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Tour 906 - Sommet de Bellecôte

Savoyen Vanoise Bellecôte-Gruppe
Savoie Massif de la Vanoise Massif de la Bellecôte

Hochtour Route Bergstation Gondelbahn Glacier - Glacier de la Chiaupe - Glacier du Cul du Nant - Sommet de Bellecôte über O-Grat auf und SO-Flanke ab - Dôme de Bellecôte über W-Rücken auf und ab Gesamtaufstiegshöhe (m) 610 Tage 1 Verhältnisse hochsommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m)
[2]
 Dominanz
(m)
[3]
Eigenstän-
digkeit
[4]
Sommet de Bellecôte 3417 2986 490 1:45 G2 808 6500 2
Dôme de Bellecôte 3381 3330 50+50 i.Ab. 0:25 G1 33 500 5
Roche de Mio 2739 2720 20 0:50 BW1 247 1450 3
Sommet de Bellecôte

Aussicht am Roche de Mio:
Rechts der Südgrat mit dem Glacier de la Chiaupe, im Vordergrund senkt sich der Col de la Chiaupe ab, links im Hintergrund erkennt man den Mont Pourri.
Der Mont Pourri im Detail.

Mont Pourri

 

Blick vom Übergang im Südgrat auf den obersten Glacier du Cul du Nant und den vergletscherten Dôme de Bellecôte.

Dôme de Bellecôte

 

Grande Casse

Berühmter Nachbar im Süden, die Grande Casse.

 

Gipfelpanorama im Osten

Gipfelpanorama im Osten: Die Aiguille de la Grande Sassière (links), knapp dahinter der Gran Paradiso, in der Mitte La Tresenta und Ciarforon, rechts La Tsanteleina.

 

Sommet de Bellecôte

Blick am Dôme de Bellecôte gegen den Sommet de Bellecôte.

 

Mont Pourri

Nachbar im Nordosten, der Mont Pourri.

 

Table d'Orientation am Roche de Mio

Table d'Orientation am Roche de Mio.

 


Gesamtansicht aus Südwesten

Gesamtansicht aus Südwesten vom Rocher de la Loze.

Anfahrt, aus Westen von Albertville über Môutiers, aus Norden und Osten vom Col du Petit-St.-Bernard über Bourg-St.-Maurice, nach Aime in der Tarentaise, dem Tal der Isère. Von dort nach Süden über Mâcot und hinauf zum Schiort Belle Plagne auf etwa 2050 m (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

Vom P mit der Gondelbahn in zwei Sektionen über die Station Roche de Mio zur Bergstation Glacier am Fuße des Glacier de la Chiaupe.
Von der Station den mittelsteilen Gletscher in Richtung der Kopfstation des südostwärts ziehenden Sesselliftes und darauf nordostwärts den Gletscher zum höchsten, mittleren Gletscherrand hinauf. Darüber geht es die hier niedrige Steilflanke des Südgrates über abschüssige Platten und Schuttrinnen von rechts nach links empor (Signalstange). Die Einschartung ist nach 0:45 erreicht.
Jenseits geht es links haltend wieder gut 50 Meter den Grat über Blockwerk und steile Schuttrinnen (deutliche Steigspuren) hinab, ehe man den südseitigen Glacier du Cul du Nant betritt. Über diesen, links im spaltenarmen Bereich haltend, zunehmend steiler aufwärts in den Gletschersattel zwischen dem felsigen Sommet links und der Gletscherkuppe des Dôme rechts (am Nordabfall auf Überwächtung achten).
Nun links den knapp 70 Meter hohen felsigen Ostgrat des Sommet de Bellecôte hinauf. Die untere Hälfte nimmt ein steiler Felsaufschwung ein, den man mit leichtem Abstieg links dahinter in einer steilen Schutt- und Firnrinne umgehen kann. Darüber links haltend entlang des wild aufgetürmten Blockgrates (I+) zum höchsten Punkt, der lediglich mit einer Gipfelsteindaube geschmückt ist (1:00).
Zum Abstieg kann man den obersten Südgrat wählen, wo deutliche Steigspuren zwischen Felsblöcken über Schuttgassen die östliche Steilflanke zum Gletscher hinab leiten (0:15).
Nun bietet sich ein Abstecher nach Osten zum einst völlig vergletscherten Nebengipfel Dôme de Bellecôte an. Dazu muss man wieder etwas in den beim Zustieg berührten Gletschersattel hinaufsteigen um von dort auf einen ostwärts ziehenden kurzen Gletscherrücken zu gelangen, der einst deutlich höher gewesen sein muss. Nun erweist sich ein dahinter liegender Felsfirst, direkt über den nordseitigen Abstürzen liegend, als höherer Punkt (0:10), der überdies angenehmere Sitzgelegenheiten bietet.
Von hier über den Gletscher und mit über 50 Meter Gegenanstieg durch steilstes Moränengeröll hinauf zur Einschartung im Südgrat dauert es 0:25, danach über den Glacier de la Chiaupe (den Grat nahe der Signalstange links haltend absteigen um nicht in abschüssige Felsfluchten zu geraten) zur Bergstation der Gondelbahn weitere 0:25.
An der Mittelstation Roche de Mio bietet sich noch die Gelegenheit zu einem Abstecher auf den namensgebenden Gipfel Roche de Mio, der mit nur wenigen Schritten über einen Wanderweg bezwungen ist. Am höchsten Punkt, wie häufig in Frankreich bei solchen vorgelagerten Aussichtsgipfeln anzutreffen, findet man eine liebevoll gestaltete Panoramatafel (Table d'Orientation).

  • Sehr spannende Halbtagestour auf den höchsten Berg zwischen Mont Pourri und Grande Casse. Durch den hohen Ausgangspunkt befindet man sich ausschließlich in hochalpinem Gelände mit Gletschern und Felsgratpassagen. Die Westflanke des Südgrates ist mit ihren abschüssigen Felsfluchten vielleicht sogar bereits die Schlüsselstelle. Hier zeigt eine wichtige Signalstange die günstigste Stelle an. Die Gletscherflächen, im Juli nach durchschnittlich schneereichem Winter begangen, zeigten sich problemlos begehbar.
  • An beiden Bellecôte-Gipfeln entfaltet sich ein hoch interessantes Panorama mit Mont Blanc, Grandes Jorasses und Grand Combin im Norden, im Osten gefolgt von Mont Pourri und Grajische Alpen (von Aiguille de la Grande Sassière über La Tsanteleina - dahinter Gran Paradiso und Ciarforon - bis Ùja Ciamarella, l'Albaron und Pointe de Charbonnel). Im nahen Süden steigen Grande Motte, die Grand-Casse-Nordwand und Grand Bec auf, etwas weiter die Aiguille de Péclet. Im Westen sinkt die Gipfelflur zu den Bergen um den Col de la Madeleine (Le Cheval Noir, Grand Pic de la Lauzière) und nördlich des Isère-Tals zur Beaufort-Gruppe ab.
  • Tour alleine begangen.

 

  • Gesamte Wegstrecke (4.3 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

 

Von den Leiden eines ausländischen Sommertouristen in französischen Schigebieten

Touren wie diese samt Vorbereitung können einem organisatorischen Hindernis-Parcours gleichen (Achtung: französisch). So war am Vortag bereits in der Talstation Schluss, als unplanmäßig der Betrieb aus unerklärlichen Gründen geschlossen blieb - womit ein sonniger Bergtourentag bereits um 8 Uhr ins Koma zu fallen drohte und nur mühsam mit einem wenig motivierenden spontanen Notfallplan C namens Rocher de la Loze reanimiert werden konnte.
Wie bereits bei diesem ersten erfolglosen Antritt blieb auch am beim zweiten lange unklar, wo die Franzosen Zustieg zur Gondelbahn und Kasse versteckt haben (in Österreich würde man die Kassa als letztes verstecken). Ausführliche Hinweistafeln finden sich in Belle Plagne zwar für alles mögliche, doch dass eine Caisse des Remontées Mécaniques keine Kreissparkasse sondern tatsächlich die Kasse der Bergbahnen ist, bleibt für einen Fremdsprachler lange ein Geheimnis. Auch nach endlos scheinender Systemanalyse blieb der richtige Eingang in der völlig mit Supermarkt, Andenkenläden, Restaurants und Schiläden verbauten Umsteigestation nur zu erraten.
Für individuelle sommerliche Bergtouren braucht hier niemand Wegtafeln, alles zeigt sich auf den kollektiven Massenauftrieb der winterlichen Pistenfahrer ausgelegt. Ob überhaupt und wo es zum Sommet de Bellecôte geht, blieb damit weiterhin ungewiss, aber das Geld für die Bahn war immerhin schon mal unter die Leute gebracht.
Vorab zu klären, ob Sessellift, Gondelbahn oder Kabinenbahn in dem ungemein verzweigten Netz während des hier unattraktiven sommerlichen Nebengeschäft in Betrieb ist, erweist sich für ausländische Gäste als weitere Hürde.
Über den Berg selbst entdeckt man kaum detaillierte deutschsprachige Literatur. Die wenigen Beschreibungen scheinen sich auf Sommerzustiege vom südlich liegenden Refuge de Plaissance über den kompletten Glacier du Cul du Nant zu beschränken oder gehen einfältigerweise von oben beschriebener Route als Schitour aus, wobei sich der ganze Gänsemarsch dann selbstverständlich am Nebengipfel des Dôme versammeln dürfte.

 

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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