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Tour 380 - Hochiss, Spieljoch, Seekarlspitze, Rofanspitze, Sagzahn, Vorderes Sonnwendjoch

Tirol Rofangebirge Rofankamm

Bergtour Route Bergstation Rofanbahn - Hochiss über S-Flanke - Gruberscharte - Rofanspitze über S-Flanke - Vorderes Sonnwendjoch - Gruberscharte - Rofanbahn Gesamtaufstiegshöhe (m) 1200 + 120 im Abstieg Tage 1, Aufstiegsgehzeit 4:45 Verhältnisse frühsommerlich, zuletzt gewittrig

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m) 
[2]
 Dominanz
(m) 
[3]
Eigenstän-
digkeit
 [4]
Gschöllkopf 2039 1831 210 0:35 BW1 99 850 4
Hochiss 2299 1940 360 1:05 BW1 1359 12400 1
Spieljoch 2236 2030 210 0:50 BW1 86 400 4
Seekarlspitze 2261 2150 120 0:15 BW1 141 1000 4
Rofanspitze 2259 2102 180 1:10 BW1 131 1150 4
Sagzahn 2228 2174 60 0:25 BW2 126 600 4
Vorderes Sonnwendjoch 2224 2170 60 0:25 BW1 54 950 4
Hochiss

Blick vom Gschöllkopf
auf Hochiss (links) und Spieljoch (rechts), dazwischen das Joch des Gamshals. Am rechten Bildrand erkennt man die Seekarlspitze.
Im Südwesten blickt man über Erfurter Hütte und Seilbahnstation auf Inntal und Tuxer Alpen, eingerahmt von Ebner Joch, links, und Stanser Joch, rechts.

Ausblick im Südwesten

 

Gschöllkopf

Blick an der Hochiss
nach Südwesten über Gschöllkopf (Bildmitte links) und Ebner Joch (links) gegen die Tuxer Alpen,
nach Norden gegen Unnutz (links) und Guffertspitze (rechts).

Unnutz und Guffertspitze

 

Die Hochiss vom Gipfel des Spieljoch aus.

Hochiss

 

Rofankamm

Die Nordabstürze des Rofankamm. Ganz hinten die Rofanspitze, in der Mitte die 400 Meter hohe Wand der Seekarlspitze, vorne der Spieljoch-Gipfel.

 

Rofankamm

Nordabstürze des Rofankamm.

Anfahrt, aus Norden vom Achenpaß, aus Süden vom Inntal über Jenbach, nach Maurach am Achensee. Per Seilbahn von der Ortsmitte (ca. 975m) zur Erfurter Hütte (DAV) auf 1831m. Erste Fahrt nicht vor 8:00, ins Tal spätestens 17:30 (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

Von der Seilbahnstation führen ausgeschilderte Wanderwege in alle Richtungen. Im Norden, Wegweiser zur "Hochiss", ragt ganz in der Nähe ein kleiner, bis oben mit Latschen bewachsener, steil und unnahbar wirkender Felskopf auf, der Gschöllkopf. Zunächst auf gut angelegtem Weg in nördlicher Richtung am Mauritzalmhochleger vorbei und anschließend links, unter der Ostflanke des Gschöllkopf leicht ansteigend, über eine kleine drahtseilgesicherte Felsstufe hinauf und man gelangt zu einem Gatterl auf einem ausgedehnten Rasensattel auf 1940m (0:20). Nun nach links und auf kurzem Bergsteig über die mittelsteile Rückseite durch Latschengassen zur Gipfelhochfläche (hin und zurück 0:30).
Vom Gatterl wieder nordwärts, wenig ansteigend die rechte Flanke eines breiten, geröllerfüllten Kares hinein (s. oberstes Bild), an dessen halblinker Stirnseite sich die felsige Hochiss aufbaut, rechts davon ein Joch, der Gamshals. Der Weg hält auf das Joch zu (erster Blick in die steilen Nordabstürze des Rofan) und führt anschließend nach links, eben am Südostpfeiler (Drahtseil) vorbei, in die steile Südflanke. In kurzen Kehren zum Westgrat hinauf (Wegabzweig zum Kotalpensattel) und nach rechts zum nahen Gipfelkreuz und Buch (0:50).
Abstieg zum Gamshals und kurz südwärts zurück, Richtung Rasensattel. In der Karflanke hat man beim Aufstieg auf etwa 2030m bereits einen Wegabzweig passiert, der die mittelsteile Schrofenflanke zum Spieljoch hinaufführt. Nun diesen Steig hinauf. Dieser wendet sich rasch wieder nach Norden, läuft bald über flachere Matten und führt nach 0:50 zur unbedeutenden Rasenkuppe des Spieljoch.
Der Weiterweg führt nach Osten über steilen, gesicherten Schrofensteig hinab zur Seekarlscharte, 2150m. Darauf geht es eben an der Südflanke der Seekarlspitze vorbei zu den schroffen Felszinnen des Roßkopf. Als Abstecher kann man ab Scharte weglos über mittelsteile Matten in 0:30 (hin und zurück) den zweithöchsten Gipfel im Rofangebirge, die Rasenkuppe der Seekarlspitze, mitnehmen.
Wieder auf dem Wanderweg geht es leicht absteigend um den senkrechten Südsporn des Roßkopf (dem Autor unbekannt, Zustieg vermutlich über II) herum zur Gruberscharte auf 2102m, einem Verzweigungspunkt zahlreicher Wanderwege, u.a. unmittelbar zur Seilbahnstation/Erfurter Hütte. Jenseits der Scharte mit etwas Höhenverlust in die weite Karstsenke hinab. Auf halbem Weg zum nächsten Joch zweigt links ein Weg ab (Hinweis "Rofan"). Der Weg führt in wenigen Kehren rasch die Grasflanke hinauf und erreicht von links den felsigen Aufbau der Rofanspitze (Kreuz und Buch, 0:55). Schöner Blick zum nahen Zireiner See und über die Nordabstürze auf die mit riesigen Felstrümmern übersäte March-Alpe.
Abstieg über die grasbewachsene Ostflanke zum weiten Schafsteigsattel auf 2174m, wo die Abbruchkante des Rofanstockes rechtwinklig von Nord nach Ost wechselt. Die Kante über einen Grasrücken entlang zum nächsten markanten Felssporn, dem Sagzahn (kurz bevor der Pfad den Felsfuß erreicht, leitet ein leichterer Weg nach rechts hinab, Hinweis "Sagzahn-Umgehung"). Am Sagzahn führt rechts neben der Nordschneide ein gesicherter Steig hinauf. Recht ausgesetzt geht es die rechte Wand hinauf und dann scharf nach links, in einen schräggeneigten steilen Kamin (I+). Oben steigt man nach rechts über die Wand aus und steht auf dem grasbewachsenen Südrücken. Links hinauf und nach 0:25 ist das Gipfelkreuz erreicht.
Den Grasrücken wieder hinab zum nahe gelegenen Sattelpunkt auf ca. 2170m, wo o.g. "Sagzahn-Umgehung" heraufkommt (auf einen flachen, rot beschrifteten Felsen achten). Jenseits über einen einfachen Grasrücken weiter zum Kreuz auf dem Vorderes Sonnwendjoch (0:25). Lohnender Tiefblick ins Inntal.
Zurück zum Sattel. Über die "Sagzahn-Umgehung", kehrenreich und bis etwa 2050m die steilen Westhänge hinab, am Felsfuß des Sagzahn vorbei und wieder etwas hinauf zum Schafsteigsattel (der direkte Weg zur Gruberscharte am Grubersee vorbei bedingt im wild bewegten Karstgelände weiteren Höhenverlust). Von der Gruberscharte SW-wärts durch eine lang gezogene, typische Karstmulde zur Seilbahn (1:40).

 

  • Komplette Wegstrecke (15.8 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

  • Im Rofangebirge findet man ein unvergleichlich dichtes markiertes Wegenetz. Wegen der Kompaktheit des Bergstockes ist die Tour auch für Tage mit unsicherem Wetter geeignet. Abbruch vielerorts möglich.
  • Wegen der leichten Erreichbarkeit und relativ geringen Höhendifferenzen stellenweise sehr belebt.
  • Sehr abwechslungsreiche Kammüberschreitung. Einfache Grasberge wechseln mit tief eingeschnittenen Jöchern und felsigen Gipfeln. Zum Schluss ein schöner Kamindurchstieg am Sagzahn. Gesamtzeit bei insgesamt etwa 1320 Höhenmetern incl. knapp bemessener Gipfelpausen 7:30.
  • Landschaftlich besonders schön Empfehlung. Wer nicht aufs hastige Gipfelsammeln aus ist, sollte auf der Erfurter Hütte nächtigen und sich zwei Tourentage gönnen.
  • Nach Norden, Richtung Steinberg, stürzt der ganze Bergstock mit stellenweise 400m hohen Steilwänden ab. Einige davon noch nicht durchstiegen.
  • Die Hochiss wird manchmal auch Hochiß geschrieben. Sie ist mit Abstand der höchste Punkt des Rofanstockes, zudem wesentlich felsiger und schroffer als die Rofanspitze und kann daher uneingeschränkt als Hauptberg gelten. Bei einer relativen Prominenz von beinahe 60 Prozent und einer Distanz zum nächst höheren Geländepunkt von gut 12 Kilometern ist die Hochiss stellvertretend für den gesamten Rofanstock tatsächlich ein Berg von europäischem Gewicht. Die Aussicht am Gipfel ist daher besonders umfassend: In unmittelbarer Nähe Rofanspitze, Sagzahn, Vorderes Sonnwendjoch und Haidachstellwand. Dahinter die schneebedeckten Gipfelriesen der Hohen Tauern, die sich in Zillertaler Alpen und Stubaier Alpen fortsetzen, daneben das nahe Karwendelgebirge und ganz nah der Dalfazer Kamm mit seinen bizarren Erhebungen. Im Norden zieht schließlich die Guffertspitze die Aufmerksamkeit auf sich.
  • Alternativer Rückweg vom Vord. Sonnwendjoch zur Seilbahnstation: Vom Sonnwendjoch südwärts über etwas steilere Schrofen absteigen. Wenig tiefer, an einer Verflachung, bei der Weggabel zur Bayreuther Hütte und zur Erfurter Hütte scharf rechts. Der Pfad zieht einen Bergrücken umgehend über recht steile Wiesenhänge tiefer ehe er in den breiteren Almweg zur Schermsteinalm, 1855m, mündet. Von dort geht es in längerem Gegenanstieg zunächst gen Westen, später Norden und durch einen rinnenartigen Einschnitt, an den Krahnsattel, 2002m, empor. Dahinter und wieder weiter unten trifft man auf den Grubasteig über den es an die Erfurter Hütte zurückgeht.

 

   

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