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Tour 555 - Großer Muntanitz, Kleiner Muntanitz, Vordere Kendlspitze, Gradötzspitze

Osttirol Hohe Tauern Granatspitzgruppe Muntanitzkamm

Bergtour Route Bergstation Sessellift Blauspitze - Hohes Tor - Vordere Kendlspitze über W-Flanke und N-Grat (I) auf und ab - Dürrenfeldscharte - Gradötzspitze über W-Flanke auf und ab - Sudetendeutsche Hütte - Großer Muntanitz über Kleiner Muntanitz (I+) auf und ab Gesamtaufstiegshöhe (m) 1930 + 410 im Abstieg Tage 2 Verhältnisse hochsommerlich, teils in Gewitter

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Vordere Kendlspitze 3088 2305 950 2:40 G2 262 2750 3
Gradötzspitze 3063 2750 320 1:30 G1 69 1150 4
Sudetendeutsche Hütte  DAV 2650 2650 0 0:50 G1 - - -
Kleiner Muntanitz 3192 2650 550 1:30 G1 63 600 4
Großer Muntanitz 3232 3129 110 0:25 G2 717 5850 2
Am Hohen Tor

Blick am Hohen Tor zum Großglockner.

 

Vordere Kendlspitze

In der Westflanke der Vorderen Kendlspitze (rechts).

 

Am Gipfel der Vorderen Kendlspitze

Am Gipfel der Vorderen Kendlspitze:
Links hinten stehen Kleiner- und Großer Muntanitz,
im Nordosten, über dem Dorfer Tal, erblickt man den Großglockner.

Großglockner

 

An der Dürrenfeldscharte eröffnet sich der Blick auf Wellachköpfe, Kleiner- und Großer Muntanitz, davor das Gradötzkees.

Dürrenfeldscharte

 

Hintere und Vordere Kendlspitze

An der Gradötzspitze:
Hintere und Vordere Kendlspitze über der Dürrenfeldscharte (links),
Gradötzkees, darüber Kleiner- (Mitte) und Großer Muntanitz (rechts).

Kleiner- und Großer Muntanitz

 

Sudetendeutsche Hütte

Sudetendeutsche Hütte mit Bretterwandspitze.

 

Wellachköpfe

Bei den Wellachköpfen am Weg zum Kleinen Muntanitz.

 

Gipfelkamm

Am Großen Muntanitz:
Blick nach Süden auf Kleiner Muntanitz, flankiert von Wellachkopf (P 3037, links) und Nussingkogel (rechts). Links liegt das Gradötzkees.

Anfahrt aus Norden über den Felbertauerntunnel und Matrei, aus Süden über Lienz, nach Huben. Von dort über Kals nach Großdorf. P an der Talstation des Sessellifts zur Blauspitze (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1.Tag
Hinter der Bergstation "Blauspitze" auf 2305m nach links und dem Hinweis "Hochtor" bzw. "Sudetendeutsche Hütte" folgend auf Wanderweg zum Grasrücken an der Kalser Höhe hinauf. Oben nach rechts um bald die steilen Gras- und Schrofenflanken im Rücken der Blauspitze zu queren. Der erdige Pfad verliert an einem steilen Felssporn 120 Meter um darauf zum Hohen Tor, 2477m, anzusteigen, einem Grassattel mit grandioser Aussicht zum Großglockner (1:00).
In gleicher Richtung weiter, über abermals steil nach Westen abfallende hohe Grasflanken hinweg, um mit 40 Metern Verlust an den felsigen Südwestsporn der Kendlspitze zu gelangen. Nach ein paar steileren Kehren am Sporn erreicht man die nächst höhere Schwelle des Dürrenfeldes, einem felsigen Hochkar. Der hier fast ebene Pfad wechselt auf die andere Karseite bis er zuletzt zur etwas höheren Dürrenfeldscharte, 2823m, ansteigt (1:00). Kurz unterhalb der Felsscharte zweigt rechts der Steig zur Kendlspitze ab, die man rechts bereits vollkommen passiert hat. Nach einer Querung folgt eine mühsame längere Steilstrecke im Grobschutt, dann ist der scharfe Felsgrat links vom Gipfel erreicht. Noch eine kürzere Passage über die nur noch wenig ansteigenden Gratfelsen (I, Fixseile) und Kreuz mit Buch auf dem sehr lohnenden Aussichtsgipfel sind gewonnen (0:40).
Auf dem Anstiegswege wieder hinab in die Dürrenfeldscharte (0:30). Von dort leitet ein gesicherter Steig über mehrere Felsstufen und zuletzt ein Felsband entlang einer hohen Felswand hinab in die Karsenke vor dem nächsten Gipfel, der Gradötzspitze. Auf etwa 2750m weist der Hinweis "Gradötz" nach rechts (0:15). Über den sanft ansteigenden, weit ausladenden Bergfuß aus Felsbänken und Grobschutt und ggf. einigen Firnfeldern geht es in die weite Westflanke. Die bez. Steigspur leitet zunehmend nach links, Norden, um zuletzt kurz über den obersten Nordgrat die höchste Felsspitze mit großem Gipfelsteinmann zu erklimmen (0:45).
Zurück zum Abzweig (0:25), um schließlich den Weg durch die welligen Moränenmulden vor den Abflüssen des Gradötzkees zur Sudetendeutschen Hütte zu komplettieren, die an einem kleinen Seeauge auf einer aussichtsreichen Talschwelle liegt (0:25).

2. Tag
Von der Hütte auf bez. Trittspur über sanfte Gras- und Schutthänge in den hufeisenförmig umrahmten Bergkessel unter den Wellachköpfen. Nun über mittelsteile Firnfelder nach links höher traversieren um auf die flache Anhöhe zu gelangen (0:40). Oben dem breiten Schutt- und Erdrücken nach rechts (Osten) folgen, der bald auf den etwas höheren, lang ausgedehnten Südrücken des Muntanitz übergeht. Auf ihm über Firn- und Feinschuttfelder mäßig ansteigend weiter, unterwegs auch eine kürzere Felsschneide entlang, bis der Rücken schließlich das steilere Felshorn Kleiner Muntanitz aufstellt (0:50). Wenige Meter links unter dem Gipfel beginnt in der hohen Felsflanke ein gesicherter Steig (I+), der durch eine kurze Kaminrinne steil hinab und über einen Quergang zum sanften Schuttsattel um P 3129 (Kampl) führt. Weiter über die mäßig ansteigende Südflanke (Schutt, Platten) zum höchsten Punkt der ausgedehnten Gipfelkuppe Großer Muntanitz (großes Kreuz, 0:25).
Abstieg auf dem Anstiegswege: zur Hütte in 1:00, zum Sessellift in 2:30.

  • Der Große Muntanitz ist der höchste Berg in der Granatspitzgruppe.
  • Die eher kleine Sudetendeutsche Hütte liegt in äußerst angenehmer Lage, die Hausterrassen von der Abendsonne noch lange erreicht, auf einer begrünten und wasserreichen Talschwelle im oberen Steiner Tal. Unweit findet man bereits die sanften Gletscherausläufe des Gradötzkees.
  • Andere Namen für die Gradötzspitze: Gradötz, Gradötzkogel, Stellachspitze.
  • Die Zwischenstation "Glocknerblick" des Sesselliftes liegt auf nur 1762m und ist damit für die Tour wenig hilfreich.
  • Der Blauspitz-Sessellift hat möglicherweise den Betrieb eingestellt. Ersatz bietet die einige hundert Meter südlich gelegene Kabinenbahn Kals, mit der man ebenso die ersten gut 1000 Höhenmeter überwinden kann. Allerdings kommt man hier deutlich südlich der Blauspitze an, so dass zur Sudetendeutschen Hütte eine gute Gehstunde zusätzlich zu veranschlagen ist.
  • Tour alleine begangen.

 

  • Wegstrecken (1. Tag 10.7 Kilometer, 2. Tag 3.7 Kilometer bis Großer Muntanitz, Hüttenabstieg 7.2 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

Sieben Tage ohne Gewitter

Sieben Tage lang zeigte sich das in den Wettervorhersagen regelmäßig leicht gewittrig angekündigte Sommerwetter labil, ließ bereits vormittags Quellwolken aufsteigen und die Fernsicht eintrüben, doch spätestens abends erwiesen sich die Wolkentürme regelmäßig als zahnlos und sanken wieder in sich zusammen. Nun, gegen 10:00 Uhr morgens, bereits beim Abstieg und mitten auf den kaum Schutz bietenden Felsriegeln südlich des Kleinen Muntanitz, ging es unerwartet los: ein einstündiges Hagelgewitter, aus diffus bedecktem, rasch von Südwesten her verfinsterndem Himmel los brechend. Urplötzlich war diese Tour in erheblicher Gefahr, vollkommen glücklos zu enden.

Nachbarn im Norden: Stubacher Sonnblick (Mitte links) und Granatspitze (Mitte), im Mittelgrund das Loameskees (Luckenkees) unter dem Luckenkogel.

Stubacher Sonnblick und Granatspitze

Ansicht aus Nordosten vom Kitzsteinhorn. Links stehen Vordere Kendlspitze und Gradötzspitze, in der Mitte der Große Muntanitz (darunter der kleine Medelzkopf neben dem Kalser Tauern).

Großer Muntanitz aus Nordosten

 

   

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