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Tour 42 - Gemsfairenstock, Hinter Spitzalpelistock

Glarus Glarner Alpen Claridengruppe

Hochtour Route Klausenpass - Chammlijoch - Planurahütte - Hinter Spitzalpelistock über NO-Grat (I) auf und ab - Planurahütte - Gemsfairenstock über W-Grat (I) auf und ab - Claridenhütte - Fisetenpass - Klausenpass Gesamtaufstiegshöhe (m) 1610 + 200 im Abstieg Tage 3 Verhältnisse spätsommerlich, Föhnsturm, in Wolken

Name Max
(m)
Min
(m)
Aufstiegs-
höhe (m)
 Aufstiegs-
zeit (h)
 Schwierig-
keit [1]
 Prominenz
(m)
[2]
 Dominanz
(m)
[3]
Eigenstän-
digkeit
[4]
Planurahütte (SAC) 2947 1948 1100 8:00 G2 - - -
Hinter Spitzalpelistock 3007 2900 160+50 i.Ab. 1:30 G2 92 1070 4
Gemsfairenstock 2972 2680 300 3:30 G2 124 2050 3
Chammlijoch

Beim Abstieg vom Chammlijoch.

 

Planurahütte

An der Planurahütte

Am Nordfuß des Hinter Spitzalpelistock steht man nahe vor dem Tödi (3614m), dessen Nordgrat steil über den Sandgipfel (3390m, Mitte) ins oberste Sand-Tal abfällt.

Tödi

 

Hüfifirn

Blick von der Planurahütte gegen Nordwesten über den Hüfifirn zu Gross Schärhorn (links) und  Chammliberg (rechts).

Die Planurahütte vor dem Piz Cazarauls (3063m).

Planurahütte und Piz Cazarauls

 

Der Gemsfairenstock aus Südwesten, unweit des Bocktschingel.

Gemsfairenstock

 

Tödi

Am Fuße des Gemsfairenstock: Links der gewaltige Felskoloss des Tödi, rechts die Felsinsel Vorder Spitzalpelistock (2929m).

 

Anfahrt aus Westen vom Vierwaldstätter See über Altdorf, aus Nordosten vom Walensee über Glarus, zum P direkt am Klausenpass auf 1948m (s.a. Bing Maps, Wetter bei weather.com).

1. Tag
Von der Kapelle am Klausenpass auf bez. Pfad nach Süden den breiten Rücken empor, der vom Sattel zwischen Clariden (links) und Chammliberg (rechts) über die Kuppe des Rau Stöckli herab zieht: Zunächst geht es zwischen Gras- und Distelpolstern höher um schließlich unterhalb der Kammlinie des Tierälpligrates in der felsigeren Flanke über dem obersten Schächental den Steinmandln folgend auf einen Schrofenabsatz vor dem Gletscherbuckel des Iswandli anzusteigen. Über dieses (ggf. Querspalten) auf das nahe, völlig vergletscherte Chammlijoch auf 3031m hinauf (links zweigt vorher die Route zum Clariden ab). Dahinter über eine Randkluft hinab und am Felssockel von P 3127 vorbei. Letztlich etwa 100 Höhenmeter verlierend geht es nun durch das große Gletscherbecken des Hüfifirn, das man in weit links, westwärts ausholendem Bogen in Richtung von Claridenhorn und des ausgedehnten Gletschersattels am Claridenpass, 2962m, traversiert um schließlich, weiterhin flach, nach Süden die Planurahütte auf 2947m anzusteuern, die auf einer Felsinsel inmitten eines markanten Windkolks liegt (8:00).

2. Tag
Zum nahen Hinter Spitzalpelistock geht es von der Hütte durch den Windkolk um gegenüber auf dem flachen Gletscher nach Nordosten weiter zu ziehen. Am östlichen Ende dieses Windkessels über einen Gletscherrücken nach rechts (s. drittes Bild) um dort über den kurzen Nordostgrat (I, verwitterter Fels, Firnfelder) zum höchsten Punkt anzusteigen (1:30).
Zurück zur Hütte auf dem Anstiegswege (1:30).

3. Tag
Von der Hütte erneut durch den Windkolk und darauf eben nach Norden zum weiten Gletschersattel um den Claridenpass. Mitten über den sanft abfallenden Gletscher gegen NNO weiter, an den Felsmauern des markanten Bocktschingel, 3079m, und einem weiteren, namenlosen Felssporn P 2860 vorbei, um dann, auf 2690m vor dem felsigen Speichstock angelangt, dahinter in eine nordwärts ziehende, kleine Gletscherbucht einzuschwenken. Vom hintersten Gletscherrand geht es problemlos über mittelsteilen Schutt zum Sattel P 2848 am Beginn des Gemsfairenstock-Westgrates hinauf. Von dort entlang des Grates (I, meist Gehgelände), am Rande des Gletschers auf der Nordflanke, zum höchsten Punkt mit Kreuz (3:30).
Vom Gipfel zum Sattel zurück und über die Gletscherbucht am Fuße der Südflanke entlang zum flachen Auslauf des Claridenfirns. Danach im flachen Moränenschutt zur Claridenhütte auf 2453m (2:30). Von dort dem bez. Wanderweg folgend in der Flanke des langen Gemsfairenstock-Ostgrates nach Nordosten, zunächst etwas steiler durch Geröll hinab bis zum Verzweig bei P 2065 (rechts geht es nach Tierfed hinab), dann durch Grashänge querend ans Ende des Ostgrates auf etwa 2050m. Dahinter geht man das begrünte Fiseten-Kar mit insgesamt bald 150m Gegenanstieg aus um gegenüber in den Fisetenpass, 2036m, zu gelangen. Nun befindet man sich in der ausgedehnten Nordflanke über dem Urner Boden wo ein Wanderweg, unterwegs nochmals um etwa 50m ansteigend, nach Westen Richtung Klausenpass führt. Ab dem Gemsfairenhüttli auf 1951m geht es auf Fahrweg zur markanten Spitzkehre auf 1697m, wo die Straße zum Klausenpass erreicht ist (5:00).

  • Landschaftlich durchgängig äußerst lohnendes und spannungsreiches Tourengelände Besonders empfehlenswert!. Bis zum Gletschersattel am Chammlijoch bleibt das ausgedehnte Tourenrevier um die Planurahütte völlig versteckt. Erst am Joch öffnet sich (nach Kartenlage ...) das weite Rund um das sanfte Gletscherbecken des Hüfifirn. Die Planurahütte schließlich liegt auf einer Felsinsel jenseits von einem tiefen Windkolk im Gletscher, der die Hütte mit einem eisigen, steilen Burggraben umgibt (s. zweites Bild). Dieser Kolk wird häufig als größter windgeformter Schneetrichter Europas beschrieben. Wenig östlich der Hütte steigt der ungeheure, finstere Felskoloss des Tödi empor, im Westen, hinter arktisch-weiten Eisflächen, die recht abgeschiedenen Felspyramiden von Gross Düssi und Gross Schärhorn.
  • Anstiegszeiten wegen schlechter Wetterverhältnisse deutlich überhöht. Am 1. und am 2. Tourentag fegte schwerster Föhnsturm über die Gletscher und vereitelte den ursprünglich geplanten Anstieg zum Gross Schärhorn. Von Chammlijoch bis zur Planurahütte (nach Ende der Sommersaison) bei schlechtester Sicht in dichten Wolkenbänken begangen. Der Hüttenanstieg wird üblicherweise mit 5:00 angegeben.
  • Der Gemsfairenstock ist der östlichste Hochgipfel in der Claridengruppe. Nach Süden wendet er steilere Felsabbrüche (s. drittes Bild v.u.), gen Norden, aus dem oberen Linthtal gut sichtbar, trägt er auf einem flach abstreichenden Gipfelpult ein schmückendes Eisfeld. Die Gipfelaussicht ist grandios: Im Norden und Osten auf die abweisenden Mauern des ausgedehnten Glärnisch-Massivs und des Selbsanft, im Süden auf den alles beherrschenden Tödi. Der Gemsfairenstock wird im Winter häufig aus Nordosten vom Urnerboden aus per Seilbahn zum Fisetenpass und von dort über den Nordostrücken angegangen.
  • Der Hinter Spitzalpelistock lohnt sich als naher Aussichtspunkt der Planurahütte, insbesondere wegen der beeindruckenden Westwand des Tödi.
  • Von der Planurahütte ist in 45 Minuten über den Nordgrat (I, BW2) der Piz Cazarauls, 3063m, erreichbar.
  • Seilpartner auf Hüfifirn und Claridenfirn wegen großer Spalten unabdingbar.

 

  • Komplette Wegstrecke (1. Tag 7.0 Kilometer, 2. Tag 2.0 Kilometer, 3. Tag 19.6 Kilometer) zum Download als GPX-Datei.

Fotos: Thehighrisepages.de

Blick am Gipfel des Gemsfairenstock nach Nordwesten über den Klausenpass.

Am Gemsfairenstock

Am Gipfel des Gemsfairenstock: Der Claridenfirn zwischen Vorder und Hinter Spitzalpelistock (die Felsinseln links im Gletscher) und Clariden (3268m, rechts, davor der Bocktschingel, 3079m).

Claridenfirn

 

   

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