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Tour 639 - Richterspitze, Zillerplattenspitze

Tirol Zillertaler Alpen Reichenspitzgruppe

Bergtour Route Speicher Zillergrund - Plauener Hütte - Richterspitze über Gamsscharte (II) und S-Grat (I+) auf und ab - Plauener Hütte - Zillerplattenspitze über Zillerplattenscharte und S-Grat (I) auf und ab Gesamtaufstiegshöhe (m) 2010 + 80 im Abstieg Tage 2 Verhältnisse hochsommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Plauener Hütte DAV 2362 1850 520 1:40 BW1 - - -
Richterspitze 3054 2362 700 2:20 G3 76 450 4
Zillerplattenspitze 3147 2362 790 3:05 G2 299 4100 3
Beim Hüttenanstieg

Beim Hüttenanstieg: Links Richterspitze, Gamsscharte und Nördlicher und Südlicher Schwarzkopf. Rechts erhebt sich der vorgelagerte Sonntaglahnerkopf.

 

Reichenspitze

Am Gipfel der Richterspitze
Blick nach Norden auf Kuchelmooskopf, Wildgerlosspitze, Hahnenkamm, Reichenspitze und Gabler,
Blick nach Süden auf Rainbachspitze (3129m) und Schwarzkopf (3079m).

Richterspitze nach Süden

 

Zillerplattenscharte

An der Zillerplattenscharte
eröffnet sich der Blick über den Hohe-Tauern-Hauptkamm, hier von Großvenediger bis Dreiherrnspitze,
und über den Eissee nach Südosten zur Südtiroler Rötspitze.

Eissee

 

Heiliggeistjöchl

Links erblickt man das von Wolken touchierte Heiliggeistjöchl. Rechts zieht der Trog des hintersten Zillergründl herein, überragt vom Rauchkofel.

 

Rauchkofel

Gesamtansicht des Rauchkofel. Rechts schließt sich die Kleinspitze (3169m) an.

 

An der Hohenau-Alm

An der Hohenau-Alm beim Rückweg zum Speicher Zillergrund.

Anfahrt über das Zillertal nach Mayrhofen. Vor dem Ort nach links durch den Brandbergtunnel zur Mautstraße im Zillergrund und dort zum P am Straßenende beim Gasthof Bärenbad auf 1450m. Per Linienbus weiter zur Staumauerkrone am Speicher Zillergrund auf 1850m (s.a. Google Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Von der Staumauerkrone links des Stausees dem breiten Fahrweg entlang durch einen Tunnel, danach allmählich am buschbestandenen Hang höher bis ins Kuchelmooskar hinein und jenseits in etlichen Kehren zur Plauener Hütte, aussichtsreich auf einem begrünten Absatz gelegen, hinauf (1:40).
Von der Hütte zur Richterspitze dem Pfad Nr. 512 entlang nach Norden durch bestens gangbare Blockfelder mäßig ansteigend der Reichenspitze entgegen, bis auf 2600m rechts der Weg zur Gamsscharte abzweigt. Diesem nach, bald über ansteigende Firnfelder die schließlich in das sehr steile Gletscherfeld am Gratfuß über gehen. Vom Gratfuß zur Gamsscharte zieht hier über die gesamte Höhe, gut 150hm, ein großes Schuttcouloir empor. Links dieser sehr auffälligen Rinne verläuft eine teilweise gesicherte Route hinauf: Anfangs sind hohe, fast senkrechte, kompakte Felsen (II, Drahtseile, Klammern) zu überwinden, dann geht es durch kürzere Rinnen und über steile Schrofen (I) hinweg näher an das Couloir heran. Die letzten Meter führen durchs oberste Couloir, dann steht man in der Scharte, 2978m, an der sich auch eine Unterstandshütte befindet (2:05).
An der Scharte nach links über den kurzen Südgrat (I+). Anfangs geht es über eine Strickleiter empor, darauf über grobe Blöcke steil höher ehe nach 0:15 Kreuz und Buch erreicht sind. Der allerhöchste Punkt findet sich fünf Minuten weiter auf dem Felsgrat (I+).
Abstieg zur Hütte in 1:40.

2. Tag
Von der Hütte auf dem ebenen Pfad Nr. 502 (dem "Hannemannweg") nach Südosten, durch bestens gangbare Blockfelder hoch auf der weitläufigen linken Trogschulter des Zillergründl entlang. Nach 1:20, vor dem weitläufigen Seekar angelangt, ist der Verzweig zur Zillerplattenscharte erreicht. Nun links, nordostwärts, den Steindauben folgend über flache Felsbänke und grobes Geröll hinweg durchs mäßig ansteigende Kar zur felsigen, aber sanften Zillerplattenscharte auf 2874m (1:00). Zur Zillerplattenspitze geht es nach links, den Steindauben nach über ihren felsigen Süd- (I), ab Vorgipfel Südwestgrat (I): Den ersten Aufschwung passiert man links am Felsfuß, dann steigt man über die Schneide (grobe Klemmblöcke) höher zum Vorgipfel. Danach teils rechts in der erdigeren Flanke weiter und zuletzt etwas steiler und wieder über Felsblöcke zum höchsten Punkt mit Kreuz und Buch (0:45).
Abstieg über die Zillerplattenscharte und durchs Seekar zurück zur Weggabel in 1:20. Nun nur wenige Minuten auf dem Weg zum Heiliggeistjöchl weiter, ehe man rechts auf einem bez. Pfad über die begrünte Trogflanke in den weiten Talgrund des Zillergründl, nahe den Quellen des Ziller, absteigen kann (0:30). Am rechtsseitigen Rande des grünen Talbodens, teils durch Blockfelder führend, geht es lange hinaus zum hintersten Ende des Speichers, den man nach 1:00 an der Hohenau-Alm (Jausenstation, s. unterstes Bild) erreicht. Von dort auf dem Fahrweg rechts des Speichers, teils mit Gegenanstieg, zur Endstation des Linienbus an der Staumauerkrone (1:00) und schließlich, die Kehren der Fahrstraße abkürzend, auf bez. Pfad durch Almwiesen, bald dichten Wald, hinab zum Wirtshaus Bärenbad (1:05).

  • Die Tour berührt den landschaftlich großartigen . Am meisten begeistert dabei vielleicht die Umgebung der Zillerplattenspitze und -scharte Besonders empfehlenswert. Der Ausblick vom scharf herausgehobenen Gipfel, aber bereits auch schon an der Scharte, erhält dazu ungemeinen Reiz durch den südöstlich gelegenen Eissee (s. fünftes Bild), einst vor der Zunge des inzwischen abgeschmolzenen Kesselkees gelegen, der Umschau auf die beeindruckenden Trogtäler von Zillergründl und Krimmler Achental, und natürlich dem weiten Panorama im Süden mit den eisgepanzerten Nordseiten von Großvenediger, Dreiherrnspitze (s. viertes Bild) und Rötspitze sowie des Hochgall. Im Südwesten steigt steil der Rauchkofel, Herrscher im hintersten Zillergründl, auf, seine obere Flanke ebenfalls vergletschert.
  • Auch der Ausblick an der Richterspitze begeistert. Nur noch durch den Gipfel der Zillerspitze (3094m) auf Distanz gehalten, steht man hier ganz nah vor den steilen Felskegeln von Reichenspitze (3303m) und Gabler (3263m), eisig flankiert von Kuchelmooskees und Rainbachkees, und schaut unvermittelt ins Herz der Reichenspitzgruppe (s. zweites Bild).
  • Die Pfade um die Plauener Hütte sind, obgleich teils durch wüste Blockfelder führend, sehr angenehm zu begehen. Da die Übergänge über das Heiliggeistjöchl ins Südtiroler Ahrntal und über die Zillerplattenscharte ins Krimmler Achental einst wirtschaftlich bedeutend waren, findet man weite Strecken mit Felsplatten ausgelegt, teils auch aufgepflastert vor. Selten ist eine abgelegene Gebirgswildnis so angenehm zu durchqueren.
  • Auch die gemütliche und gelungen modernisierte Plauener Hütte besticht durch ihre aussichtsreiche Lage hoch auf einem grünen Balkon über dem Speichersee. Durch den Linienbus zur Mauerkrone und den kurzen Anmarschweg erhält die Hütte allerdings regen Tagesbetrieb.
  • Der westseitige Zustieg zur Gamsscharte zeigt sich erheblich schwieriger als der ostseitige von der Richterhütte her. Dies ist auch im zuoberst sehr steilen Gletscherfeld begründet, das ab Spätsommer Steigeisen und Pickel verlangt. Im Jahre 2009 ist der westseitige Zustieg zur Gamsscharte völlig neu angelegt worden und verläuft, anders als oben geschildert, statt durch die zunehmend steinschlaggefährdete Rinne als Klettersteig entlang der rechten Felswände.
  • Wie häufig an Stauseeufern leidet auch hier die befestigte Wegstrecke am Speicher - welcher naturgemäß topfeben ist - an einem lästigen Auf und Ab, das dem Rückweg 50 bis 80hm aufbürdet.
  • Tour alleine begangen.

 

  • Gesamte Wegstrecke (1. Tag 9.1 Kilometer, 2. Tag 17.2 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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