschrittene Entwicklungen finden
sich in manchen angelsächsischen Ländern, wo selbstständige, extrem
wohlhabende Mini-Städte tatsächlich inmitten großer aber verarmter
Millionenstädte liegen [4]. Inzwischen haben auch
etliche große Unternehmen ihren Sitz im Vorortgürtel, obwohl dort nicht
entstanden, so Thomas Cook, Aventis Pharma,
Celanese, Eurohypo oder
Arcor. Entsprechend fehlt das homogene Umfeld zum Neubau lang
anstehender Einrichtungen wie eines großen Sportparks oder eines
Regionalzoos. Damit sind keine Veranstaltungen im Range einer
Weltausstellung oder Olympischer Spiele zu erwarten. Solches erforderte
einen gemeindeübergreifenden Finanzausgleich, der sich nur durch massive
äußere Zwänge (Gesetzesakt, Wirtschaftskrise o.ä.) einstellen würde.
Wenig hilfreich, wenn nicht sogar entscheidend, ist die politische
Instabilität der Region. Seit der Zeit des Wiederaufbaus tendieren die
Wahlergebnisse auf Landes- und auf kommunaler Ebene zu einem ständigen
Wechsel der jew. politischen Führung, mindestens aber zu einem
Koalitionszwang. Es bleiben häufig nur eine oder zwei Wahlperioden, um
mit den jew. Konzepten einen Erfolg zu erzielen, dann wird das meiste
revidiert. Es ist zudem ein offenes Geheimnis, dass Landesregierungen in
Hessen selten ihren Handlungsschwerpunkt auf das innere
Rhein-Main-Gebiet legen. Die sich teils heftig widersprechenden
Erfordernisse sind wenig geeignet, politisch unbeschadet zu überleben.
Das hohe funktionale Gewicht von Rhein-Main
spiegelt sich in Folge der polyzentrischen Ballungsraumstruktur
städtebaulich und architektonisch also nur bedingt wieder. Der Geist
einer Corporate Identity, oder ein Image, wird somit
nicht begünstigt. Hinzu kommt die Entwicklung Frankfurts als freie
Reichsstadt, die weder Residenz eines Landesfürsten noch eines
Kirchenoberhauptes war. Mithin fehlen repräsentative öffentliche Anlagen
wie man sie aus Hannover, Dresden oder München kennt. Frankfurt und
Offenbach waren als bedeutende Industriestandorte auch Ziel schwerster
Bombenangriffe im II. Weltkrieg. Die Wunden sind auch nach bald 60
Jahren nicht zu leugnen. Die gründerzeitlichen Wohngürtel haben ihre
städtebauliche Struktur bewahren können bzw. zurückgewonnen. Der
mittelalterliche Stadtkern von Frankfurt mit dem seinerzeit größten
Fachwerkhausbestand in Deutschland ist jedoch in Schutt und Asche
versunken. Dennoch haben alle Kernstädte der Region die Funktion ihrer
Innenstädte völlig erhalten können [15].
Die geschlossene Lage beiderseits eines mittelgroßen Flusses beschert
Frankfurt allerdings einen städtbaulichen Reiz wie ihn keine
vergleichbar große Stadt in Deutschland übertreffen kann. So müssen etwa
die städtischen Flusspromenaden aller Städte im Hinterland der Nordsee
am großen Tiedenhub leiden, der gewaltige unattraktive Flussböschungen
hinterlässt. Die Städte am Niederrhein liegen zwar an einem
beeindruckenden Fluss, sind aber regelrecht in zwei Hälften geteilt.
Andere Städte wenden ihrem Fluss den Rücken zu, oft weil die Innenstadt
deutlich vom Ufer abrückt. Die Innenstadt von Frankfurt ist dagegen auf
ihren Fluss geprägt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es beidseits
lange und durchgängig von Platanen gesäumte Uferpromenaden die über
zahlreiche Brücken und Stege verbunden sind und eindeutig ans Seine-Ufer
von Paris erinnern.
Die Kernstadt Frankfurt hat die mit Abstand
höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland [11].
Die täglichen Pendlerströme in die Region reichen weit nach Norden in
den Westerwald (Montabaur), nach Mittelhessen (Marburg) und Osthessen
(Fulda), in den Spessart, den Heidelberger Raum und in den Hunsrück.
Dazu kommen Wochenpendler aus Nordhessen (Kassel) und dem westlichen
Thüringen, manche aus der Eifel. Im inneren Rhein-Main-Gebiet findet man
daher einen höheren Anteil von Einzimmerwohnungen als Folge der
Wochenpendler und einen geringeren Anteil von Reihenhäusern und frei
stehenden Häusern. Auf dem Gelände von ehemaligen Kasernen, die gesamte
Region war ein Schwerpunkt der Stationierung amerikanischer
Streitkräfte, werden neue Wohnsiedlungen gebaut um u.a. den Anteil von
Reihenhäusern zu erhöhen. Dazu kommt in Frankfurt seit gut zwei
Jahrzehnten eine aufwändige Revitalisierung großer innenstadtnaher
Wohnquartiere bis hin zum völligen Um- und Neubau, so entlang des
Mainufers in den hochwertigen Standorten
Deutschherrnviertel (u.a. Main
Plaza), Osthafen (u.a.
Europäische Notenbank), Allianzkai und am Westhafen
(u.a.
Westhafen Tower, Sitz der
Europäischen Versicherungsaufsicht Ceiops (Committee of European
Insurance and Occupational Pensions Supervisors)). In diesem
Zusammenhang steht auch die City West
(u.a. IBC,
Scala,
American Express,
Blue Heaven,
Drehscheibe) nahe der Messe. Diese
Viertel liegen teils in Nachbarschaft zu sozialen Problemvierteln. Es
bleibt abzuwarten, ob diese sehr erfolgreich initiierten Neubauviertel
genug Strahlkraft entwickeln um dauerhaft auch die Nachbarschaft zu
befruchten. Ein ähnlich ausgerichtetes Revitalisierungsprojekt findet
man in Offenbach am Mainhafen, der in einen Wohn- und Bürostandort
umgewandelt werden soll. Ein bislang vollends im Schatten gelegener
Frankfurter Stadtteil, der ungeplant und damit eher unerwartet eine
reizvolle Entwicklung nimmt, ist das einstige Industrie- und Hafengebiet
im Osten der Stadt entlang der Hanauer Landstraße. Auf Brach- und
mindergenutzten Flächen stehen inzwischen Investitionen von über 600 Mio
Euro (u.a. ein großes Büro- und Forschungszentrum für Unternehmen der
Pharmaindustrie und Biotechnologie) für die nächsten fünf Jahre an.
Städtebaulich außergewöhnlich reizvoll ist die hessische
Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Innenstadt liegt im stark hügeligen
Grund eines nach Süden gerichteten Bergkessels. Manche innerstädtische
Straßenkreuzung, die auf der Anhöhe eines überbauten Hügels zu liegen
kommt, lässt an die spektakulären Straßen von San Francisco denken. Dazu
tragen viele gründerzeitliche Straßenzüge Fassaden, die durch große
Wintergärten und Erker geprägt werden. An den Taunusabhängen finden sich
kunstvoll arrangierte Aussichtspunkte, deren Anhöhe, so am Neroberg,
sogar per historischer Zahnradbahn erklommen werden kann.
Der Hochhausbau
Zu den erwähnten planungspolitischen Eigenheiten
kommt eine auffällig kleinräumige Parzellierung, die Folge der
Realteilung
[6] im Rhein-Main-Gebiet. Beides zusammen bewirkt
eine gehemmte Ausbreitung des Urbanisierungsprozesses in der Fläche. Dem
steht ein hoher Siedlungsdruck als Folge des o.g. sozialen
Auseinanderfallens und dem Bedarf nach Dienstleistungs- und Büroflächen
entgegen. Beide Prozesse laufen im Rhein-Main-Gebiet bereits länger und
konzentrierter ab als im übrigen Bundesgebiet. Ausweichmöglichkeiten
gibt es damit nur in der Höhe, und dies betrifft in geringerem Maße auch
den Wohnungsbau.
Wohnhochhäuser
Anders als beispielsweise im Ballungsraum
Rhein-Ruhr findet man in den Städten des Rhein-Main-Gebietes am
Stadtrand oder neben alten Ortskernen unvermittelt Hochhaussolitäre oder
ganze Hochhausgruppen. Diese wurden in den 60er und 70er Jahren
errichtet. Beispiele finden sich in
Offenbach, in Darmstadt in der Siedlung
Kranichstein, sowie in
Eschborn,
Frankfurter Berg,
Hattersheim,
Langen,
Maintal oder
Nieder-Eschbach. Ihre ursprüngliche
Ausgestaltung mit Fassaden aus Sichtbeton, oft Waschbeton, einfachen
Grund- und Aufrissen, die Stapelware in Regalen ähnelt, war einst
effizient, fand aber wenig Anklang und wurde nur bis in die 70er Jahre
verfolgt, einzelne Nachzügler ausgenommen. Isolierte Großsiedlungen im
Stile von Köln-Chorweiler, Nürnberg-Langwasser oder München-Neuperlach
entstanden allerdings nicht. Die Gebäudehöhen bleiben meist unter 70m.
Die Häuser stehen meist als Solitäre, wallartige Hausverkettungen findet
man kaum. Inzwischen werden etliche dieser Wohnhochhäuser komplett
saniert und in Wohneigentum überführt. Ein langwieriger Prozess, den
immer ein Imagewechsel begleiten muss. Einige Hochhausstandorte
bestechen durch eine besonders reizvolle Lage. Im Relief der weiten
Untermainebene fallen einige städtebaulich bedeutsame Steilhänge
beiderseits des Mains auf, so in Frankfurt am Bornheimer Hang
und am Sachsenhäuser Berg und nahe am Rhein bei
Hochheim. Hier findet man jeweils auf der Anhöhe ungemein
aussichtsreiche Wohnhochhäuser. Leider verkennt die Stadtplanung
regelmäßig das Potenzial dieser Lagen. An solchen im Wortsinne
hervorragenden Standorten wären sogar hochwertige Wohnhochhausanlagen
vorstellbar wie man sie aus Nordamerika, z.B. in
Vancouver, Seattle oder San Francisco, kennt.
Bürohochhäuser in der Zeit des Wiederaufbaus
Frankfurt ist ein Finanzzentrum. Damit hängt der
für Deutschland lange Zeit unübliche Bau von Bürohochhäusern zusammen.
Der Bau von Bürohochhäusern setzt Anfang der 50er Jahre zögerlich ein.
Er beginnt mit folgenden Objekten:
| Gebäude |
Höhe (m) |
Adresse |
Status |
Etagen |
Jahr |
| AEG |
40,0 |
(Sachsenhausen)
Theodor-Stern-Kai |
Abgebr. |
11 |
1951 |
|
Fernmeldehochhaus Telekom |
48,0 (ca.) |
(Innenstadt) Große
Eschenheimer Str |
Abgebr |
12 |
1954 |
| Bienenkorbhaus |
43,0 |
(Innenstadt) Konstabler
Wache |
Bestand |
11 |
1954 |
Die Höhen bleiben unter 50m; einzige Ausnahme
bildet das Fernmeldehochhaus, das lediglich aus technischen Gründen über
diese Grenze hinausgehen muss (mit Masten 74,8m). So finden sich in den
oberen Etagen auch lediglich fernmeldetechnische Einrichtungen. Mit
Beginn der 60er Jahre entsteht in Architektur, Konstruktion und
Stadtlage das Gebäude, das im Rückblick als eigentlicher Beginn des
Hochhausbaus in Frankfurt gelten darf: Der Deutschlandsitz der
Zürich-Versicherung (heute Zürich-Agrippina-Versicherung,
inzw. abgebrochen). Im Gefolge setzt eine Phase mit drei Bauwerken ein:
|
Zürichhaus |
66,9 |
(Westend) Bockenheimer Landstr 2-4 |
Abgebr. |
19 |
1962 |
| Arca-Haus (ehem. DER) |
45,0 |
(Westend) Eschersheimer Landstr |
Bestand |
12 |
1962 |
|
Hotel Intercontinental #1 |
66,6 |
(Bahnhofsviertel)
Wilhelm-Leuschner-Str 43 |
Bestand |
21 |
1963 |
|
Nationalhaus |
56,6 |
(Innenstadt) Neue Mainzer Str 1 |
Bestand |
16 |
1964 |
Diese ersten Hochhäuser werden an prägnanten
Standorten platziert, z.B. als Brückenköpfe beiderseits des Mains.
Der Bau des
Shell-Hochhauses (heute
Bürocenter Nibelungenplatz) markiert darauf eine ganz neue
Dimension in Deutschland: das seinerzeit landesweit höchste Haus mit um
die 100m. Das Gebäude liegt dabei deutlich außerhalb der Innenstadt an
einer großen Ringstraße, Ausdruck eines anderen Leitbildes unter
Hans Kampffmeyer, Planungsdezernent in Frankfurt 1956-1972. Diese
Dezentralisierung postiert Hochhäuser ringförmig um die Stadtmitte.
Die innenstadtferne Lage in einem Wohngebiet der Gründerzeit provoziert
jedoch heftige Proteste; Gebäude und Lage finden lange keine Akzeptanz
in der näheren Umgebung. Heute ist nach umfangreichen Umbau- und
Modernisierungsmaßnahmen, der Ummantelung mit einer postmodernen Fassade
und dem Einzug einer Fachhochschule Ruhe eingekehrt. Hierzu gehören
auch Projekte wie die Bürostadt Niederrad und das bis heute nur
in Ansätzen verwirklichte Kaiserleiviertel. Auch der Standort
der
Bundesbank geht auf dieses Leitbild
zurück. Vergleichbare Leitbilder finden sich u.a. in München im
Arabella-Park
und in Hamburg in der City Nord. Im ganz großen Maßstab gibt es
Beispiele in Paris mit der La Defense und in den Docklands
von London.
Der Fingerplan von 1967/68
Mit der Zeit setzt eine Phase exzessiver
Grundstücksspekulation ein, insbesondere im gehobenen Stadtteil
Westend, wie sie bis dato im Lande unbekannt ist. Nach den
Erfahrungen am Shell-Hochhaus wechselt Kampffmeyer das städtebauliche
Konzept; nun sollen sich die künftigen Hochhäuser fingerförmig aus der
westlichen Innenstadt heraus anordnen und dabei das Westend überspannen
[17]. Aus der räumlichen Nähe des Westends mit
seiner einkommensstarken Bevölkerung zur geisteswissenschaftlich
orientierten Universität entwickelt sich in merkwürdiger Allianz erneut
eine Gegenbewegung. Bürgerinitiativen, Hausbesetzungen, Straßenkampf und
Barrikadenbau beherrschen lange Zeit das politische Klima. Dies und die
allgemeine politische Situation in den auslaufenden 60er Jahren lässt
die weitere Entwicklung ins Stocken geraten. Einige Projekte geraten in
diesem Umfeld zu Bauruinen die jahrelang ganze Stadtteile prägen, so das
Westend-Center, heute Hochhaus
am Park. Anfang der 70er Jahre nimmt man unbeirrt die nächste
Hürde. Zum ersten Mal entsteht ein wirklicher Wolkenkratzer,
das so genannte
Selmi-Hochhaus. Das Projekt eines
iranischen Investors (heute das Cityhaus mit dem Hauptmieter
DZ-Bank, ebenfalls im Westend) gerät zum Symbol. Ein nächtlicher
Baustellenbrand hoch oben im fertiggestellten Rohbau des Hochhauses
verursacht einen nächtlichen Volksauflauf. Die Feuerwehr findet nur
schwer einen Weg durch die applaudierende Zuschauermenge. Eine
städtebaulich glücklose Epoche geht zu Ende.
Der City-Leitplan
Anfang der 80er verfolgt man ein Konzept des
Städteplaners
Albert Speer, das im Osten der Stadt die Hanauer Landstraße
und im Westen den Reuterweg über Mainzer Landstraße
bis
Galluswarte als Hochhausschwerpunkte vorsieht. Mit dem 1980
begonnenen Bau der Doppeltürme der
Deutschen Bank
bahnt sich erste Akzeptanz an. Zwar besteht ein Problem weiterhin - die
Lage auf einem ehemaligen Villengrundstück mit großen Baumbeständen im
sensiblen Westend -, architektonisch hat aber ein Wechsel eingesetzt.
Statt eines rein funktionalen Betonkastens entstehen zwei
schlanke und vollkommen spiegelglasverkleidete Türme. Die
Aufspaltung in separate Baukörper nimmt das Volumen zurück und lässt
Licht auf die umliegenden Wohnstraßen fallen. Die meisten Projekte
werden jedoch an Speers Plan vorbei entwickelt, so an der Messe, wo
Oskar Matthias Ungers mit seinem
Torhaus Furore macht. Damit wird
Hochhausbau in Frankfurt eine Sache der Architekten und weniger der
Investoren. Einen Fehlversuch gibt es direkt am Hauptbahnhof mit dem
Campanile. Hier ist es erneut die
Lage, die dem Projekt schadet, die unmittelbare Nähe zu einem
gründerzeitlichen Wohnviertel. Dieses Projekt hat mitentscheidende
Auswirkungen auf einen Kommunalwahlkampf. Was während dessen beinahe
unbemerkt seinen Anfang nimmt, steht bleistiftgleich an einem großen
Einfallstor der Stadt und ist zum Wahrzeichen einer ganzen Region
geworden: der postmoderne
Messeturm von Helmut Jahn.
1991 fertiggestellt ist er mit knapp 257m das höchste Haus Europas
gewesen [7]. Er markiert zugleich das Ende einer
lokalen Hochhausarchitektur. Jahns Bau zitiert noch mit seiner
rot-grauen Steinfassade den heimischen Mainbuntsandstein, verweist aber
im übrigen auf die Hoch-Zeit der US-amerikanischen Wolkenkratzer der
30er Jahre, die ihrerseits den Campanile in Venedig zum Vorbild
hatten.
Der Hochhausrahmenplan
Der Fingerplan wird längst nicht mehr verfolgt,
und von Speers Plan ist letztlich nur der kleine zentrale Teil zwischen
Selmi-Hochhaus und Deutsche Bank umgesetzt. Der Westteil fiel erneut
lokalpolitischen Schwierigkeiten zum Opfer, und der gesamte Ostteil aus
diesem Plan entlang der Hanauer Landstraße blieb mangels Zuspruch der
Investoren unberührt. Mit großer Verzögerung setzt dort zwar ein Bauboom
ein, allerdings keine Finanzdienstleister betreffend, sondern
Forschungs- und Internetunternehmen, die üblicherweise eher die Fläche
belegen. Künftige Hochhäuser sollen sich an drei Punkten
konzentrieren: westliche Innenstadt (das so genannte Bankenviertel), an
der Messe, und falls dereinst das Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes frei
werden sollte, dort in einem neuen Stadtviertel. So ist es im
Hochhausrahmenplan, im September 1998 parteiübergreifend
beschlossen, festgelegt. Allerdings ist der dritte Teil des Rahmenplans
von der Umsetzung des Projektes Frankfurt 21, bei dem der
Hauptbahnhof unter die Erde gelegt würde, abhängig. Wegen finanzieller
Überforderung ist dieses Projekt bereits Vergangenheit [8].
Dazu ist der Rahmenplan ein Kind der Börsen- und Interneteuphorie des
ausgehenden 20. Jahrhunderts. Beide Bereiche sind zwischenzeitlich in
schwerste Krisen geraten und beginnen sich erst allmählich zu erholen.
Es bleibt zu beobachten, wieviel aus diesen Planungen überlebt.
Die Skyline ist somit das Ergebnis der Überlagerung der Planfragmente
verschiedener Leitbilder aus der Zeit des Wiederaufbaus über den
Fingerplan und den City-Leitplan zum bereits beeinträchtigten
Hochhausrahmenplan. Einen ebenso holprigen Weg haben in Frankfurt seit
der Gründerzeit auch Wohnungsbau, Straßenbau, U-Bahn-Bau, Sportstätten
oder der Hochschulbau hinter sich. In deutschen Städten, etwa München
oder Hannover, kann sich Stadtentwicklung auch kontinuierlicher
gestalten.
Ausblick
Am Büroimmobilienmarkt definiert man "Frankfurt"
als bestehend aus der Stadt Frankfurt (inkl. der Bürostadt Niederrad,
z.B.
Lyoner Straße 34,
Lyoner Straße 36,
Lyoner Straße 40), der Stadt
Eschborn (Gewerbegebiet Süd) und der
Stadt Offenbach (Innenstadt und
Kaiserlei). Im Rhein-Main-Gebiet
entscheidet heute primär die Lage über die Machbarkeit eines
Hochhausprojektes. Es folgen architektonische Gestaltung und Höhe. Man
hat sich mit Hochhäusern arrangiert; sie stellen für einen wachsenden
Teil der Bevölkerung, und das gilt für das Umland bis Mittelhessen,
charakteristische Wahrzeichen, engl. Landmarks, dar. In
Frankfurt mangelt es an kunstvoll gestalteten öffentlichen Bauwerken und
Anlagen, wie man sie in politischen Hauptstädten findet. Eine
städtebaulich kunstvoll arrangierte Skyline kann durchaus in die Bresche
springen. Einige Häuser können durch ihre einmalige Zeichenhaftigkeit in
den Vordergrund treten und werden zu Orientierungspunkten wie der
Messeturm.
Das ungemein prosperierende Eschborn ist ein
typischer Vertreter einer jungen Vorortkommune, die vom Gewinn aus dem
steuerlichen und sozialen Gefälle in einem Ballungsraum lebt. Um den
kleinen Kern haben sich seit den 70er Jahren hochwertige Gewerbegebiete
entwickelt, von denen das südliche nun faktisch eine City-Dependance
Frankfurts ist. Zuletzt haben sich hier die Sitze von
Arcor und
Eurohypo-Bank niedergelassen.
Im als Industriestandort entstandenen Offenbach
(Chemie und Metallverarbeitung) konzentriert sich der Hochhausbau auf
zwei Gebiete: entlang der Berliner Straße und am
Kaiserlei. In beiden Gebieten entstanden bereits in der 70er Jahren
Hochhäuser bis ca. 70m. Danach verlor die Stadt allmählich ihre
industrielle Basis, insbesondere die Lederwarenverarbeitung, die man nun
im Ausland wiederfindet, und es begann eine längere Zeit der
wirtschaftlichen Neuorientierung. Mit einem großen
Revitalisierungsprojekt im Zuge des unterirdischen S-Bahn-Baus in den
90er Jahren wurde der Grundstein für neue Projekte geschaffen. Mit dem
postmodernen Haus der Wirtschaft
wurde das erste umgesetzt. In der Nähe, neben dem Kreishaus,
ist ein 70m hohes Gebäude für den nun ersten Wolkenkratzer in Offenbach
mit 122m, dem City Tower, gewichen.
Im Bereich des Stadtteils Kaiserlei soll in naher Zukunft ein
Autobahnanschluss umgestaltet werden. Im Umfeld ist ein neuer Stadtteil
mit Bürogebäuden bis zu 100m Höhe geplant. Das gesamte Gebiet ist seit
den 60er Jahren Zankapfel zwischen Offenbach und Frankfurt, deren
Gemarkungen hier zusammentreffen. Nun bremst die aktuelle
Wirtschaftsflaute den Fortgang.
In Frankfurt ist zuvorderst als großes
Bauvorhaben, das Hochhäuser umfasst, zu nennen: östlich der Innenstadt,
unmittelbar am Mainufer neben der einstigen Großmarkthalle,
wird ab 2010 mit dem Bau des neuen Sitzes der
Europäischen Zentralbank
(bislang im Eurotower) begonnen.
In Frankfurt sind Projekte von Weltrang, etwa der
Millennium Tower mit 365m,
vorstellbar. Die Nähe dieses Vorhabens zur Messe und zum
City-Erweiterungsgebiet
Europaviertel ist für lokale Verhältnisse unproblematisch. Auch die
Einbindung in das bestehende, locker arrangierte Hochhaus-Ensemble um
die Messe schafft Zuspruch. Im so genannten Bankenviertel sind fünf
Vorhaben, zwei davon als Doppeltürme, im Hochhausrahmenplan enthalten.
Ihre Verwirklichung hängt von der Entwicklung im deutschen Finanzsektor
ab. Bei einer Verwirklichung entstünde in diesem zentralsten Bereich ein
Viertel wie man es uneingeschränkt mit den Central Business
Districts Nordamerikas vergleichen darf.
Aktueller Stand

Vergrößerung
Bankenviertel aus Nordosten von der Zeilgalerie
Vorhaben aus dem Hochhausrahmenplan von 1998 sind
mit HRP gekennzeichnet, die übrigen sind später initiiert
worden.
Projekte in Bau (> 70m):
Konkrete Bauabsicht (> 70m):
Geplant (> 70m):
Vorhaben, die im Hochhausrahmenplan enthalten sind
und einen Reservierungswunsch von Investoren darstellen, sowie jüngst
aufgekommene Planungen (jeweils über 70m). Die Umsetzung der meisten
Projekte ist in Folge der allgemeinen Bankenkrise, speziell in
Deutschland, und der jüngsten Bundesgesetzgebung im Finanzsektor
aufgeschoben.
|
Millennium Tower (HRP) |
365,0 |
(Gallusviertel) Güterstr 3-7 |
91 |
|
| N.N. |
250,0 |
(Bahnhofsviertel) Taunusanlage 11 /
Marienstraße |
|
Auf dem Grundstück des
Bürohochhauses
T11 (ehem. Chase Manhattan Bank).
Architekt: Köhler Architekten (Frankfurt). |
| Max
(HRP) |
228,0 |
(Innenstadt) Große Gallusstr 10-15 /
Neue Schlesingergasse |
60 |
Realisierungschancen vorerst gering. |
|
Frankfurter Sparkasse / Württembergische Hypobank (HRP) |
197,0 |
(Innenstadt) Neue Mainzer Str 57-59 |
55 |
Bauvoranfrage in Kürze.
Realisierungschancen zuletzt gestiegen. |
|
Tower One (im Urban Entertainment Center/Westend Plaza)
(HRP) |
195,0 |
(Gallusviertel) Platz der Einheit |
47 |
Baubeginn möglicherweise in 2008. |
|
Metzler-Bank
(HRP) |
175,0 |
(Innenstadt) Neue Mainzer Str 40-42 |
44 |
|
| WinX |
150,0 |
Neue Mainzer Str |
|
Auf dem Degussa-Gelände gegenüber
dem Schauspielhaus. |
|
Bürohochhaus Güterplatz 1-5 (HRP) |
150,0 |
(Gallusviertel) Güterplatz 1-5 |
|
Auf dem ehem. Telenorma-Gelände.
160m? |
|
Bürohochhaus Friedrich-Ebert-Anlage (HRP) |
145,0 |
(Gallusviertel)
Friedrich-Ebert-Anlage |
|
|
| N.N. |
140,0 |
(Messe) Theodor-Heuss-Allee |
|
110m? Gegenüber des
Deutsche Bank Investment Banking
Center (IBC). |
|
Frankfurter Sparkasse / Landeszentralbank (HRP) |
130,0 |
(Innenstadt) Neue Mainzer Str 47-53 |
|
|
| N.N. |
120,0 |
(Westend) Senckenberganlage |
|
Sowie zwei weitere Hochhäuser
100-140m hoch. Auf dem Grundstück
des AfE-Turms |
|
Turmhaus |
120,0 |
(Industriepark Höchst) |
|
Projekt Neue Mitte Industriepark
Höchst. |
|
Trump Tower |
100,0 |
(Gutleutviertel) Mannheimer Str,
Grundstück des geplanten
Campanile? |
|
Investor: Trump Deutschland AG. |
|
Bürohochhaus Ratswegkreisel #1 |
100,0 |
(Ostend) Leibbrandstraße |
|
|
|
Bürohochhaus Ratswegkreisel #2 |
100,0 |
(Ostend) Weismüllerstraße |
|
|
|
Wohnhochhaus Stiftstraße #1 |
100,0 |
(Innenstadt) Eschenheimer Tor |
|
|
|
Wohnhochhaus Stiftstraße #2 |
100,0 |
(Innenstadt) Eschenheimer Tor |
|
|
| N.N. |
95,0 |
(Gallusviertel) Hafenstr |
|
Investor: Deutsche Post AG.
Gegenüber des Frankfurt Trading
Center (Commerzbank). |
|
Bürogebäude GZS ('Goldenes Haus') |
75,0 |
(City West) Theodor-Heuss-Allee |
|
Völliger Umbau und Aufstockung von
derzeit 35m (33000qm) auf 75m (45000qm) geplant. |
| City
West Tower |
74,0 |
(City West) Opelrondell |
17 |
|
|
Hochhaus auf der Osthafenmole |
70,0 |
(Ostend) Honsellbrücke |
|
Höhe geschätzt. |
Anm.:
- Am Urban Entertainment Center/Westend Plaza
sollte bereits im Frühjahr 2001 die Grundsteinlegung
erfolgen. Wegen des Ausstiegs der Fa. Trizec-Hahn
(Toronto) aus dem Projekt ruhen die weiteren Planungen der
Vivico (vormals EIM). Die tatsächliche Verwirklichung
der beiden darin beinhalteten Hochhausprojekte bleibt zu
beobachten.
- Die Realisierung eines Gebäudes der
Frankfurter Allianz
Versicherung
mit 90m auf dem Grundstück Taunusanlage 17-21 (Westend) ist
politisch kaum durchsetzbar. Das Grundstück ist allerdings
abgeräumt.
|
|
- Unter City West versteht der
Immobilienmarkt das große städtebauliche
Revitalisierungsgebiet nördlich der Messe an der
Theodor-Heuss-Allee. Offizielle Namensführung seitens der
Stadt: Bockenheim Süd, da der Wohnanteil zu Lasten
der Mischnutzung angehoben wurde. Das Gebiet hat sich
dennoch äußerst erfolgreich als Cityerweiterung entwickelt
und ist vor allem Standort für die Verwaltung von
Versicherungsunternehmen.
|
Aufgegebene Projekte:
|
Campanile |
264,0 |
(Gutleutviertel) Mannheimer Str |
51 |
|
S.a.: Frankfurt Hochhauskarte
Frankfurt Fotoseite
Frankfurt Top40
3-D-Ansichten der Hochhäuser:
http://sketchup.google.com/3dwarehouse/search?title=frankfurt
- Andere polyzentrische Ballungsräume
findet man z.B. in Mittelengland mit Liverpool-Manchester, das
Kohle- und Stahlrevier in Südpolen mit Kattowitz, Gleiwitz und
Beuthen, und natürlich das Ruhrgebiet mit Duisburg, Essen, Bochum
und Dortmund. In ökonomischer Hinsicht am besten vergleichbar ist
vielleicht die niederländische Region Randstad, ein
freiwilliger Zusammenschluss von vier Provinzen und den Städten
Amsterdam, Utrecht, Rotterdam und Den Haag, der sich offiziell am 1.
September 2002 konstituierte.
- Vergl. hierzu die Zusammenlegung der
Städte Gießen und Wetzlar zur Stadt Lahn oder die
Eingemeindung von Monheim nach Köln, die nach massiven
Bürgerprotesten wieder aufgelöst werden mussten.
- Eine Agglomeration umfasst einen
Ballungsraum mit Kernstadt und Vororten, die durch ununterbrochene
Bebauung und/oder eindeutig auf den Kern ausgerichtete Pendlerströme
verbunden sind.
- In seinem tatsächlichen Umfang
planungspolitisch gedämpft, in seinen Ursachen jedoch Prozessen wie
in den USA ganz ähnlich. Dort separieren sich bereits Angehörige der
Mittelschicht, wenn sie aus verschiedenen Berufsgruppen kommen.
- Statistischen Verfahren zur
Mittelpunktsberechnung muss eine die Flächenabgrenzung vorangehen.
Diese ist bei Europa naturgemäß uneindeutig. Am ehesten werden
Verfahren akzeptiert, die mit Gewichtungen arbeiten, insb. der
Bevölkerungsdichte. Menschenleere Gebiete wie Island, Lappland oder
Nordrussland werden hierbei weniger berücksichtigt als Portugal oder
Griechenland.
- Grundbesitz wurde hier früher im
Erbfalle
aufgeteilt, und nicht als Ganzes, wie etwa in Preußen, an
den Erstgeborenen weitergegeben.
- Nach bestimmten Kriterien, z.B.
höchste nutzbare Etage, ist er das noch immer.
- Ergebnis der Verhandlungen vom
20.9.2001 zwischen Vertretern von Deutscher Bahn AG (Mehdorn), Land
Hessen (Ministerpräsident Koch, Verkehrsminister Posch) und Stadt
Frankfurt (OB Roth, Planungsdezernent Schwarz).
- Mit 5 550 Unternehmen im IHK-Bezirk
und einem Umsatz von 7,4 Milliarden Euro im Jahr 2001 liegt
Frankfurt im internationalen Vergleich an achter Stelle der
Werbestädte auf der Welt. Von den 20 größten deutschen Werbe- und
PR-Agenturen haben acht ihren Sitz in der Mainmetropole.
- Mit einem Anteil über 86 Prozent
(Stand 2001) am tertiären Sektor liegt Frankfurt deutlich an der
Spitze aller Städte über 500000 Einwohner in Deutschland.
- Auf 1000 Einwohner kommen 929
Erwerbstätige (Stand 2001).
- Frankfurt liegt wie im Vorjahr
zusammen mit Auckland, Bern, Kopenhagen und Sydney auf Platz 5 der
Weltrangliste. Spitzenreiter sind Genf und Zürich, gefolgt von Wien
und Vancouver. Düsseldorf steht auf dem zwölften, Berlin auf dem 15.
und Hamburg auf dem 24. Platz.
Mercer Human Resource Consulting ist mit 13000 Mitarbeitern der
weltgrößte Berater für Organisationen und Personalverantwortliche
und hat Kunden in mehr als 40 Ländern.
Vergl. a.
die gemeinsame Studie (Stand 2004) der IW Consult von
Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft und Zeitschrift
Wirtschaftswoche
mit dem Vergleich der 50 größten deutschen Großstädte. Hier liegt
Frankfurt nach München auf dem 2. Platz, Mainz und Wiesbaden
rangieren ebenfalls unter den besten sechs.
- Mit 350000 Reisenden pro Werktag
gehört er zu den größten Kopf- und Personenbahnhöfen. 1800 Züge
fahren täglich von hier ab oder kommen an. In Deutschland liegt er
damit nach Verkehrsdichte an der Spitzenposition, nach Gleisanlagen
auf Platz 2.
- New York und London sind die mit
großem Abstand führenden internationalen Bankenplätze. In Europa
folgen auf Frankfurt und Paris dann Mailand und Zürich.
- Das gilt für die weitaus meisten
Großstädte im ehemaligen Westdeutschland, von Bayern abgesehen.
Beinahe alle Großstädte, die im Einflussbereich des ehemaligen
Warschauer Paktes lagen, haben dagegen die Funktion ihrer
Innenstädte als Einkaufs- und urbaner Freizeitort bis auf
rudimentäre Reste fast völlig aufgegeben. Wo hier einst die
Innenstadt lag, finden sich aus einer politisch anderen
Stadtdefinition heraus seit den 50er Jahren oft reine Wohnanlagen,
häufig in Zeilenbauweise mit großzügigen Straßenfluchten und weiten
Grünflächen dazwischen. Diese städtebaulichen Umstrukturierungen
sind häufig nicht sinnvoll zu revidieren.
- Zum Vergleich: In München finden
sich 7 Unternehmen aus dem DAX, in Frankfurt 3, Frankfurt-Bad
Homburg 2, Bonn, Düsseldorf, Essen, Hannover, Köln jeweils 2.
- Die fünf Finger waren Mainzer
Landstraße, Bockenheimer Landstraße, Reuterweg, Grüneburgweg und
Eschersheimer Landstraße, jeweils zwischen Anlagen- und Alleenring.
- Neben 35 Generalkonsulaten und drei
Konsulaten haben hier zwölf Honorargeneralkonsulate und 38
Honorarkonsulate ihren Sitz. Damit liegt Frankfurt vor München mit
34 Berufsvertretungen sowie Hamburg mit 30 und wird nur von der
Bundeshauptstadt übertroffen. Für die nächste Zeit ist eine weitere
Konzentration auf Frankfurt bzw. das Rhein-Main-Gebiet zu erwarten.
- Thomas Sieverts, 1997. In einer
Zwischenstadt von eher netzförmiger Struktur gibt es statt eines
großen funktionalen Zentrums, sprich der historischen Kernstadt,
zahlreiche, je funktional und symbolisch unterschiedliche Zentren,
die sich komplementär ergänzen und erst zusammengenommen das Wesen
der Stadt ausmachen.
- Vergl. Frank Lloyd Wright:
"Broadacre City", 1935.
- Dresdner Bank, Hertie,
Neckermann, Philipp Holzmann, Hoechst, AEG,
Degussa,
MG Technologies (vormals Metallgesellschaft)
wurden übernommen, haben sich aufgelöst bzw. ihren Sitz in andere
Ballungsräume, teils im Ausland, verlagert.
- Das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen
liegt in Frankfurt mit 16349 Euro sogar unter dem deutschen
Durchschnitt von 16467 Euro und damit von den 14 größten deutschen
Städten an neunter Stelle. Nur in Dortmund, Dresden, Berlin,
Duisburg und Leipzig verfügen Großstädter über weniger Geld. Dies
steht in deutlichem Widerspruch zur Arbeitsproduktivität. Bei der
Wertschöpfung je Erwerbstätigen steht Frankfurt mit 72547 Euro
deutlich an der Spitze. Der Großteil des Einkommens, das in
Frankfurt verdient wird, verteilt sich somit auf die
Wohnsitzgemeinden der Pendler. Das höchste Pro-Kopf-Einkommen findet
man in München mit 21367 Euro, gefolgt von Düsseldorf mit 20154
Euro, Bremen mit 19981 Euro und Stuttgart mit 19752 Euro. Das
verfügbare Einkommen der privaten Haushalte besteht aus
Arbeitseinkommen und Vermögenseinkünften (Quelle: Bürgeramt
Statistik und Wahlen, 2001, Frankfurt).
- 77 Prozent aller Langstreckenflüge,
die auf deutschen Flughäfen starten, gehen von Frankfurt aus. Mit 13
Prozent folgt München auf Rang zwei (Stand 2003). Die Zahl der
Fluggäste betrug 2004 über 50 Millionen.
|
Weitere aktuelle Projekte
Revitalisierung innenstadtnaher Gründerzeitviertel

Büro- und Geschäftshaus Oval am Baseler Platz

City West, Franklinstraße

City West, Opelrondell mit Blue Heaven
und Scala

Bankakademie und Bildungszentrum Ostend an der
Sonnemannstraße

Neubauviertel auf einstigen Brachen am Großmarkt nahe der Einfahrt zum
Osthafen. Nebenan liegt der künftige Standort der
Europ. Zentralbank.

Das Deutschherrnviertel in Sachsenhausen, zuvor Standort eines
Schlachthofes. Wahrzeichen des neuen Quartiers ist das
Main Plaza. Abschluss am östlichen
Ende ist das Main Triangel.
Geplante Innenstadt- Erweiterung Europaviertel:

Brachen am geplanten Standort des Urban Entertainment Centers
und des Millennium Towers nahe der
Messe
Westhafen, Umgestaltung zu einem Büro- und Wohnquartier:

Bürohaus Torhaus

Appartmenthäuser auf der ehemaligen Hafenmole

Hafenbecken mit Westhafen Tower

Transparent bis zur Selbstauflösung - der Allianzkai gegenüber
des Westhafens
Der Riedberg im Norden Frankfurts:
Mit gut 250 Hektar ist es für die nächsten zehn Jahre das
größte Neubaugebiet in Deutschland. Aussichtsreich auf sanften Hügeln
gelegen umfasst es Wohngebiete für 15.000 Einwohner, eine Dependance der
Goethe-Universität, Forschungseinrichtungen, weiter führende Schulen und
mehrere Parkanlagen.

Frankfurter Innovationszentrum für Biotechnologie (FIZ)
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