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Tour 482 - Fleckistock, Schijenstock

Zentralschweiz Urner Alpen Fleckistockgruppe

Bergtour Route Göscheneralpsee - Bergseehütte - Schijenstock über O-Grat (I+) auf und ab - Bergseehütte - Scharte östlich vom Bergseeschijen (I+) - Horefellistock - Voralphütte - Fleckistock über SW-Grat und S-Grat (II, Stelle III-) auf und ab - Voralphütte - Voralptal - Göscheneralpsee Gesamtaufstiegshöhe (m) 3290 (3270) + 260 im Abstieg Tage 3 Verhältnisse sommerlich gut

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Bergseehütte SAC 2370 1660 710 1:50 BW1 - - -
Schijenstock 3161 2370 800 2:40 G2 36 300
Voralphütte SAC 2126 2060 480 3:25 G1 - - -
Fleckistock
(abgebr.)
3417
(3400)
2126
(2126)
1300
(1280)
5:05
(5:00)
G3
(G2)
761 3370 2
Bergseehütte mit Lochberg

Am Bergsee über dem Göschener Tal:
Bergseehütte und Lochberg.
Die lange Kette des Winterberg mit dem Dammastock.

Winterberg

 

Schijenstock

Der Schijenstock (links).

Am Horefellistock auf dem Weg von der Bergseehütte zur Voralphütte: Blick übers Voralptal zum Fleckistock.

Fleckistock

 

Fleckistock-Gipfel

Am Gipfelkopf des Fleckistock.

Im Voralptal: Voralphütte mit Sustenhorn.

Voralphütte mit Sustenhorn

 


Gesamtansicht aus Südwesten vom Sustenhorn. Rechts vom Fleckistock-Gipfel zieht der beschriebene Südgrat herab, an der markanten Schulter darunter der Südwestgrat.
Im Hintergrund erkennt man die Glarner Alpen mit dem Tödi.

Fleckistock

Anfahrt aus dem Reusstal über die Gotthard-Autobahn nach Göschenen. Von dort ins Göschener Tal zum großen P am Straßenende auf 1790m beim Göscheneralpsee oder wie hier zur zweiten Kehre oberhalb Gwüest auf 1660m (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Vom P am Göscheneralpsee noch vor der Staumauer dem bez. Bergpfad folgend rechts hinauf. Oben am nächsten Abzweig (Wegtafel "Bergseehütte") nach rechts und über grüne Schrofenhänge zur Bergseehütte auf 2370m (1:50).

2. Tag
Von der Hütte durch ein Felsenmeer (mark.) nach NNW ins Kar unter der hohen Südostwand des Schijenstock (s. drittes Bild). Die Felswände auf der rechten Seite werden durch drei ausgeprägte Couloirs gegliedert. Das hinterste ermöglicht den Zugang zum Ostgrat: steil über Firn hinauf, zuoberst durch eine schmale Felsverschneidung. Die Anhöhe ist nach 1:35 erreicht. Nun nach links und in mehreren Aufschwüngen über die mittelsteile Firn- und Schuttflanke bis zum ausladenden Fuß des oberen Ostgrates. Rechts haltend über grobes Blockwerk höher (anfangs Steigspur). Wo der Felsgrat schärfer wird wechselt man auf die Schneide (I+) direkt am Rand über der hohen Südostwand. Kreuz und Buch sind nach 1:05 erreicht.
Zurück zur Bergseehütte auf dem Anstiegsweg. Beim Abstieg an die Aufstiegsroute halten. Bleibt man zu lange direkt auf der Schneide, gerät man bald in abschüssige Plattenzonen. Über dem Couloir ist man nach 0:50, an der Hütte in 1:05.
Weiterweg von der Bergseehütte zur Voralphütte auf bez. Pfad: durch ein Felsenmeer (mark.) nach Nordosten. Bald führt ein gesicherter Steig über steile Platten zur Scharte auf gut 2570m.
Von hier ist ein Abstecher zum Bergseeschijen, 2816m, möglich (1:00 hin- und zurück).
Von der Scharte nun nach Nordwesten. Erst über Firn bzw. schuttbeladene Plattenschüsse hinab bis etwa 2350m, dann in längerer Querung oberhalb der bachzerfurchten Talflanke Bei den Bächen über Firn- und Schuttfelder. Zuletzt zum Übergang am Horefellistock hinauf (etwa 2560m, erster Blick auf die Voralphütte, s. mittleres Bild). Anfangs über steilen erdigen Schutt, dann grüne Schrofenhänge hinab bis zum Steg im Talgrund (2060m) und jenseits zur nahen Voralphütte (2126m).

3. Tag
Über der Hütte auf bez. Bergpfad die steile Talflanke bis zu den Almwiesen Hüblen hoch. Weglos weiter, über zunehmend steilen Schutt höher bis zum Fuß des Südwestrückens des Fleckistock. An der Grenze zwischen bewachsenem äußeren Hang und schuttübersätem inneren Hang äußerst mühsam über groben Steilschutt hoch bis zur Anhöhe bei P 2837 (2:00), einem flachen Absatz. Nun dem ganzen mittelsteilen Südwestgrat folgen. Im anfangs breiten Abschnitt (grober Schutt, teils Blockwerk) findet sich weiter links eine Steigspur. Weiter oben wo der Grat felsiger und schärfer wird bleibt man knapp links neben der Schneide. Am markanten Gratknoten mit dem Südostgrat (P 3251) ist man nach 1:15 angelangt. Nun über den vereinigten Südgrat weiter. Anfangs knapp links neben der scharfen Schneide (Steigspur) bleiben. Zwei größere Grataufwürfe im mittleren Teil werden mit Höhenverlust ebenfalls links auf der Westseite in losem Blockwerk umgangen (einige Steindauben). Darauf folgt man meist der Gratschneide über festen Fels (II, exponiert). Zuletzt führt ein sehr kurzer scharfer Firnkamm zum Fuß des Gipfelkopfes (1:45 mit einigen Verhauern). Dieser weist im unteren Teil eine etwa 10m hohe kompakte Wand (III-, exponiert, kurzes Fixseil, s. drittes Bild v.u.) auf. Abbruch der Tour.
Darüber in wenigen Schritten über grobe Blöcke zum Gipfelkreuz.
Zurück zur Hütte auf dem Anstiegswege: Hüblen nach 2:05, Hütte nach 0:35.
Abstieg zur Straße nach Wiggen: Von der Hütte auf bez. Bergweg das Voralptal hinaus bis zur Straße auf 1400m (1:45). Die Straße hinauf zur zweiten Kehre oberhalb Gwüest (1660m) in 1:05.

  • Der Fleckistock ist der beherrschende Gipfel der nordöstlichen Urner Alpen.
  • Der Schijenstock liegt im Südosten des Hoch Horefellistock und ist nur in der LKS 25.000 verzeichnet.
  • Abbruch der Tour auf den Fleckistock Dank der unpräzisen Allgemeinplätze in der SAC-Literatur über die Urner Alpen, nachdem vermutlich alles was nicht überhängend ist unter I-II abqualifiziert wird. Knapp 20m unter dem Gipfel steht man hier vor einer zu unterst senkrechten Wand, die nur sehr wenige und sehr kleine Griffe und Tritte aufweist und dazu exponiert über einer Kluft am Ende eines scharfen Firnkammes steht. Fortsetzung nur mit Seileinsatz ratsam. Die Auskünfte vom Hüttenwart der Voralphütte waren hier ebenfalls wenig hilfreich.
  • Der Zustieg zum Südwestrücken führt über einen hohen Steilhang aus grobem Schutt, häufig mit losen Platten durchsetzt. Der Weiterweg auf dem Südwestgrat bietet jede Menge Grobschutt. Der Südgrat schließlich könnte aufwändiger über alle Türme und Zacken (III) begangen werden wenn man Spaß daran findet. Der Normalweg umgeht die zwei größten Gratköpfe im erdigen Schutt und losen Blockwerk der Westflanke, wobei man Höhe opfert. Alles in allem nicht empfehlenswert.
  • Alternativer Zustieg: Über den Südostgrat (III).
  • Außergewöhnlich lohnend ist der Talweg im Voralptal Besonders empfehlenswert, besonders in wasserreichen Jahreszeiten. Tal auswärts faszinieren die zahlreichen Sturzbäche der rechten Talflanken bis man zuletzt unter den steilen Plattenschüssen der wild gezackten Salbitschijen vorbei kommt. Noch empfehlenswerter ist allerdings der umgekehrte Weg vom Tal zur Hütte, da man hier stets das Sustenhorn mit seiner gewaltigen gletscherbehangenen Ostflanke vor sich hat (s. zweites Bild v.u.). Der andere Weg vom Horefellistock zur Voralphütte bietet fesselnde Eindrücke am Fuße steiler Gletscherrückzugslandschaften (s. mittleres Bild).
  • Alternative Schreibweise für den Schijenstock: Schynstock.

 

  • Wegstrecke (Anstieg Bergseehütte 3.7 Kilometer, Anstieg Schijenstock 1.9 Kilometer, Bergseehütte - Voralphütte 4.6 Kilometer, Anstieg Fleckistock 2.3 Kilometer, Abstieg Voralphütte 8.2 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

 

   

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