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Tour 705 - Hochgolling, Greifenberg

Steiermark, Salzburg Niedere Tauern Schladminger Tauern Hauptkamm

Bergtour Route Granglalm (P Riesachwasserfall) - Gollinghütte - Hochgolling über Gollingscharte und SW-Flanke (I, Stelle I+) auf und ab - Gollinghütte - Greifenberg über Greifenbergsattel auf und Obere Klafferscharte ab - Klafferkessel - Preintalerhütte - Granglalm Gesamtaufstiegshöhe (m) 2770 + 30 im Abstieg Tage 2 Verhältnisse spätsommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Hochgolling 2862 1079 1790 4:50 G2 1123 26025 1
Gollinghütte 1641 1641 0 2:30 G2 - - -
Greifenberg 2618 1641 980 2:25 BW2 326 2200 3
Hochgolling

Der Hochgolling aus Nordosten vom Greifenberg.

Die Gollinghütte.

Gollinghütte

 

Greifenberg

Der Greifenberg, darunter der Sattelsee. Rechts die markante Klafferschneide.

Ausblick am Greifenberg-Gipfel über den Klafferkessel zu Hochwildstelle (links) und Waldhorn (rechts).

Klafferkessel

 

Waldhorn

Das Waldhorn über dem Waldhorntörl.

 

Am Riesachsee

Am Riesachsee. Mitte links die Hochwildstelle.

Anfahrt aus Westen von der Tauernautobahn über Bischofshofen, aus Osten von der Pyhrnautobahn über Liezen, ins Ennstal nach Schladming. Von dort nach Süden über Rohrmoos ins Untertal. P am Straßenende bei der Granglalm auf 1079m  (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Vom großen P auf breitem Fahrweg durch die Talsohle ins Steinriesental hinein bis zum Ende an der Hüttenseilbahn. Nun nach links auf bez. Steig in wenigen Kehren zur Gollinghütte hinauf, die auf der hohen Schwelle einer Talstufe, direkt über einem Wasserfall, thront (1:35).
An der Hütte geradeaus weiter ins hier ebene Tal, dessen Flanken eng zusammenrücken, um sich bald wie ein gewaltiges Felsentor zu einem mit hohen, ernsten Bergflanken eingeschlossenen großen Bergkessel, dem Gollingwinkel, zu öffnen. Stirnseitig steht vor einem die gewaltige, düstere Nordostwand des Hochgolling, noch über 1000 Meter bis zum Gipfel, und rechts, unter dem steil abstürzenden Nordwestgrat, erkennt man die eingezwängte Gollingscharte, die hier den einzigen weiteren Auslass gewährt. Erreicht wird sie über grüne Steilhänge rechts eines Tobels, darauf geht es in zahlreichen Steilkehren über die von oben herab ziehende weite Schutthalde.
Hinter der Scharte (1:35) dem bez. Steig folgend nach links in die riesige Südwestflanke, die gleichmäßig steil und kaum gegliedert zum Gipfelfirst empor reicht: Nach einer anfänglichen Querung geht es in Kehren steil höher, dann zieht der Steig nach rechts unter die erste steilere Schrofenkante. Über sie (I) empor, dann zieht der Pfad weiter schräg rechts bis zum links abzweigenden Steig über den direkten Nordwestgrat hinauf. Auch wenn man wie hier dem sog. „historischen Weg“ weiter folgt, geht es bald in felsigeres Gelände, wo etliche Steilrippen und -sporne, teils leicht exponiert, zu queren oder übersteigen sind. Nachdem man schließlich eine kleine, kompakte Wandstufe (I+, Eisenbügel) überwunden hat, trennen einen nur noch wenige Felsabsätze vom Gipfelgrat. Auf der Felsschneide nach rechts, wo bald der höchste Punkt und das Gipfelkreuz erreicht sind (1:40).
Rückkehr zur Gollinghütte wie Aufstieg: 1:10 bis in die Gollingscharte, 1:20 zur Hütte.

2. Tag
Von der Hütte über den Bach zur linken, südostseitigen, Talflanke hinüber. Dort dem markierten Wurzelpfad folgend zwischen hohem Buschwerk, bald Zwergsträuchern, erst länger talauswärts empor. Dann am Fuße steiler Felsen über einige Schrofenabsätze hinweg (bei Nässe heikel) und die weite Steilflanke wieder nach rechts, also talein, allmählich höher queren. Nachdem man schließlich so die hoch gelegene Talschulter überwunden hat, geht es nun links in ein flacheres, talförmiges Geröllkar, das der Pfad links am Fuße einiger Schrofenabbrüche streift. Vor dem lichten Talschluss wendet sich der deutliche Pfad nach links in die Karflanke und erreicht wenig höher den Rand des plateauähnlichen Greifenbergsattel auf 2449m. An kleinen Sattelsee vorbei geht es dann über die weit ausladende, sanfte Südostflanke über Geröll und einfaches Blockwerk dem felsigen Gipfelkamm des Greifenberg mit Kreuz und Buch entgegen (2:25).
Abstieg zur Preintalerhütte: Vom Gipfel die rechte Flanke des Ostgrates hinunter, wo bald die Obere Klafferscharte, 2516m, erreicht ist. Nun links die sanfte Felsflanke über Bänke und Stufen hinab in den weiten Boden des Klafferkessel und geradewegs auf den ersten großen See zu (Oberer Klaffersee, 0:35). Der Pfad zur Preintalerhütte führt nun links des Sees weiter; ein Abstecher in die Breite Scharte, 2366m, nur 50 Meter höher in der rechten Karumrahmung gelegen, ist aber durchaus lohnend. Von der Scharte (0:20) eröffnet sich der Nahblick auf den 400 Meter steil hoch steigenden Südwestgrat des Waldhorn. Bei der Rückkehr von der Scharte kann man direkt zum Seeufer (grobes Blockwerk) absteigen und über das Nordende auf den bez. Pfad zur Hütte zurückkehren (0:25). Durch eine flache Rundhöckerlandschaft mit einigen weiteren Seelein geht es dann in die von hohen, bizarr geformten Felskuppen flankierte Klafferscharte auf 2286m (0:20).
Dahinter geht es durch das Innere Lämmerkar weit über 400 Meter hinab in den grünen Talgrund des Äußeren Lämmerkars und dort am Bach entlang hinaus auf die bewaldete Talschwelle oberhalb der Preintalerhütte, die nach letzten Wegkehren in 1:10 erreicht ist.
Von dort über eine bewaldete Talstufe tiefer ins lange Riesachtal, auf breitem Fahrweg vorbei an der Kotalm, der Kerschbaumer Alm und dem großen Riesachsee, dauert es bei einem Gegenanstieg vor der Gfölleralm von über 30m bis zum P weitere 1:40.

  • Der Hochgolling, höchster Berg in den Niederen Tauern, ist ein besonders imposanter und kompakter, weithin auffallender Bergstock, der sämtliche Nachbarn um 200m überragt. Somit ist er ein von allen Richtungen leicht auszumachendes Wahrzeichen. Die trapezförmige Gestalt ist vielleicht mit Parseierspitze oder Hohe Dock, die Ansicht aus Nordosten vom Gollingwinkel vielleicht sogar mit einer Miniatur des Hochgall vergleichbar. Der nächst höhere Berg findet sich mehr als 25 Kilometer entfernt im Dachsteingebirge (Hoher Dachstein, Ostschulter).
  • Sehr eindrücklich sind im Tourengebiet die streng trogförmigen Täler. Ihre durchaus ernsten Züge werden durch die zahlreichen Wasserfälle gemildert.
  • Den Weg von der Gollinghütte über den sehr aussichtsreichen Greifenberg durch den Klafferkessel zur Preintalerhütte kann man sogar ein alpines Glanzstück Besonders empfehlenswert bezeichnen. Der Greifenberg ist hoch und markant genug, um einen herrlichen Überblick zu gewähren, und bietet bei den wenigen höheren Gipfeln Hochgolling, Waldhorn und Hochwildstelle beeindruckende Einblicke in deren Steilflanken.
  • Der Name Klafferkessel lässt an ein enges, eher düsteres Bergkar wie den Gollingwinkel denken. Tatsächlich findet man sich hier eher auf einem weiten Hochplateau wieder, umgrenzt von einem lediglich 200 Meter höheren Felskranz, durch den es mindestens drei bequeme Auslässe gibt.
  • Wenn bei einem Gipfelsammler ein Anstieg am Waldhorn verzichtbar war, spricht das für die Einzigartigkeit des Klafferkessels, einer seenreichen, von isoliert aufragenden, eigentümlichen Bergtürmen umstellten Rundhöckerlandschaft. Eine komplette Durchquerung dieses Hochplateaus und ein Anstieg aufs Waldhorn ist nicht sinnvoll zu kombinieren.
  • Tour alleine begangen.

 

  • Komplette Wegstrecke (erster Tag 9.6 Kilometer, zweiter Tag 15.9 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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