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Tour 536 Schneeschuhtour- Hintere Eggenspitze / Cima Sternai,
Lorchenspitze / Cima Lorchen

Südtirol Ortleralpen Ilmenkamm
Alto Adige Gruppo dell'Ortles

Schneeschuhhochtour Route Weißbrunnsee - Grünseehütte (ehem. Höchster Hütte) / Rifugio U. Canziani - Weißbrunnferner - Hintere Eggenspitze über obersten NW-Grat auf und ab - Lorchenspitze über SO-Flanke auf und ab Gesamtaufstiegshöhe (m) 1720 Tage 1 Verhältnisse spätwinterlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m)
[2]
 Dominanz
(m)
[3]
Eigenstän-
digkeit
[4]
Hintere Eggenspitze 3442 1880 1570 5:30 G2 477 10150 2
Lorchenspitze (Südgipfel) 3361 3220 150 0:55 G1 43 900 4
Grünsee

An der Staumauerkrone des Grünsee. Links oben die Zufrittspitze, rechts die Grünseehütte.

Hintere Eggenspitze, Gipfelkreuz.

Hintere Eggenspitze, Gipfelkreuz

 

An der Hinteren Eggenspitze

Blick an der Hinteren Eggenspitze nach Nordosten gegen Zufrittspitze (links) und Hasenöhrl (rechts). Im Vordergrund erhebt sich die Felskuppe P 3121.

 

Hintere Eggenspitze

Die Hintere Eggenspitze aus Nordwesten, vom Grat zur Lorchenspitze.

 

An der Lorchenspitze

Aussicht an der Lorchenspitze nach Osten über das Ultental gegen den Ilmenkamm.

 


Anfahrt aus dem Vinschgau / Val Venosta über Meran / Merano und Lana ins Ultental / Val d'Ultimo. P am Straßenende bei den Gasthäusern am hinteren Ende des Weißbrunnsees / Lago di Fontana Bianca (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

Rechts des Talgrundes auf breitem Weg durch lichten Lärchenwald weiter. Später wendet sich das Tal zunehmend nordwestwärts und die günstigste Route führt durch die Mulde im Talgrund. Unterhalb der Talstufe am Grünsee / Lago Verde weitet sich der Grund etwas. Nun kann man links haltend den freien, über 200m hohen Steilhang wählen um an die linke Seite der Staumauerkrone zu gelangen (s. oberes Bild), oder rechts den etwas weniger steilen Sommerweg, der direkt zur Grünseehütte führt (2:00).
Hinter der Hütte entlang der rechten Talflanke in steiler Querung weiter bis zur Talgabelung. Nun links, westwärts, vor den Felswänden vorbei, um darauf durch eine breite, mittelsteile Mulde anzusteigen die oben vor dem großen Felssporn P 3121 (Meteor. Messstation) ausläuft. Nun gelangt man auf den Weißbrunnferner. Auf ihm südwestwärts, ungefähr gegen den Gipfel, weiter. Oberhalb 3220m zieht der Gletscher die Gipfelflanke hinauf. Man weicht nach rechts aus, weg vom Gipfel, und steigt in weiten Kehren unter den Felsköpfen des Nordwestgrates höher bis man möglichst an einem kleinen Firnsattel den Grat betritt. Nun stets auf der Vorderseite knapp unter der Felsschneide bleibend in langer und exponierter Querung bis direkt unter den Gipfelkopf und dort steil empor auf den höchsten Punkt der Eggenspitze. Kreuz und Buch sind nach 3:30 erreicht.
Zurück auf den Gletscher zum Flankenfuß bei etwa 3220m (0:35). Nun bietet sich ein Abstecher zur Lorchenspitze im Nordwestgrat an. Über eine Firnmulde gelangt man zum letzten Sattel. Von diesem über einen kurzen Firngrat zum unmarkierten Gipfel P 3361 (0:20). Etwas weiter, über einen absinkenden Firnkamm zu erreichen, folgt die Schulter P 3347, die eigentlich den Namen trägt.
Zurück zum Flankenfuß in 0:10 und auf dem Anstiegsweg zur Hütte (1:25). Links des Tales über den Sommerweg zum P in 1:10.

  • Der Aufstieg zum linken Stauseeufer ist nicht zu empfehlen. Der enorm steile Schlusshang verlangt Schneeschuhe mit guten Frontzacken und dazu Harscheisen, ein Eispickel ist nicht unnütz - oder man geht hier gleich zu Fuß. Die Fortsetzung auf dieser Seite ist ebenfalls ungünstig, da mit langen Steilhangquerungen verbunden. Etwas besser ist der Sommerweg auf der rechten Talseite und die Fortsetzung rechts des Sees. Lawinengefährdet sind beide Varianten. Beim Rückweg gerät man auf den Hängen östlich über dem Grünsee auch in die pralle Sonne, was unsäglich aufgeweichten Schnee bedeuten kann. Die Passagen am Grünsee, wie so häufig an Stauseen, sind für Schneeschuhgeher somit recht ungeeignet. Bei guten Bedingungen kann im übrigen jedoch bis dicht unter den Gipfelkopf weiter aufgestiegen werden. Da der kammnahe Abschnitt sehr exponiert ist, sollte man für alle Fälle Steigeisen mitnehmen.
  • Bei der an sich unauffälligen Lorchenspitze kann den Fotografen der Rückblick zur Eggenspitze begeistern (s. viertes Bild). Sie ist der einzige benannte Punkt im Nordwestgrat der Eggenspitze. Die niedrigste Scharte im bewegten Verbindungsgrat liegt bei 3318m, der höchste und letzte Grataufwurf, ohne Namen, erreicht 3361m. Ihm ist ohne nennenswerte Einsattelung der bedeutende Gratknoten P 3347 mit Namen Lorchenspitze vorgesetzt, an dem sich der lange Ilmenkamm - mit Eggenspitze, Gleck, Ilmenspitz und Hochwart - vom Marteller Hauptkamm löst.
  • Das sechs Kilometer lange, schmale Bergsträßchen von St. Gertraud / S. Gertrude zum Weißbrunnsee ist im Winter üblicherweise geräumt.
  • Die Grünseehütte bzw. Rifugio U. Canziani (CAI) hieß bei Gründung Höchster Hütte.
  • Das Ultental ist landschaftlich sehr reizvoll. Leider bleibt dem Reisenden aber auch die ausufernde Nutzung des Freilandes als Lagerplatz für vielerlei Haus- und Unrat in Erinnerung, alles umgeben von schier laienhaft zusammengezimmerten Einfriedungen. Der Name des Tales dürfte sich von Ultun herleiten, was für düster, geheimnisvoll steht. Es wurde deutlich später als andere große Alpentäler in flächenhaft bäuerlichen Besitz genommen und zeigt sich auch heute noch spärlicher besiedelt. Die Verbindung zum Haupttal bei Lana ist durch eine breite, gewaltige Felswand abgesperrt, die den Hauptbach des Tales durch die Gaulschlucht hinab zwingt. Wo heute die breite Zufahrtsstraße diese Talstufe überwindet, breitete sich einst unüberwindlicher, dichter Urwald auf felsigen, teils aber auch sandigen Abbrüchen aus. Darüber lag versumpfte, die Menschen abschreckende Wildnis.
    Heute ist das Tal ein weites, offenes und sonnig wirkendes Tal. Bauformen, Sprache und Eigennamen weisen auf eine bajuwarische Erschließung hin. Nur sehr wenig verrät eine spärliche Vorbesiedlung rätoromanischen Ursprungs, vor allem im oberen Ultental, die allerdings übers Rabbijoch erfolgt sein mag.
  • Alternative Schreibweisen: Weißbrunnerferner.
  • Tour alleine gegangen.

 

  • Einfache Wegstrecke (8.2 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

 

Fotos: Thehighrisepages.de

Sommerliche Ansicht aus Norden vom Anstieg zur Weißbrunnerspitze. Links die Vordere Eggenspitze, rechts der Grat zur Lorchenspitze, vorne der Weißbrunnferner.

Hintere Eggenspitze, Nordostflanke

Überblick aus Südwesten vom Gipfel der Hinteren Rotspitze: Hintere Eggenspitze (Mitte rechts) und Vordere Eggenspitze (rechts), weiter links spitzt die Zufrittspitze hervor.

Ansicht aus Südwesten

 

   

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